10.02.2010
Direkt zu ...
Von Heike Westram
Stand: 01.06.2009
Jeden Monat reist der Mond quer übers Firmament. Da unser Trabant in rund vier Wochen einmal die Erde umkreist, steht er jede Nacht ein Stück weiter östlich am Himmel. In 27,3 Tagen durchläuft er so alle Sternbilder entlang der Ekliptik und hat dabei strahlende Begegnungen.
Seine Reise beginnt unser Trabant in der Nacht zum 1. Juni als Halbmond im Frühlingssternbild Löwe, unter dem hellen Saturn. Gegen zwei Uhr geht er im Westen unter, wird aber jede Nacht ein bisschen länger zu sehen sein. Während seine Sichel anwächst, wandert der Mond durch Jungfrau und Waage.
Am 6. Juni hat der fast volle Mond eine sehenswerte Begegnung: Wenn er gegen halb neun Uhr abends aufgeht, steht er schon nahe bei Antares. Bis die beiden gegen halb fünf am nächsten Morgen untergehen, ist unser Begleiter dem roten Riesenstern im Skorpion auf nur ein Grad auf die Pelle gerückt. Von Nordamerika aus gesehen bedeckt der Mond Antares sogar.
Der Vollmond am 7. Juni steht bereits über dem Schwanz des Skorpions. In diesem tiefen Sommerbild wandert er so dicht über dem Horizont entlang, dass seine Scheibe Ihnen vielleicht größer als normal vorkommt. Doch lassen Sie sich nicht täuschen! Denn eigentlich ist der Mond gerade kleiner als im Durchschnitt, weil er auf seiner elliptischen Bahn um die Erde in den nächsten Tagen den entferntesten Punkt zu uns erreicht.
Leider wurde auf Ihrem System kein bzw.
ein veralteter Flash-Player gefunden oder Sie haben Javascript ausgeschaltet.
Sie können sich das Plug-In kostenlos
und unkompliziert unter nachstehendem
Link bei Adobe downloaden.
DOWNLOAD FLASH
In der zweiten Juniwoche wandert der allmählich wieder abnehmende Mond unter dem Zwergplaneten Pluto vorbei durch die Sternbilder Schütze und Steinbock, wo er in den Nächten zum 13. und 14. Juni auf Jupiter und Neptun trifft. Inzwischen geht er erst nach Mitternacht auf und ist stark geschrumpft. Als Halbmond finden Sie ihn in der Nacht zum 16. Juni nur fünf Grad nördlich von Uranus in den Fischen. Er ist nur noch in den Morgenstunden tief im Südosten zu finden. So stört er auch den Sternschnuppen-Schauer am folgenden Abend nicht.
Morgens am 19. Juni können Sie unter der dünnen Mondsichel zwei frische Morgensterne bewundern: Die helle Venus und der viel kleinere, dunklere Mars tauchen dort dicht nebeneinander über dem Horizont auf. Am 21. Juni werden Sie unseren Trabanten vermutlich zum letzten Mal erblicken, bevor er sich als Neumond am Taghimmel verbirgt. Und vielleicht, bei günstigen Bedingungen, entdecken Sie an diesem Morgen neben der Mondsichel einen ganz seltenen Gast: den kleinen Merkur.
Die junge Sichel am Abendhimmel wird diesmal schwer zu finden sein, da die Ekliptik jetzt abends sehr ungünstig verläuft. Am 24. Juni könnte es Ihnen erstmals gelingen, aber nur bei günstigen Sichtbedingungen zum Horizont. Als zarter Strich erscheint der Mond fast in einer Linie mit den hellsten Zwillingen Kastor und Pollux und geht schon gegen elf Uhr wieder unter. Von hier macht sich der Mond auf den Weg durch den Krebs und gelangt am Abend des 26. Juni wieder im Löwen an, dicht bei dessen hellstem Stern Regulus. Einen Abend darauf hat er seinen Rundgang übers Firmament vollendet: Sie finden seine schon wieder wachsende Sichel erneut unter dem Ringplaneten Saturn im Westen, wo sie um Mitternacht untergeht. So stört der Mond auch den zweiten Sternschnuppen-Schauer des Monats nicht.
Der Sterngucker erklärt, welche kosmischen Abläufe hinter den allabendlichen Phänomenen am Himmel stecken.