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Großer Bär oder Wagen / Ursa maior (UMa)

Sternbild Großer Wagen
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Großer Bär

Großer Bär oder Großer Wagen? Sie haben sicher beide Namen schon einmal gehört - aber woher kommen die zwei Bezeichnungen? Ganz einfach: Der Große Wagen oder auch Himmelswagen ist ein Teil des Großen Bären, gebildet aus den sieben hellsten Sternen des Sternbildes, die den trapezförmigen Wagen mit der markanten Deichsel bilden. Das ganze Sternbild Großer Bär dagegen ist noch um einige Sterne größer, die aber allesamt weniger hell sind als die des Wagens. Der Himmelswagen ist wohl das bekannteste Sternbild am Nordhimmel, durch seine typische Form leicht zu finden. Und nicht nur das: Den Großen Wagen können Sie das ganze Jahr hindurch sehen, zu jeder Stunde der Nacht.

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Der Große Bär geht über Bayern niemals unter - er ist ein zirkumpolares Sternbild: Er ist dem Polarstern, um den sich der ganze Sternenhimmel scheinbar dreht, so nahe, dass er ihn in 24 Stunden einmal umwandert. Bei den Römern wurde der Große Wagen aus diesem Grund die "sieben Dreschochsen" genannt: Die sieben hellsten Sterne des Sternbilds bewegen sich um den Polarstern wie Ochsen um den Göpel einer Dreschmaschine. Diese Ochsen zu hüten, ist Aufgabe des benachbarten Sternbilds Bärenhüter, der daher auch Ochsentreiber genannt wird. Im Norden streift der Große Bär den Horizont, bleibt aber immer sichtbar. Doch an Herbstabenden trottet er tief im Norden entlang. Erst im Frühjahr kommt er allmählich wieder hervor und steigt immer höher den südlichen Himmel hinauf, bis er im Mai schon am frühen Abend hoch im Zenit steht, senkrecht über Ihnen. Im Sommer verabschiedet er sich wieder und zieht sich in der ersten Nachthälfte in den Nordwesten zurück.

Der Frühling ist also die beste Zeit, das Sternbild genauer anzusehen. Denn den Großen Wagen kennt fast jeder - aber kennen Sie den ganzen Großen Bären? Kopf und Beine leuchten weitaus schwächer als die sieben Sterne des Wagens, doch mit etwas Übung werden Sie den riesigen Bären leicht erkennen: Sein Kopf weist Richtung Westen, sein Schwanz (die Deichsel des Wagens) nach Osten. Seine Vorder- und Hinterläufe finden Sie im Süden - wie eine Reihe strahlender Doppelpunkte.

Starhopping vom Großen Wagen zum Polarstern
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Starhopping zum Polarstern

Wegweiser über den Himmel

Mit Hilfe des Himmelswagens können Sie sich gut am Himmel orientieren. Etwa, um den Polarstern zu finden: Verlängern Sie die Hinterachse des Wagens, die Linie vom Stern Merak zu Dubhe, etwa ums Fünffache, dann landen Sie genau beim Polarstern, dem Himmelsnordpol. Im Frühjahr lotst Sie der Große Bär auch zum Frühlingsdreieck: Wenn Sie das letzte Stück der Deichsel verlängern, stoßen Sie auf einen auffallend hellen, rötlich leuchtenden Stern: Arktur im Sternbild Bärenhüter.

Die Große Bärin der Mythologie

Der lateinische Namen Ursa Maior bedeutet Große Bärin. In der griechischen Sagenwelt war die Große Bärin eigentlich die Nymphe Kallisto, aus dem Gefolge von Artemis, der Göttin der Jagd. Göttervater Zeus fand ausgesprochen großes Gefallen an Kallisto und versuchte sie zu verführen - indem er die Gestalt ihrer Herrin Artemis annahm. Das Kunststück gelang und Kallisto wurde auch gleich schwanger. Das wiederum erboste Artemis derart, dass sie ihre Gefährtin in eine Bärin verwandelte. Und als Bärin wäre Kallisto beinahe von ihrem Sohn Arkas getötet worden, der seine Mutter in der Tiergestalt nicht erkannte. Das wiederum erbarmte Zeus: Er verwandelte auch Arkas in einen Bären - den Kleinen Bären (auch: Kleiner Wagen) - und versetzte beide an den Himmel. Und weil er sie bei ihrem Schwanz griff und zu den Sternen schleuderte, sind die Schwänze des Kleinen und des Großen Bären (jeweils die Deichseln der Wagen) auch so lang.

