IZI-Forschung
 
Forschungsschwerpunkt Trendforschung

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In der Trendforschung werden Rezeptionsstudien zu aktuellen Quotenhits in jungen Zielgruppen durchgeführt. Die Studien beschäftigen sich mit aktuellen TV-Formaten mit dem Ziel, das Interesse und die Faszination der Kinder und Jugendlichen an diesen Fernsehsendungen zu erklären und auch potenzielle medienpädagogische Problemfelder aufzuzeigen.

Essstörungen und Fernsehsendungen (2015)

Studienteil 1: Befragung von Menschen mit akuter Essstörung (Magersucht/Bulimie) zur Bedeutung von Fernsehformaten im Kontext ihrer Erkrankung
Essstörungen gehören in den westlichen Industrieländern zu den häufigsten psychosomatischen Erkrankungen von Mädchen und jungen Frauen. Das Internationale Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) befragte in Kooperation mit dem Bundesfachverband Essstörungen e.V. (BFE) 241 Menschen mit Essstörungen (überwiegend Frauen mit Magersucht und Ess-Brecht-Sucht) nach der Rolle von Fernsehsendungen bei der Entwicklung ihrer Krankheit. Die jüngste Teilnehmerin war 11 Jahre, weit über die Hälfte war unter 21 Jahre alt.

Literatur:
Götz, Maya; Mendel, Caroline; Malewski, Sarah: „Dafür muss ich nur noch abnehmen". Die Rolle von Germany's Next Topmodel und anderen Fernsehsendungen bei psychosomatischen Essstörungen. TelevIZIon, 28/2015/1, S. 54-57.

Studienteil 2: Repräsentativbefragung von Kindern und Jugendlichen
In einer weiteren Studie befragte das Internationale Zentralinstitut für das Jugend und Bildungsfernsehen in Kooperation mit dem Bundesfachverband Essstörungen e.V. (BFE) im März 2015 1.462 repräsentativ ausgewählte 6- bis 19-Jährige. Zunächst wurden die BMI-Daten erhoben und es wurde erfragt, inwieweit sich die Mädchen und Jungen mit dem Gedanken beschäftigen, zu dick zu sein. Anschließend wurde zudem die Nutzung der Sendung Germany’s Next Topmodel erhoben, die in einer anderen Studie als besonders bedeutsam hinsichtlich der Verstärkung von Essstörungen identifiziert wurde. So stehen aktuelle Daten zur Entwicklung des BMI und zur Körperzufriedenheit von Kindern und Jugendlichen zur Verfügung, begleitet von der Frage, inwieweit sich Parallelen zur Nutzung von Germany’s Next Topmodel ergeben.

Literatur:
Götz, Maya; Mendel, Caroline: Der Gedanke, "zu dick zu sein", und Germany's Next Topmodel. Eine repräsentative Studie mit 6- bis 19-Jährigen. TelevIZIon, 28/2015/1, S. 54-57.

Leitlinien für Medienschaffende zum verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema Essstörungen

Der Bachelor (2014)

Seit Jahren ist die Kuppelshow Der Bachelor gerade bei jungen Frauen sehr beliebt. Während der siebenwöchigen Laufzeit kann ein Mann aus knapp 20 potenziellen Partnerinnen bei actionreichen Gruppendates oder romantischen Einzeldates die für ihn passendste neue Partnerin auswählen. Dafür werden jede Woche bei der entscheidenden „Nacht der Rosen“ nicht infrage kommende Kandidatinnen abgewählt.
An der online durchgeführten IZI-Rezeptionsstudie, welche die Faszination dieses Formats untersuchte, nahmen 319 Fans zwischen zwölf und 70 Jahren teil. Weiter ausgewertet wurden die Fragebögen der SeherInnen bis 26 Jahre (n=174). Die Fans sind im Schnitt 20,7 Jahre alt, 89% sind (junge) Frauen.
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Literatur:
Bulla, Christine; Götz, Maya; Mendel, Caroline: "Es ist so interessant, für wen er sich entscheidet". Zur Faszination von Der Bachelor und Die Bachelorette. TelevIZIon, 28/2015/1, S. 40-44.

