IZI-Forschung
 
Forschungsschwerpunkt Gender

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Gender ist eine der durchgängigsten Kategorien, wenn es darum geht, wie Fernsehfiguren und ihre Geschichten inszeniert und rezipiert werden. In diesem Forschungsschwerpunkt werden zum einen gezielt die Mechanismen und Zusammenhänge von der Geschlechterrepräsentation im Medium analysiert. Zum anderen wird von der RezipientInnenseite her untersucht, wie Mädchen und Jungen mit dem Angebot umgehen, wie sie es interpretieren, werten und in ihre Lebenswelt einbauen. Vor dem Hintergrund des aktuellen Stands der Mädchen- und Jungenforschung werden so neue Perspektiven und Hinweise für ein qualitätsorientiertes Kinder- und Jugendfernsehen für Fernsehverantwortliche weltweit angeboten.

Literatur:
TelevIZIon 26/2013/2 „Geschlechterstereotype Bilderwelten?”,
TelevIZIon 19/2006/1 „Welche Rolle spielt Geschlecht?”,
TelevIZIon 21/2008/E „Girls and Boys and Television”
Götz, Maya (Hrsg.): Die Fernsehheld(inn)en der Mädchen und Jungen. Geschlechterspezifische Studien zum Kinderfernsehen. München: kopaed 2013
Götz, Maya (Hrsg.); Lemish, Dafna (Hrsg.): Sexy girls, heroes and funny losers. Gender representations in children's TV around the world. Frankfurt, Main u.a.: Lang 2012

Geschlechterverteilung bei HeadautorInnen, RegisseurInnen und ProduzentInnen im international vermarkteten Kinderfernsehen- Analyse anhand des MIPJunior -Katalogs (2010-2012)

Kinderfernsehen ist ein Produkt von Menschen. Sie arbeiten im Team, haben gleichzeitig aber klar organisierte Hierarchien. Die Rolle des Produzenten oder der Produzentin ist die Organisation und meistens auch Vermarktung des Gesamtproduktes. An seriellen Programmen arbeiten meist mehrere AutorInnen, es gibt aber stets einen Headautor bzw. eine Headautorin, der/die entweder bei geringerer Anzahl die Bücher selber schreibt oder mit den anderen AutorInnen koordiniert und diese brieft. Schließlich hat jede Folge einen Regisseur oder eine Regisseurin, der/die nach Maßgabe des Produzenten oder der Produzentin und auf Basis des Drehbuchs das Endprodukt inszeniert.
Aus geschlechterspezifischer Perspektive ist nun zu fragen: Wer produziert Kinderfernsehen und findet sich die rechtlich proklamierte Gleichheit von Mann und Frau auch in der Produktionsmacht wieder? Um dieser Frage nachzugehen, wertete das IZI anhand des Katalogs der MIPJunior-Programmmesse aus 3 Jahren aus, welche Geschlechterverteilung sich in der Produktion von Kinderfernsehen abzeichnet.
Die Ergebnisse finden Sie hier.

Literatur:
Götz, Maya: Wer produziert Kinderfernsehen? In: Televizion, 26/2013/2, S. 18-19.

Germany’s next Topmodel (2009)

Mit nahezu 50 % Marktanteil bei den 12- bis 17-Jährigen wöchentlich ist Germany’s next Topmodel eines der zur Zeit erfolgreichesten Formate bei Mädchen. Was begeistert Mädchen an dieser Castingshow? Was nehmen sie sich bewusst und unbewusst mit?

Literatur:
Goetz, Maya /Gather, Johanna: Wer bleibt drin, wer fliegt raus? Was Kinder und Jugendliche aus Deutschland sucht den Superstar und Germany's Next Topmodel mitnehmen. In: TelevIZIon 23/2010/1, S. 52-59;
Götz, Maya (Hrsg.): Die Fernsehheld(inn)en der Mädchen und Jungen. Geschlechterspezifische Studien zum Kinderfernsehen. München: kopaed 2013

Mädchen aus verschiedenen Kulturen diskutieren Disney-Prinzessinnen (2009-2010)

In Kinderklassikern wie Aladdin, Pocahontas und Mulan werden Prinzessinnen eines fremden Landes zu exotischen Hauptakteurinnen. Was nehmen Mädchen sich aus diesen Bildern mit, insbesondere wenn sie selbst die „exotischen anderen“ sind? Befragt werden Mädchen in den USA, China, Indien und Fiji mit diversen ethnischen Hintergründen.

Literatur:
Nastasia, Diana / Uppal, Charu: In:"Ich möchte so sein wie sie". Maedchen aus verschiedenen Kulturen diskutieren Disney-Prinzessinnen. Televizion, 23/2010/2, S. 17-20 und Televizion, 23/2010/E

Kleine und große Helden für Jungen. Männerbilder im Kinderfernsehen (2009–2010)

Analysiert werden erfolgreiche Helden des jungenaffinen Kinderfernsehens wie Avatar, Yu-Gi, SpongeBob sowie ausgewählter Filme auf die impliziten Anschlüsse an typischen Jungenthemen.

