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21.11.2009


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Der Sternenhimmel Giftgrüner Komet am Firmament

Mit etwas Glück können wir im März einen Kometen mit bloßem Auge am Himmel beobachten. Er ist ein ganz besonderes Exemplar: Sein langer Schweif leuchtet giftgrün - und "giftig" kann man bei ihm wörtlich nehmen!

Stand: 01.03.2009

Grüner Komet

Der grün leuchtende Komet heißt Lulin (auch C/2007 N3) und wurde im Juli 2007 entdeckt. Seinen Namen hat er von dem gleichnamigen Observatorium in Taiwan, in dem das erste Foto von ihm gemacht wurde. Bei guter Sicht wird Lulin im März ohne Teleskop sichtbar. Verpassen Sie diese Gelegenheit nicht, denn nur alle paar Jahre ist ein Komet mit bloßem Auge zu sehen!

In mondlosen Nächten zu sehen

Schon seit Ende Januar können Sie den Kometen Lulin durch ein Teleskop oder gutes Fernglas entdecken. In mondlosen Nächten wird er sogar für das bloße Auge sichtbar. Am besten waren dafür die Bedingungen am 24. Februar, als der Komet in Opposition zur Sonne stand. Seither entfernt er sich wieder von uns und lässt an Helligkeit nach. Mit rund 5 mag scheinbarer Helligkeit könnte er jedoch noch mit bloßem Auge zu sehen sein.

Rückwärts unterwegs

Sternkarte für den Kometen Lulin im März 2009

Bild vergrößern Bildunterschrift: Hier finden Sie den Kometen Lulin

Eine erste Sichtbarkeitsperiode ohne störenden Mond gibt es bis etwa zum zum 6. März, eine zweite von Mitte bis Ende März, doch ist Lulin dann schon deutlich lichtschwächer. Lulin bewegt sich fast genau auf der Ekliptik entlang - allerdings in umgekehrter Richtung: Er umkreist die Sonne retrograd, also andersherum als alle Planeten. Daher scheint er sich auch am Firmament rückwärts zu bewegen: Er zieht im März nach Osten durch die Sternbilder vom Krebs zu den Zwillingen und zum Stier. Je später im Monat, umso früher am Abend ist die beste Beobachtungszeit: Anfang März sollten Sie so um Mitternacht nach ihm Ausschau halten, Ende März schon abends um neun. Immer dann steht er an seiner höchsten Position im Süden.

Ein langer, grüner Schweif

Komet Lulin mit zwei Schweifen

Bild vergrößern Bildunterschrift: Der Komet Lulin hat rechts einen grünen Schweif und links ...

Im Februar flog dem Kometen Lulin sein langer, grüner Schweif noch scheinbar voraus. Denn ein Komet zieht diesen Ionen- oder Plasma-Schweif nicht hinter sich her, sondern dieser weist immer von der Sonne weg, da die Ionen vom Sonnenwind "davongeblasen" werden. Seit dem 24. Februar zieht der Schweif wieder scheinbar hinter dem Kometen über unser Firmament. Der kürzere, leicht gekrümmte Staubschweif reist Lulin dagegen schon immer hinterher.

Giftig, aber harmlos

Lulins grüne Farbe stammt von der chemischen Verbindung Cyan. Diese giftige Substanz kommt auf vielen Kometen vor. Außerdem gibt es auf Lulin auch Kohlenstoff-Moleküle, die ebenfalls grün leuchten, wenn sie von der Sonne angestrahlt werden. Eine Gefahr für die Menschheit ist Lulin nicht: Er nähert sich der Erde nur auf rund 60 Millionen Kilometer. Das ist knapp halb so viel wie der Abstand zwischen Erde und Sonne. Und selbst wenn die Erde durch seinen Kometenschweif fliegen würde, wäre dies nicht gefährlich.

Komet löste Panik aus

Aufnahme des Kometen Halley durch die Forschungssonde Giotto

Bild vergrößern Bildunterschrift: Aufnahme des Kometen Halley durch die Forschungssonde Giotto aus dem Jahr 1986

Schon vor knapp hundert Jahren sorgte der cyanhaltige Schweif eines Kometen für Aufregung. 1910 flog der Komet Halley an der Erde vorbei. Als Astronomen ankündigten, dass die Erde durch den Schweif des Kometen fliegen würde, erfasste viele Menschen Panik. Doch der Schweif war viel zu dünn, um die Erdatmosphäre zu durchdringen. Aber auch wenn ihm dies gelungen wäre, hätte die Menge an Cyan nicht gereicht, um ernsthaften Schaden anzurichten.

Weiter mit: Seltener Lichtkegel im März
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