21.11.2009
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Von Heike Westram
Stand: 01.05.2009
Die Mainächte lohnen den Blick zum Himmel: Es gibt wieder Sternschnuppen zu zählen! Sternschnuppenschwärme werden auch Meteoritenschauer genannt. Sie entstammen dem Schweif von Kometen, die auf ihrer Reise um die Sonne eine Spur aus Staub und Gestein hinterlassen. Auf ihrer Bahn kreuzt die Erde immer wieder solche Schweifrückstände, die beim Eintritt in die Erdatmosphäre als Sternschnuppen verglühen.
Bildunterschrift: Die Sternschnuppen im Mai stammen vom Schweif des Halleyschen Kometen.
Der Halleysche Komet hat eine Staubspur hinterlassen, die wir immer Anfang Mai kreuzen. Die so entstehenden Sternschnuppen scheinen aus dem Sternbild Wassermann (Aquarius) zu kommen. Der Radiant der Sternschnuppen, von dem sie auszuströmen scheinen, liegt nahe des Sterns Eta (η Aqr). Daher heißen sie Eta-Aquariden oder auch Mai-Aquariden.
Der Radiant liegt sehr tief - denn der Wassermann steigt bei uns erst nach 2.00 Uhr über den Horizont. Am Äquator dagegen, wo der Wassermann hoch über den Himmel zieht, treten die Mai-Aquariden als prachtvoller Schauer mit 60, manchmal sogar 100 Meteoren in der Stunde auf. Doch auch in Bayern sollten Sie noch 20 Meteore pro Stunde sehen können. Viele davon ziehen eine lange Leuchtspur hinter sich her. Diese Schnuppen sind sehr schnell - mit etwa 65 Kilometern pro Sekunde schießen sie über den Himmel.
Die Kinderinsel erklärt den kleinen Sternguckern, was Sternschnuppen denn genau sind.
Fast den ganzen Mai blitzen die Eta-Aquariden am Himmel. Die meisten Sternschnuppen werden Sie in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai sehen können, da erreicht der Strom sein Maximum. Die beste Beobachtungszeit ist in den frühen Morgenstunden, wenn der Wassermann hochsteigt. Der Mond ist zwar in dieser Nacht schon recht voll und steht bis vier Uhr morgens am Himmel, doch zum Glück weit entfernt: Er versinkt gerade mit der Jungfrau im Westen, wenn der Wassermann im Osten erscheint.
Die Weißen Nächte von Mai bis August haben manchmal ein wunderschönes, seltenes Schauspiel am Abendhimmel zu bieten: In silbrig-blauem Schimmer leuchten Wolken für kurze Zeit auf. Ihre Eiskristalle werden von den letzten Sonnenstrahlen zum Leuchten gebracht. Leuchtende Nachtwolken sind selten, weil ganz besondere Bedingungen erfüllt sein müssen: Erst bei Temperaturen von minus 120 Grad Celsius bilden sich die leuchtenden Wolken. Und nur im Sommer finden sich in rund 80 Kilometern Höhe diese Temperaturen. Damit das Leuchten am dunklen Himmel auch zu sehen ist, muss die Sonne weit genug unter den Horizont gesunken sein. Zugleich darf sie aber nicht zu tief stehen, sonst reichen ihre Strahlen nicht mehr zu den Wolken.
Wenn Sie bei der Suche nach Sternschnuppen oder leuchtenden Nachtwolken eine sternklare Nacht erwischt haben, dann bleiben Sie noch ein bisschen: Denn jetzt erstrahlen am Nachthimmel endlich wieder die Sternbilder des Frühlings.
Der Sterngucker erklärt, welche kosmischen Abläufe hinter den allabendlichen Phänomenen am Himmel stecken.