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09.02.2010


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Schleimspur auf dem See Schnecken rasen unter Wasser

Schnecken sind bekanntlich nicht die schnellsten Tiere. Eine Wasserschneckenfamilie erreicht aber erstaunliche Geschwindigkeiten: Die Blasenschnecken schweben mit 7,2 Metern pro Stunde unter der Wasseroberfläche. Welchen Trick sie dabei anwenden, haben jetzt Forscher aus den USA herausgefunden.

Stand: 30.06.2008

Illustration Unterwasserschnecke

Das Erstaunliche dabei: Die schnellen Wasserschnecken benutzen genau wie die Landschnecken Schleim zur Fortbewegung. Wenn die Weichtiere an Land mit ihrem muskulösen Fuß genug Druck auf den Boden ausüben, verhält sich der Schleim an einigen Stellen wie eine Flüssigkeit. An anderen Stellen bleiben die Weichtiere wiederum fest auf dem Boden haften. So entsteht eine Scherspannung, die stark genug ist, damit die Tiere von der Stelle kommen. Bei der Wasserschnecke funktioniert die Fortbewegung auch mit Schleim, aber sie muss ihn anders einsetzen, weil sie keine feste Oberfläche zur Verfügung hat.

Fortbewegung auf gekraustem Fuß

Physidae

Bildunterschrift: Diese Blasenschnecke aus der Familie der Physidae findet man in vielen Aquarien.

Die Blasenschnecke lässt Luft in ihr Schneckenhaus und treibt so bis zur Wasseroberfläche. Dort zieht sie sich eine Schleimspur. Wie das funktioniert, haben Forscher von der Universität San Diego in Kalifornien beobachtet: Die Weichtiere kräuseln ihren Fuß zu kleinen Wellen, die sich automatisch bis in die Schleimschicht fortsetzen. An der Kontaktfläche mit der Luft bleibt der Schleim durch die Oberflächenspannung viel glatter als am Fuß. Dieser Unterschied reicht aus, damit die Schnecke vorwärts kommt.

Vorbilder für die Industrie

Schnauzenschnecke

Bild vergrößern Bildunterschrift: Schnauzenschnecken hängen auch gerne kopfüber unter Wasser.

Ob die Wellenbewegung allein den Schnecken zu rasenden Geschwindigkeiten verhilft, ist noch unklar. Möglicherweise spielen auch die mechanischen und die Fließeigenschaften des Schleims unter Wasser eine Rolle. Das herauszufinden ist nicht nur für die Forscher interessant. Auch die Industrie könnte sich die Kriechgewohnheiten der Schnecken zum Vorbild für neue Entwicklungen nehmen. Denkbar wären zum Beispiel Roboter, die unter der Wasseroberfläche kriechen.

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