Literatur:
Götz, Maya (Hrsg.): Die Fernsehheld(inn)en der Mädchen und Jungen. Geschlechterspezifische Studien zum Kinderfernsehen. München: kopaed 2013

Qualität für Mädchen und Jungen (2008)

Anhand des Diskussionsstands in der Mädchen- und Jungenforschung werden die aktuellen Forschungsergebnisse daraufhin beleuchtet, was sie für qualitätsorientiertes Kinder- und Jugendfernsehen bedeuten. In regelmäßigen Diskussionsrunden im kleinen Kreis und in Zusammenarbeit mit Fernsehverantwortlichen wird an der konkreten Umsetzung der Erkenntnisse gearbeitet.

Literatur:
Reminder: Guidelines for Gender Sensitivity

Der Körper der globalen Mädchen und Jungen. Analyse des Körpers von Mädchen- und Jungenfiguren (2008–2009)

Anhand der internationalen Stichprobe wurden die Körper der global vermarkteten Zeichentrickfiguren auf das Verhältnis der Becken-Hüft-Schulter-Proportion hin vermessen. Es zeigen sich deutlich geschlechterspezifische Tendenzen und eine Hypersexualisierung der Mädchenfiguren.

Literatur:
Margit Herche/Maya Götz: The global girl’s body.
In: TelevIZIon, 21/2008/E, S. 18-19,
Forschungsergebnisse Mädchen – Jungen – Fernsehen,
Götz, Maya, Herche, Margit: „Wespentaille und breite Schultern. Der Körper der "globalen" Mädchen- und Jungencharaktere in animierten Kindersendungen. In: Götz, Maya (Hrsg.): Die Fernsehheld(inn)en der Mädchen und Jungen. Geschlechterspezifische Studien zum Kinderfernsehen. München: kopaed 2013, S.63-78.

Konsumorientierung und Geschlecht im Kinderfernsehen weltweit (2008–2009

Anhand einer internationalen Stichprobe wurden die Ausprägungen von konsumorientiertem Verhalten bei Fernsehfiguren im Kinderfernsehen untersucht und insbesondere hinsichtlich ihrer Geschlechtertendenzen quantitativ und qualitativ analysiert.

Literatur:
Chan, Kara: „Das muss ich unbedingt haben“. Konsumorientierung und Gender im Kinderfernsehen. In: Götz, Maya (Hrsg.): Die Fernsehheld(inn)en der Mädchen und Jungen. Geschlechterspezifische Studien zum Kinderfernsehen. München: kopaed 2013, S.111-120

Erotisierung des Kinderfernsehens (2008–2009)

Anhand einer internationalen Stichprobe wurden die Ausprägung und das Zusammenspiel von Erotisierung von Mädchenfiguren und Handlung zum Beispiel in den Serien Winx Club und Bratz untersucht.

Literatur:
Prinsloo, Jeanne: „You sexy thing". Zur Sexualisierung von Mädchen im Kinderfernsehen. In: Götz, Maya (Hrsg.): Die Fernsehheld(inn)en der Mädchen und Jungen. Geschlechterspezifische Studien zum Kinderfernsehen. München: kopaed 2013, S.79-91.

Mutter = Hausfrau und Papa geht arbeiten? Geschlechterverhältnisse in den Familienbildern im Kinderfernsehen (2008–2009)

Anhand einer internationalen Stichprobe wurde die Darstellung von Familien im Kinderfernsehen insbesondere unter geschlechterspezifischer Perspektive untersucht.

Literatur:
Lemish, Dafna: Von der Idealfamilie bis "Kinder allein zu Haus". Darstellung von Familien im internationalen Kinderfernsehen. In: Götz, Maya (Hrsg.): Die Fernsehheld(inn)en der Mädchen und Jungen. Geschlechterspezifische Studien zum Kinderfernsehen. München: kopaed 2013, S.139-153.

Anime and Gender (2008–2009)

Anhand einer internationalen Stichprobe werden Ausprägungen und Hintergründe für die Hypersexualisierung von Mädchenfiguren in Anime herausgearbeitet und kontextualisiert.

Literatur:
Spry, Damien. Mach sie dünner, mach sie kurvenreicher". Die sexualisierte Kindlichkeit von Mädchen in japanischen Animes. In: Götz, Maya (Hrsg.): Die Fernsehheld(inn)en der Mädchen und Jungen. Geschlechterspezifische Studien zum Kinderfernsehen. München: kopaed 2013, S.121-137.
Spry, Damien. Mach sie dünner, mach sie kurvenreicher". Die Sexualisierung von Mädchen in japanischen Cartoons. TelevIZIon, 26/2013/2, S. 16.

