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09.02.2010


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Klimawandel Klimapolitik von Kyoto nach Kopenhagen

Ehrgeizige Ziele hatten sich die Vereinten Nationen bei der Weltklimakonferenz gesetzt: Eigentlich wollte man sich auf eine Vorschrift einigen, den Ausstoß an Treibhausgasen bis 2050 halbieren zu müssen. Leider wurde nichts daraus.

Stand: 19.12.2009

Symbolbild schmelzende Erde, Fahnenmeer

Viel schneller als befürchtet schreitet der Klimawandel voran, das machen die jüngsten Studien zur globalen Erwärmung klar. Und er wird uns teuer zu stehen kommen, auch in finanzieller Hinsicht. Die weltweite Politik muss dringend reagieren - mit globalen Programmen zum Schutz des Klimas. Das Kyoto-Protokoll, das längst nicht von allen wesentlichen Staaten unterzeichnet wurde, war ein erster Schritt. Doch es läuft 2012 aus. Das Abkommen von Kopenhagen sollte möglichst viele Staaten für die Zukunft verpflichten, gegen den Klimawandel anzugehen - in einer gemeinsamen, weltweiten Anstrengung.

Das große Ziel verfehlt

Den Ausstoß an Treibhausgasen bis 2050 halbieren - das war das große Ziel der Vereinten Nationen, um die fortschreitende Erwärmung aufzuhalten. Das Abkommen von Kopenhagen, Nachfolger des Kyoto-Protokolls, sollte dafür eigentlich den Weg bahnen. Doch weit gefehlt! 

Ergebnisse der Verhandlungen

Zähes Ringen der Nationen

Windrad vor Braunkohlekraftwerk Jänschwalde

Bildunterschrift: Mit Windmühlen kämpfen ...

Schwellenländer wie China und Indien fordern von den Industrienationen, ihre Emissionen stark zu senken, doch die USA und Japan bieten nur wenige Prozent Reduzierung an. Europa, das sich schon zu zwanzig Prozent Emissionssenkung verpflichtet hat und sogar dreißig Prozent anbietet, möchte sich wiederum nicht zu konkreten finanziellen Hilfen für die vom Klimawandel stark betroffenen Entwicklungsländer verpflichten lassen.

Historische Schuld und zukünftige Sünder

Emissions-Liste

14,4 Prozent mehr Treibhausgase als 1990 produzieren die USA inzwischen, Deutschland hat dagegen seine Emissionen um 18 Prozent gesenkt. Diese Liste der UN zeigt, wer welche Treibhausgase ausstößt (Stand November 2008):

Bis heute wird der größte Teil der Treibhausgase von den Industrieländern ausgestoßen. Die Pro-Kopf-Emission wird bei uns noch auf Jahre die der Entwicklungsländer deutlich übersteigen. Die Industrieländer haben daher eine historische wie aktuelle Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel - so sieht es die Europäische Union. Doch es ist auch klar, dass uns die Entwicklungsländer auf dem fatalen Weg des Fortschritts folgen werden. 

Aufschwung ohne Emissionszuwachs

Smog in Peking

Bild vergrößern Bildunterschrift: Dicke Luft in China

Besonders in Schwellenländern wie China und Indien werden die Emissionen in den nächsten Jahren stark zunehmen. Ziel des Klimaschutzes ist es, dieses Wachstum an Treibhausgasen vom erwünschten wirtschaftlichen Wachstum zu entkoppeln - Fortschritt ohne CO2. Doch viele Entwicklungsländer fürchten: Strenge globale Regeln für den Klimaschutz könnten ihr Wirtschaftswachstum bremsen.

Unterstützung für Entwicklungsländer

Kyoto-Staaten

Wer hat das Kyoto-Protokoll ratifiziert? Eine aktuelle Liste der sogenannten Annex-I-Staaten (Stand Juni 2009):

Entwicklungsländer sollten zumindest ihren Zuwachs an Emissionen etwas dämpfen. Insbesondere die Entwaldung sollte gedrosselt werden, die die hauptsächliche Emissionsquelle in Entwicklungsländern darstellt.

Arme Länder werden die Einhaltung von Klimaschutzzielen in jedem Fall nicht alleine schaffen. Daher sollte die Konferenz in Kopenhagen auch ein "Klimaschutz-Regime" begründen, eine Finanzstruktur für den weltweiten Klimaschutz, die sowohl die Entwicklungsländer bei der Minderung des Treibhausgas-Ausstoßes finanziell unterstützt, als auch bei der Anpassung an die bereits eintretenden Folgen der globalen Erwärmung, von der besonders viele Entwicklungsländer hart getroffen werden.

Umweltorganisationen bieten fertigen Vertrag

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace, der World Wildlife Fund WWF, Germanwatch und andere internationale Nichtregierungsorganisationen hatten den Konferenz-Teilnehmern schwarz auf weiß vor Augen geführt, was sie von ihnen erwarten:

Sie hatten einen fertigen Vertrag ausgearbeitet - ein 140-seitiges Abkommen, das die Staaten in Kopenhagen nur noch unterzeichnen hätten müssen. Dieser "Climate Treaty" enthielt strikte Regelungen, zu denen sich die Staaten verpflichten müssten, um die CO2-Emissionen zu senken. Einige Beispiele:

  • Festlegung eines weltweiten Kohlenstoff-Budgets, das bis 2020 wieder auf das Niveau von 1990 sinkt, bis 2050 dann auf 20 Prozent dieses Niveaus.
  • Industriestaaten müssen dazu ihre Emissionen bis 2020 um vierzig Prozent senken, um Entwicklungsländern noch bis 2020 einen Anstieg zu erlauben.
  • Nichteinhaltung der vereinbarten Ziele wird mit empfindlichen Geldstrafen belegt.
  • Reiche Staaten zahlen ab 2013 jährlich 115 Mrd. Euro in einen weltweiten Fonds, der armen Ländern eine Anpassung an den Klimawandel ermöglicht und Naturkatastrophen als Folge des Klimawandels absichert.
  • Die Abholzung wird bis 2030 komplett gestoppt, da sie derzeit rund ein Fünftel der Kohlendioxid-Emissionen verursacht.
Weiter mit: Der Minimalkonsens von "Floppenhagen"
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