Die Bachelorette (2014)

Die Bachelorette folgt dem gleichen Ablauf wie Der Bachelor – nur mit vertauschten Rollen. Bei Die Bachelorette kann somit eine Frau aus einer Reihe von Männern auswählen.
Von den insgesamt 147 ausgefüllten Online-Fragebögen der ZuschauerInnen zwischen 16 und 67 Jahren wurden ebenfalls die der Fans bis 26 Jahre (n=67) in die Studie miteinbezogen. Sie sind im Schnitt 21,3 Jahre alt und zu 96 % (junge) Frauen.
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Literatur:
Bulla, Christine; Götz, Maya; Mendel, Caroline: "Es ist so interessant, für wen er sich entscheidet". Zur Faszination von Der Bachelor und Die Bachelorette. TelevIZIon, 28/2015/1, S. 40-44.

Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! (2014)

Bei Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! leben zehn bis elf mehr oder weniger prominente Menschen 16 Tage lang in einem Camp im australischen Busch unter permanenter Beobachtung zusammen. Jeden Tag muss mindestens ein/e KandidatIn zu einer Dschungelprüfung antreten und dabei seine/ihre Angst- und Ekelgefühle überwinden. Seit 2004 ist die Showmit eines der ekligsten, aber auch eines der erfolgreichsten Formate, die das deutsche Fernsehen zu bieten hat. Im gesellschaftlichen Diskurs ist die Sendung zum jeweiligen Ausstrahlungszeitpunkt eines der Top-Medien-Themen.
Eine online durchgeführte IZI-Rezeptionsstudie mit 250 ZuschauerInnen von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! zwischen zwölf und 66 Jahren ging der Faszination der Reality-Show nach. Die Antworten der 113 Befragten zwischen zwölf und 26 Jahren wurden weiter ausgewertet.
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Literatur:
Bulla, Christine; Mendel, Caroline: "Die Dschungelprüfungen sind das Beste, total lustig und auch eklig". Zur Faszination von Ich bin ein Star - holt mich hier raus. TelevIZIon, 27/2014/2, S. 45-47.

Liebe, Blut und Sex – die Faszination von Vampirformaten

Vampirformate sind seit Jahren bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. In einer weltweiten Online-Befragung mit 917 Vampirfans zwischen acht und 67 Jahren aus 49 Ländern wurde nun untersucht, worin für Fans die Faszination dieser Formate liegt. Die beliebtesten Vampirformate in dieser Studie sind:

  • The Vampire Diaries (420 Fans)
  • True Blood (171 Fans)
  • Twilight (148 Fans)
  • Buffy – Im Bann der Dämonen (120 Fans)

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Literatur:
Mendel, Caroline; Bulla, Christine; Esmailzadeh, Sonja: Böse Jungs mit weichem Herz in harter Schale". Eine internationale Fanstudie zur Faszination von Vampirformaten. TelevIZIon, 27/2014/2, S. 40-44.

Das "Erlebnis Castingshow-Teilnahme" in zwei Teilstudien (2012)

In zwei Teilstudien wurde gemeinsam mit der Landesanstalt für Medien Nordrhein- Westfalen (LfM) das Medienphänomen „Erlebnis Castingshow-Teilnahme“ von Seiten der TeilnehmerInnen als auch der RezipientInnen untersucht.

"Bestimmt ein tolles Erlebnis" – Repräsentativbefragung von 6- bis 17-Jährigen zu ihren Vorstellungen vom "Erlebnis Castingshow-Teilnahme"
Castingshows liegen seit Jahren auf den Top-Plätzen der beliebtesten Fernsehformate der 10- bis 17-Jährigen. Erstmalig wurden auf repräsentativem Niveau 1.230 Mädchen und Jungen zwischen sechs und 17 Jahren befragt, wie sie das „Erlebnis Castingshow-Teilnahme“ für die KandidatInnen einschätzen und ob sie selbst gerne teilnehmen würden.
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Literatur:
Götz, Maya; Bulla, Christine; Mendel, Caroline: „Bestimmt ein tolles Erlebnis!“ Repräsentativbefragung von 6- bis 17-Jährigen zu ihren Vorstellungen vom „Erlebnis Castingshow-Teilnahme“. Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), Düsseldorf (Hrsg.). Düsseldorf: LfM 2013.

