09.02.2010
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Von Heike Westram
Stand: 01.06.2009
Tausend Stern' am Himmel stehn - und darunter meist ein paar besonders helle, die gar keine Sterne sind: Unsere Planeten, früher auch "Wandelsterne" genannt, leuchten oft heller als die echten Sterne. Denn sie sind uns sehr nah und werden von der Sonne angestrahlt. Oft sind sie die ersten Lichter, die in der Abenddämmerung erscheinen und die letzten, die morgens noch zu sehen sind. Und in diesem Monat können Sie sich sattsehen: Alle Planeten des Sonnensystems tauchen am Firmament auf! Aber manche sind nicht leicht zu entdecken ...
Den ganzen Winter und Frühling lang herrschte er an unserem Himmel, doch jetzt verabschiedet sich der große Ringplanet Saturn allmählich: Wenn nach Sonnenuntergang der Himmel allmählich dunkelt, steht er schon tief im Westen unter dem Frühlingssternbild Löwe. Am Abend des 27. Juni strahlt die Mondsichel mit Saturn um die Wette.
Anfang Juni ist der Ringplanet noch bis etwa zwei Uhr zu sehen, am Monatsende nur bis Mitternacht. Da endet jetzt in den Weißen Nächten erst die Abenddämmerung. Damit werden die Bedingungen zur Beobachtung deutlich schlechter. Trotzdem sollten Sie Saturn einmal durch ein Teleskop betrachten: Denn zur Zeit blicken wir fast auf die Kante seiner Ringebene, die nur mehr wie ein Strich vor dem Planeten erscheint.
Sollten Sie mit dem Teleskop unterwegs sein, dann bleiben Sie noch ein bisschen: Pluto, der Zwergplanet am Rand des Sonnensystems, taucht etwa bei Sonnenuntergang im Osten auf. Zwischen ein und zwei Uhr - in der kurzen Spanne, da jetzt die Nächte wirklich nachtschwarz sind - erreicht er seinen höchsten Punkt über dem südlichen Horizont.
Pluto steht am 23. Juni in Opposition, von uns aus gesehen der Sonne genau gegenüber, und ist damit ideal zu beobachten. Doch das winzige Pünktchen von nur 0,13 Bogensekunden scheinbarem Durchmesser am oberen Rand des Sternbilds Schützen können Sie nur in einem Teleskop ab etwa dreißig Zentimeter Öffnung sehen. In den Nächten um den 9. Juni stört allerdings der noch sehr volle Mond, der unter dem Zwergplaneten hindurch zieht.
Zwischen Mitternacht und ein Uhr steigt im Südosten ein strahlendes Licht herauf: Der Gigant Jupiter erscheint dort zwischen den Sternbildern Steinbock und Wassermann. Zwar bleibt der größte Planet unseres Sonnensystems nah beim Horizont, doch er ist so groß und hell, dass Sie ihn nicht übersehen können:
Seine große Scheibe von etwa 45 Bogensekunden Durchmesser leuchtet in ruhigem, weißen Licht mit mehr als -2,5 mag heller als alle Sterne. In den Nächten zum 13. und 14. Juni kommt es zu einem reizvollen Wettleuchten: Der abnehmende Mond steht mal rechts, mal links über Jupiter.
Bildunterschrift: Blaue Murmel Neptun
Nur etwa zwei Grad rechts über Jupiter können Sie mit einem Fernglas eine spannende Entdeckung machen: Neptun begleitet den Giganten. Der blaue Gasplanet ist allerdings so viel weiter weg und kleiner als Jupiter, dass sein Scheibchen am Himmel nur etwas über zwei Bogensekunden misst. Und er ist mit knapp 8 mag so dunkel, dass er nicht mehr mit bloßem Auge zu sehen ist.
Neptun läuft dem großen Jupiter in winzigen Schrittchen davon: Seit Ende Mai wandert er scheinbar verkehrt herum übers Firmament nach Westen. Er "dreht" gerade seine Oppositionsschleife, die nur aus unserem Blickwinkel entsteht, während ihn die Erde auf der Innenbahn überholt. Doch Neptun wird seinem großen Bruder nicht entkommen: Auch Jupiter ändert am 15. Juni seine Richtung und wendet sich westwärts, Neptun hinterher. Im Juli zieht Jupiter an Neptun vorbei. Doch im Herbst, wenn beide wieder umkehren und "ganz normal" ostwärts wandern, beginnt das Rennen von Neuem.
Bildunterschrift: Uranus mit seinen Ringen
Etwa eine Stunde nach dem ungleichen Duo taucht noch ein äußerer Planet im Südosten auf: Uranus, Neptuns Nachbar im Sonnensystem, erscheint kurz vor der Morgendämmerung in den Fischen. Er ist mit knapp 6 mag scheinbarer Helligkeit zwei Größenklassen heller als Neptun und auch etwas größer, daher ist er gerade noch mit bloßem Auge zu sehen. Durch ein Teleskop erscheint er wie eine kleine, blaue Murmel. Allerdings sind die Beobachtungsbedingungen derzeit nicht ideal, da die Ekliptik morgens sehr flach verläuft. Uranus erreicht keine zwanzig Grad Höhe über dem Horizont, bis dieser zu hell wird. In den Nächten um den 16. Juni überstrahlt ihn der helle Mond, der vorbeizieht.
Am anderen Ende des Sternbilds Fische beginnt Anfang Juni ein Wettrennen in der Morgendämmerung: Die strahlend helle Venus jagt hinter dem roten Mars her. Die Liebesgöttin hat am 5. Juni ihren größten westlichen Abstand zur Sonne und hat dadurch ihren größten Glanz als Morgenstern:
Mit -4,3 mag strahlt sie ganze zwei Größenklassen heller als Jupiter, obwohl ihr Scheibchen gerade mal den halben Durchmesser misst. Jeden Tag entfernt sie sich auf ihrem Weg um die Sonne weiter von der Erde und wird dadurch immer kleiner und allmählich dunkler. Ihre Scheibe wird zugleich immer voller.
Unser Nachbarplanet Mars wirkt neben der Venus eher verloren: Mit nur 5 Bogensekunden Durchmesser ist er neben ihr winzig. Und mit nur 1 mag scheinbarer Helligkeit ist er um fünf Größenklassen dunkler. Und dann verliert er auch noch den Wettlauf mit der Venus: Am 19. Juni hat sie ihn eingeholt, jetzt stehen die beiden Planeten nur zwei Grad voneinander entfernt. Zugleich erstrahlt die zarte Mondsichel über dem Duo in der Dämmerung - ein sehenswerter Anblick.
Bei sehr günstigen Wetter- und Sichtbedingungen können Sie Mitte Juni noch einen weiteren Morgenstern erblicken: Merkur, der innerste Planet des Sonnensystems, hat am 13. Juni seinen größten Abstand zur Sonne und taucht um kurz nach vier Uhr am Horizont auf. Doch bleibt er so dicht am Horizont, dass er kaum an Höhe gewinnt, bis der Himmel zu hell ist. Sein winziges Pünktchen ist aber so strahlend hell, dass Sie ihn mit einem Fernglas ausmachen können, wenn Sie gute Sichtbedingungen zum Horizont haben. Am 21. Juni könnte Ihnen der Mond bei der Suche helfen: Seine hauchzarte Sichel ist ein letztes Mal vor Neumond zu sehen, ein kleines Stück über Merkur.
Haben Sie Probleme, die anderen Planeten am Nachthimmel zu entdecken? Er kann Ihnen dabei helfen: der Mond auf seiner Reise übers Firmament.
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