09.02.2010
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Wir müssen unseren Ausstoß an Treibhausgasen verringern. Doch genau damit werden wir die globale Abholzung der Wälder vorantreiben - und so mehr Kohlendioxid freisetzen, als wir selbst sparen können. Diesen Teufelskreis hat jetzt eine Studie aufgedeckt.
Stand: 29.05.2009
Schon jetzt zerstört die massive Abholzung weltweit die Wälder: In jedem Jahr werden rund zwanzig Millionen Hektar Wald vernichtet - in erster Linie durch den Menschen. Und ausgerechnet ein Öko-Trend verschärft die Situation noch: Um unseren Ausstoß am Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) zu verringern, wurde in den letzten Jahren zunehmend auf die Verwertung von Pflanzen zurückgegriffen - als Biosprit oder zur Energiegewinnung durch Verbrennung. Der Anbau solcher "Energiepflanzen" ist derzeit so lukrativ, dass in manchen Regionen ganze Urwälder abgeholzt werden, um statt dessen etwa riesige Plantagen für das begehrte Palmöl anzulegen.
Vorrangiges Ziel der globalen Klimapolitik ist, die Emissionen von Kohlendioxid so schnell wie möglich und so weit wie möglich zu reduzieren: Bis 2050 sollte weltweit nur noch die Hälfte der Menge an CO2 ausgestoßen werden, die wir im Jahr 1990 in die Luft geblasen haben. Darum wird auch auf der diesjährigen UN-Klimakonferenz in Kopenhagen gerungen.
Das Joint Global Change Research Institute (JGCRI) der Universität Maryland (in englischer Sprache):
Doch US-Wissenschaftler zeigen jetzt, dass wir uns damit in einem fatalen Teufelskreis befinden: Forscher des "Joint Global Change Research Institute" der Universität Maryland errechneten mittels Computersimulationen, welche Auswirkungen dieser politische Kampf gegen die Treibhausgase haben könnte.
Solange die Politik nur gegen die Emissionen von CO2 vorgeht, die der Mensch verursacht, wird sie damit die Abholzung noch vorantreiben. Denn die Wälder werden aufgrund ökonomischer Interessen dem massenhaften Anbau der scheinbar klimafreundlichen Energiepflanzen in noch stärkerem Ausmaß als bisher weichen müssen, so der Projektleiter Marshall Wise. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnten die Urwälder komplett verschwunden sein.
Eine ökologische Katastrophe, nicht nur, weil ein einzigartiger Lebensraum und mit ihm unzählige Arten verschwinden. Sondern zugleich käme es auch zu einer CO2-Emission von gewaltigem Ausmaß: Wälder sind Kohlendioxid-Speicher. Mit den Blättern und Nadeln nehmen die Bäume Kohlendioxid aus der Luft auf und speichern es in Form von Kohlenstoff im Holz. In der Erdatmosphäre befinden sich etwa 750 Milliarden Tonnen CO2. Fast dreimal soviel, zwei Billionen Tonnen CO2, sind dagegen in unserem Planeten selbst gespeichert, zu einem großen Teil in den Wäldern.
Werden die Wälder weiter abgeholzt, heizen wir damit den Treibhauseffekt weiter an. Die US-Forscher schlagen daher vor, dass die Politik auch gegen diese Kohlendioxid-Emissionen vorgehen müsste, indem sie sie beispielsweise besteuert. Emissions-Zertifikate für jeden Hektar Wald. Nur so könnte man erreichen, dass sich die Wälder wieder ausdehnen und damit auch weiteres CO2 speichern.
In Deutschland werden durch die allmähliche Aufforstung jedes Jahr fast zwanzig Millionen Tonnen Kohlendioxid gebunden. Allerdings stoßen wir in Deutschland im Jahr fast fünfzigmal mehr Treibhausgase aus: Fast 950 Millionen Tonnen waren es 2008.
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