Sprungbrett oder Krise? Das "Erlebnis Castingshow-Teilnahme"
Weltweit erstmalig wurden 59 ehemalige TeilnehmerInnen diverser Musik-Castingshows dazu befragt, wie sie das „Erlebnis Castingshow-Teilnahme“ im Nachhinein einschätzen. Die Befragten hatten in den letzten zwölf Jahren an einem in Deutschland ausgestrahlten Format teilgenommen und gaben nun rückblickend Auskunft.
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Literatur:
Götz, Maya; Bulla, Christine; Mendel, Caroline: Sprungbrett oder Krise? Das Erlebnis Castingshow-Teilnahme. Eine Befragung von ehemaligen TeilnehmerInnen an Musik-Castingshows. Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), Düsseldorf (Hrsg.). Düsseldorf: LfM 2013.

Wie Kinder und Jugendliche Familien im Brennpunkt verstehen (2011)

Eine Kooperationsstudie mit der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) untersuchte, was Kinder am Scripted-Reality-Format Familien im Brennpunkt (RTL) begeistert und wie sie die Sendung verstehen. Hierzu wurden 861 Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren allgemein und 294 Familien-im-Brennpunkt SeherInnen im Detail befragt. Außerdem wurden Medienanalysen durchgeführt.
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Literatur:
Götz, Maya; Holler, Andrea; Bulla, Christine; Gruber, Simone: Wie Kinder und Jugendliche Familien im Brennpunkt verstehen. Forschungsbericht zur Studie "Scripted Reality: Familie im Brennpunkt". Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), Düsseldorf (Hrsg.); Gesellschaft zur Förderung des internationalen Jugend- und Bildungsfernsehens, München (Hrsg.). LfM-Dokumentation. 44/Online. Online Paper 2012
Götz, Maya; Bulla, Christine; Holler, Andrea; Gruber, Simone; Schwarz Judith: Man sieht, wie es wirklich in anderen Familien zugeht". Kinder und Jugendliche und ihr Verständnis von Familien im Brennpunkt. TelevIZIon, 25/2012/1, S. 55-59.

Was X-Diaries für Jugendliche attraktiv macht (2011)

Die Sendung X-Diaries, die seit 2010 im Vorabendprogramm von RTL2 zu sehen ist, wird vor allem von Jugendlichen und jungen Erwachsenen genutzt. In einer Kooperationsstudie mit der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) wurde in einer Fan-Befragung mit 107 regelmäßigen RezipientInnen untersucht, was Jugendliche und junge Erwachsene an dem Format fasziniert, ob sie den gescripteten Charakter des Programmes erkennen und welche pädagogischen Problembereiche zu lokalisieren sind.
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Literatur:
Götz, Maya; Koenen, Sophia; Holler, Andrea; Wirtz, Andrea; Levi, Michaela: Romantische Liebe, erotische Fantasien, moralische Aufreger und "Ablachen". Was X-Diaries für Jugendliche attraktiv macht. Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), Düsseldorf (Hrsg.); Gesellschaft zur Förderung des internationalen Jugend- und Bildungsfernsehens, München (Hrsg.). LfM-Dokumentation. 43. Düsseldorf: LfM 2012

Castingshows und ihre Bedeutung für Kinder und Jugendliche (2009)

Formate wie Germany´s Next Topmodel (GNTM)oder Deutschland sucht den Superstar (DSDS) dominieren seit Jahren die TV-Hitlisten der Kinder und Jugendlichen und erreichen Marktanteile bis zu 70 %. In dieser Studie ging das IZI der Frage nach, was Kinder und Jugendliche an Castingshows begeistert und was sie sich bewusst und vorbewusst daraus mitnehmen. Insgesamt nahmen 1.302 SchülerInnen zwischen neun und 22 Jahren an den quantitativen und qualitativen Befragungen teil.
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Literatur:
Götz, Maya; Gather, Johanna: Wer bleibt drin, wer fliegt raus? Was Kinder und Jugendliche aus Deutschland sucht den Superstar und Germany's Next Topmodel mitnehmen. TelevIZIon, 23/2010/1, S. 52-59.
Götz, Maya; Gather, Johanna: Ich habe heute leider keine Foto für dich. Die Faszination Germany's Next Topmodel In: Götz, Maya (Hrsg.): Die Fernsehheld(inn)en der Mädchen und Jungen. Geschlechterspezifische Studien zum Kinderfernsehen. München: kopaed 2013, S. 473-528.