Scheinbare und echte Doppelsterne  

Mizar und Alkor im Sternbild Großer Wagen/Bär
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Mizar und Alkor

Schon mit bloßem Auge können Sie im Großen Wagen einen Doppelstern erblicken: Über dem Deichselstern Mizar finden Sie das "Reiterlein": den weniger hellen Stern Alkor. Sie brauchen scharfe Augen, denn Alkor ist nur zwölf Bogenminuten von Mizar entfernt - daher nennt man das Paar auch "Augenprüfer". Die beiden bilden aber nur einen scheinbaren Doppelstern. In Wirklichkeit sind sie drei Lichtjahre voneinander entfernt und stehen in keinem physischen Verhältnis zueinander. Doch jeder von beiden gehört zu einem echten Mehrfachstern, dessen einzelne Komponenten sich umkreisen: Alkor ist ein Dreifachsystem, Mizar ein Vierfachsystem: Schon mit einem Fernglas können Sie Mizar in zwei Komponenten auflösen: Die beiden sind 14,4 Bogensekunden voneinander entfernt. Bei lichtspektroskopischen Untersuchungen kann man feststellen, dass jede dieser beiden Komponenten wiederum aus zwei Einzelsternen besteht - ein Doppel-Doppelstern.

Sternhaufen

Der Große Wagen hat auch einen Sternhaufen zu bieten - allerdings ist er nicht so auffallend wie etwa die Plejaden im Stier: Fünf der hellsten Sterne des Großen Wagens - Merak, Phekda, Megrez, Alioth und Mizar - bewegen sich mit gleicher Richtung und Geschwindigkeit durchs All und bilden damit einen so genannten Bewegungshaufen - einen lockeren, kaum als Gruppe erkennbaren Sternhaufen, dessen Sterne den gleichen Ursprung haben. Der Ursa-Maior-Bewegungshaufen oder Bärenstrom ist nur 75 Lichtjahre von uns entfernt. Nicht alle Sterne des Haufens sind im Sternbild Großer Bär zu finden - auch Sirius im Wintersternbild Großer Hund gehört vermutlich zum Bärenstrom.

Nebel im Großen Bären  

Eulennebel M97
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Der Eulennebel

Sind Sie mit einem guten Fernglas oder einem Teleskop ausgerüstet? Dann nehmen Sie den Großen Bären ruhig mal genauer unter die Lupe. Das Sternbild hat einige schöne galaktische und extragalaktische Objekte zu bieten! Der Große Bär liegt weit von der Milchstraße entfernt, außerhalb der Sternentstehungsgebiete. Deshalb können Sie in dem Sternbild auch kaum junge Objekte unserer Galaxie entdecken. Doch ein hübscher Planetarischer Nebel ist zu finden - der nur etwa 6.000 Jahre alte Eulennebel (Messier-Objekt M97, NGC 3587).

Andere Galaxien  

Galaxien M81 und M82
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Galaxien M81 und M82

Der Blick zum Großen Bären führt zum Rande unserer eigenen Galaxie - und darüber hinaus: Unzählige fremde Sternsysteme können Sie in diesem Sternbild erblicken. Ein paar der schönsten möchten wir Ihnen hier vorstellen: Gleich neben dem Eulennebel etwa finden Sie die Galaxie M108 (NGC 3556). Ein sehr lohnendes und auch für Amateure einfaches Objekt ist die M81-Galaxiengruppe über den Schultern des Bären - zwölf Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Zu ihr gehören die Galaxien M81 (NGC 3031), M82 (NGC 3034), NGC 3077, NGC 2976 und acht weitere, kleinere Galaxien. M81 und M82 gehören physikalisch zusammen - die beiden Galaxien interagieren.

Deep-Sky-Objekte im Großen Bären
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Auffindkarte

Schwache Brücken aus intergalaktischem Gas wurden zwischen den Galaxien entdeckt - vermutlich sind die Sternsysteme einst zusammengestoßen. Entdeckt wurden sie im 18. Jahrhundert. M81 ist eine der schönsten Spiralgalaxien des Nordhimmels, sehr symmetrisch mit deutlich erkennbaren Spiralarmen. Auch die Galaxie M101 (NGC 5457) lohnt einen Versuch mit dem Fernrohr. Die so genannte Wagenrad-Galaxie ist die hellste Galaxie in einer Gruppe von neun Sternsystemen. Sie ist etwa 27 Millionen Lichtjahre entfernt und über dem vordersten Deichselstück zu finden.

Was Sie selbst mit einem besseren Teleskop nicht sehen werden, sind unzählige weitere Galaxien, im vorderen Teil der Deichsel des Großen Wagens gelegen. Hier befindet sich das Hubble Deep Field, das seit Jahren vom Weltraumteleskop Hubble untersucht wird.