Children’s Television Worldwide: Gender Representation (2007–2008)

In 24 Ländern wurde 2007 eine repräsentative Stichprobe des jeweiligen relevanten und frei empfangbaren Kinderfernsehens aufgezeichnet und inhaltsanalytisch untersucht. Im Mittelpunkt dieser bisher weltweit größten Studie zum Kinderfernsehen standen dabei die Geschlechterbilder im fiktionalen Kinderfernsehen.

Literatur:
Maya Götz u.a.: Gender in children’s TV worldwide. In: TelevIZIon, 21/2008/E, S. 4-9,
Website: www.childrens-tv-worldwide.com,
Götz, Maya (Hrsg.): Die Fernsehheld(inn)en der Mädchen und Jungen. Geschlechterspezifische Studien zum Kinderfernsehen. München: kopaed 2013
Götz, Maya (Hrsg.); Lemish, Dafna (Hrsg.): Sexy girls, heroes and funny losers. Gender representations in children's TV around the world. Frankfurt, Main u.a.: Lang 2012

Qualitätsfernsehen und Jungen (2008)

In dieser Studie beurteilen Jungen preisgekrönte Programme des Prix Jeunesse International mit männlichen Hauptdarstellern wie Girls, Secret Thoughts oder Stark! Kevin und vergleichen sie mit erfolgreichen Serien wie Kim Possible, Yu-Gi-Oh! oder SpongeBob Schwammkopf

Literatur:
Reinhard Winter/Gunter Neubauer: Große Helden für kleine Jungs. In: TelevIZIon, 20/2007/2, S. 4-10 und TelevIZIon, 22/2009/E,
Götz, Maya (Hrsg.): Die Fernsehheld(inn)en der Mädchen und Jungen. Geschlechterspezifische Studien zum Kinderfernsehen. München: kopaed 2013

Wollen Kinder sexualisierte Fernsehfiguren? (2008)

Anhand von veränderten Varianten der Figuren von Bibi Blockberg und Cloe aus Bratz wurde auf repräsentativem Niveau getestet, welche Körperform Mädchen und Jungen zwischen 3 und 12 Jahren am besten gefällt.

Literatur:
Maya Götz: Do children want skinny cartoon characters? In: TelevIZIon, 21/2008/E, S. 20-21

Was stört Kinder weltweit an der Darstellung von Mädchen und Jungen im Fernsehen? (2008)

In 21 Ländern malten über 1.000 Kinder, was sie daran stört, wie Mädchen und Jungen im Fernsehen dargestellt werden.

Literatur:
Christine Bulla/Margit Herche: “They are skinny and boring. In: TelevIZIon, 21/2008/E, S. 28-29

Wie dekonstruieren Kinder und Jugendliche Genderinszenierungen? (2007–2009)

Geschlechterstereotypen werden unter anderem durch typische Gestik und Körperhaltungen stilisiert. Anhand von Fotografien und Sendungsausschnitten werden Kinder und Jugendliche in 12 Ländern daraufhin befragt, ob sie diese Stereotypen stereotyp verstehen und wie sie sich selbst körpersprachlich stilisieren würden.

Literatur:
Corinna Kramp: Performing gender in postures. In: TelevIZIon, 21/2008/E, S. 52-53

Die Lieblingsfiguren von Mädchen und Jungen (2004–2010)

In dieser breit angelegten Studie werden Mädchen und Jungen nach ihren Lieblingsfernsehfiguren und ihrer Bedeutung befragt. Ausgehend von jeweils 40 Fallstudien von Mädchen und Jungen wurden typische Bedeutungen von Figuren für die Lebensbewältigung herausgearbeitet und vor dem Hintergrund der Geschlechterforschung interpretiert. Auf repräsentativem Niveau werden quantitativ in mehreren Stichproben die Lieblingsfernsehfiguren der Mädchen und Jungen und ihr jeweiliger Gebrauchswert erfragt.

Literatur:
TelevIZIon 19/2006/1, TelevIZIon 20/2007/2 und TelevIZIon 21/2008/E
Götz, Maya (Hrsg.): Die Fernsehheld(inn)en der Mädchen und Jungen. Geschlechterspezifische Studien zum Kinderfernsehen. München: kopaed 2013

Welches Geschlecht haben Helden? (1999)

Geschlechterspezifische Untersuchung der Hauptfiguren im Kinderfernsehen (IZI 1999). Auf der Basis der jährlichen Stichprobe "Bestandsaufnahme zum Kinderfernsehen" wurden 474 Sendungen explizites Kinderfernsehen hinsichtlich der geschlechterspezifischen Verteilung und Tendenzen in den Hauptrollen untersucht.
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Literatur:
Götz, Maya: Männer sind die Helden: Geschlechterverhältnisse im Kinderfernsehen. In: TelevIZIon 12/1999/1, Seite 34-38

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