21.11.2009
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Stand: 01.11.2009
Tausend Stern' am Himmel stehn - und darunter meist ein paar besonders helle, die gar keine Sterne sind: Unsere Planeten, früher auch "Wandelsterne" genannt, leuchten oft heller als die echten Sterne. Denn sie sind uns sehr nah und werden von der Sonne angestrahlt. In der Novembernacht reihen sie sich wie eine leuchtende Perlenkette aneinander. Es sind sie ersten Lichter, die in der Abenddämmerung erscheinen und die letzten, die morgens noch zu sehen sind.
Im November wird der Himmel schon etwa um halb sieben Uhr abends nachtschwarz - dann leuchtet Ihnen gleich ein helles Licht: Jupiter steht im Süden im Sternbild Steinbock. Der größte Planet unseres Sonnensystems ist nicht zu übersehen: Zwar nimmt er allmählich an Größe und Helligkeit ab, doch mit -2,4 mag scheinbarer Helligkeit übertrifft er alle Sterne.
Seine Scheibe ist mit einem scheinbaren Durchmesser von etwa vierzig Bogensekunden gigantisch groß. Mit einem guten Fernglas können Sie sogar die größten Monde Jupiters sehen. Er strebt allerdings jetzt schnell dem westlichen Horizont entgegen und geht im November schon zwischen zehn und halb zwölf Uhr unter.
Wettleuchten mit dem Mond
Vom 22. bis 24. November kommt es zu einem reizvollen Wettleuchten: Unser zum Halbmond wachsender Trabant zieht an Jupiter vorbei und strahlt mit dem Riesen um die Wette. Am ersten Abend taucht er rechts unter Jupiter auf, am 23. November steht die Sichel ganz dicht bei dem Planeten und abends darauf links darüber.
Keine vier Grad links über dem hellen Jupiter finden Sie mit einem guten Fernglas den äußersten der großen Planeten: Neptun ist jetzt im November noch gut zu beobachten. Zwischen fünf und sieben Uhr abends erreicht der Planet seine höchste Position über dem südlichen Horizont, dann wird der Himmel bereits finster. Doch für den fernen Gasplaneten brauchen Sie eine besonders klare Nacht: Neptun ist so viel weiter von uns weg als Jupiter, dass sein Scheibchen gerade mal zweieinhalb Bogensekunden misst - ein Zwanzigstel von Jupiters Scheibe. Mit einer Helligkeit von nur 7,8 mag ist Neptun mit bloßem Auge nicht mehr zu erkennen.
Ein Sternbild weiter links rückt noch ein großer Gasplanet heran: Uranus ist zwischen Wassermann und Fischen zu entdecken. Er ist eigentlich etwa genauso groß und hell wie Neptun, aber soviel näher bei uns, dass Sie ihn in sehr klaren Nächten gerade noch mit bloßem Auge finden können - als ganz schwaches Pünktchen mit nur sechs mag scheinbarer Helligkeit.
Gegen acht Uhr steht er im Süden, viel höher als Neptun und Jupiter zuvor. Mit 3,6 Bogensekunden scheinbarem Durchmesser ist er im Fernglas schon als Scheibchen auszumachen. Durch ein Teleskop erscheint er wie eine kleine, blaue Murmel. Sie haben Zeit zur Beobachtung, denn Uranus geht erst zwischen ein und drei Uhr nachts unter.
Im Osten ist unterdessen Mars aufgetaucht: Zwischen zehn und elf Uhr abends erscheint unser Nachbarplanet über dem Horizont und steigt steil im Osten empor. Bis er seine höchste Position im Süden erreicht, dämmert fast der Morgen. Der rötlich leuchtende Planet mausert sich im November: Sein Scheibchen wächst auf fast zehn Bogensekunden Durchmesser an - das ist etwa ein Viertel von Jupiters scheinbarer Größe. Mars wird um eine halbe Größenklasse heller und strahlt am Monatsende mit -0,11 mag. Bis zu seiner Opposition Ende Januar wächst seine Helligkeit um weitere 1,5 Größenklassen.
In der Nacht vom 8. auf den 9. November hat der Kriegsgott ein Stelldichein mit dem Halbmond, der ein kleines Stück rechts vom Planeten steht. Beide befinden sich im Sternbild Krebs, rechts und links vom Sternhaufen Krippe. Doch Mars ist sehr flott am Firmament unterwegs: Bis zum Monatsende zieht er ein gehöriges Stück weiter in Richtung zum Löwen.
Vor Sonnenaufgang wird es dann noch einmal spannend im Osten: Gegen halb vier, zum Monatsende schon zwei Stunden früher, geht Saturn in der Jungfrau auf. Der große Ringplanet folgt Mars mit großem Abstand, erreicht aber eine gute Beobachtungshöhe, bis der Morgen dämmert. Mit etwa 1 mag scheinbarer Helligkeit ist der große Gasplanet etwas dunkler als der viel kleinere Gesteinsplanet Mars, da dieser uns viel näher ist. Doch Saturns scheinbarer Durchmesser ist mit etwa 16,5 Bogensekunden über die Hälfte größer. Am Morgen des 12. und 13. November ist die dünner werdende Mondsichel dicht beim Ringplaneten.
Mit einem Teleskop können Sie, sobald Saturn weit genug über den Horizont gestiegen ist, auch die Ringe um den Planeten wieder sehen. Nachdem Saturn Anfang September seine Tag-und-Nachtgleiche hatte, blicken wir inzwischen auf die Nordhälfte des Planeten. Die Ringe, die fast nur mehr ein Strich vor dem Planeten waren, öffnen sich jetzt wieder auf vier Grad.
Noch einen weiteren Morgenstern gibt es im November - zumindest in der ersten Monatshälfte. Kurz vor Sonnenaufgang können Sie ganz dicht über dem Horizont im Osten ein besonders helles Licht erblicken, die Venus. Unser Nachbarplanet strahlte viele Monate lang als Morgenstern, jetzt nimmt sie ihren Abschied. Sie rast auf die Sonne zu, hinter der sie verschwinden wird. Jeden Tag rückt sie daher dem Horizont näher und ist schlechter zu beobachten.
In den ersten Novembertagen können Sie die Venus noch gut sehen: Etwa um halb sieben steht sie noch knapp zehn Grad über dem Horizont. Ihr Scheibchen misst nur zehn Bogensekunden Durchmesser, weniger als das von Saturn. Doch dafür ist die Venus mit fast -4 mag scheinbarer Helligkeit das mit Abstand hellste Objekt am Himmel, von Sonne und Mond abgesehen.
Zwei unserer Planeten werden Sie im November gar nicht finden: Merkur, der innerste Planet des Sonnensystems, zieht am 5. November hinter der Sonne vorbei. Zum Monatsende taucht er zwar wieder im Westen am Abendhimmel auf, steht aber so dicht über dem Horizont, dass er unsichtbar bleibt. Und Pluto, der Zwergplanet am Rande unseres Sonnensystems, ist im November auch so tief im Westen, dass ihn der Dunst des Horizonts versteckt.
Weiter mit: Die Mondreise im November