10.02.2010
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Stand: 01.07.2009
Tausend Stern' am Himmel stehn - und darunter meist ein paar besonders helle, die gar keine Sterne sind: Unsere Planeten, früher auch "Wandelsterne" genannt, leuchten oft heller als die echten Sterne. Denn sie sind uns sehr nah und werden von der Sonne angestrahlt. Oft sind sie die ersten Lichter, die in der Abenddämmerung erscheinen und die letzten, die morgens noch zu sehen sind. Und in diesem Monat können Sie sich sattsehen: Fast alle Planeten des Sonnensystems tauchen am Firmament auf! Aber manche sind nicht leicht zu entdecken ...
Nach Sonnenuntergang können Sie im Juli am dämmrigen Himmel noch einen letzten Blick auf Saturn werfen, bevor er hinter der Sonne verschwindet. Der große Ringplanet steht tief im Westen im Sternbild Löwe, mit dem er etwa um Mitternacht untergeht, am Monatsende sogar schon um halb elf. Am 24. und 25. Juli ist der Anblick besonders reizvoll: Eine ganz junge, zarte Mondsichel taucht unter dem Planeten auf. Saturn nimmt an Größe und Helligkeit weiter ab, doch jetzt lohnt sich der Anblick wie nie: Wir können fast auf die Kante seiner Ringe blicken - ein feiner Strich im Teleskop.
Sollten Sie mit dem Teleskop unterwegs sein, dann bleiben Sie noch ein bisschen: Pluto, der Zwergplanet am Rand des Sonnensystems, ist im Juli noch gut zu beobachten. Seinen höchsten Punkt im Süden erreicht er in diesem Monat zwischen elf und ein Uhr, wenn der Himmel gerade dunkel genug geworden ist. Doch das winzige Pünktchen von nur 0,13 Bogensekunden scheinbarem Durchmesser am oberen Rand des Sternbilds Schützen können Sie nur in einem Teleskop ab etwa dreißig Zentimeter Öffnung sehen. In den Nächten um den 5. Juli stört allerdings der fast volle Mond, der unter dem Zwergplaneten hindurch zieht.
Noch in der späten Dämmerung steigt im Osten ein gigantisches Licht herauf: Jupiter, der größte unserer Planeten, erstrahlt zwischen Steinbock und Wassermann. Sein ruhiges, weißes Licht werden Sie nicht übersehen, denn der Planet ist kurz vor seiner Opposition und so hell und groß wie nie: Seine Scheibe hat einen Durchmesser von 48 Bogensekunden und hebt sich deutlich vom Sternenhimmel ab. Mit -2,8 mag scheinbarer Helligkeit ist er dazu um anderthalb Größenklassen heller als jeder Stern. Vom 10. bis 12. Juli zieht der fast noch volle Mond an Jupiter vorbei und strahlt mit ihm um die Wette.
Ganz dicht über Jupiter können Sie mit einem Fernglas eine spannende Entdeckung machen: Neptun begleitet den Giganten. Der blaue Gasplanet ist allerdings so viel weiter weg und kleiner als Jupiter, dass sein Scheibchen am Himmel nur etwas über zwei Bogensekunden misst. Und er ist mit knapp 8 mag so dunkel, dass er nicht mehr mit bloßem Auge zu sehen ist.
Die beiden Planeten bieten sich ein spannendes Rennen: Beide wandern scheinbar verkehrt herum übers Firmament nach Westen. Sie "drehen" gerade ihre Oppositionsschleife, die nur aus unserem Blickwinkel entsteht, während die Erde sie auf der Innenbahn überholt. Neptun hat einen kleinen Vorsprung, doch am 13. Juli holt Jupiter ihn ein und zieht mit nur einem halben Grad Abstand an Neptun vorbei. Im Herbst, wenn beide umkehren und "ganz normal" ostwärts wandern, beginnt das Rennen von Neuem.
Etwa eine Stunde nach dem ungleichen Duo taucht noch ein äußerer Planet im Südosten auf: Uranus, Neptuns Nachbar im Sonnensystem, erscheint zur Mitte der Nacht in den Fischen. Er ist mit knapp 6 mag scheinbarer Helligkeit zwei Größenklassen heller als Neptun und auch etwas größer, daher ist er gerade noch mit bloßem Auge zu sehen. Durch ein Teleskop erscheint er wie eine kleine, blaue Murmel. In den Nächten um den 13. Juli überstrahlt ihn jedoch der helle Mond.
Vor Sonnenaufgang rasen tief im Osten zwei Planeten als Morgensterne über den Himmel: Venus und Mars. Die Venus werden Sie nicht übersehen: Mit
Nur ein einziger Planet unseres Sonnensystems ist im Juli nicht zu finden: Merkur zieht gerade hinter der Sonne vorbei und bleibt unsichtbar. Haben Sie Probleme, die anderen Planeten am Nachthimmel zu entdecken? Er kann Ihnen dabei helfen: der Mond auf seiner Reise übers Firmament.
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