12.03.2010
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Von Julia Nether
Die Welthungerhilfe schlägt Alarm: Weltweit leidet über eine Milliarde Menschen Hunger. Im Jahresbericht 2009 der UN-Welternährungsorganisation (FAO) ist zu lesen, dass im Jahr 2009 die Zahl der Hungernden gegenüber dem Vorjahr um neun Prozent auf 1,02 Millarden Menschen angestiegen ist. Am schwersten betroffen sind die Menschen in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara.
Am 16. Oktober erinnert die Welternährungsorganisation (FAO) jährlich an den Hunger in der Welt. Die FAO rief den Tag 1979 ins Leben, mit dem Ziel, "Nahrung für alle" zu schaffen. In vielen Ländern werden Veranstaltungen zum Thema organisiert.
2009 blickt die UN-Organisation vor allem auf die Folgen der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise für arme Menschen. Sie fordert alle Staaten auf, Unterernährung auch in finanziell schwierigen Zeiten zu bekämpfen.
Ein Schälchen Reis oder ein Laib Brot kosten für viele Menschen in Entwicklungsländern ein Vermögen. Die Preise für Grundnahrungsmittel wie Reis und Weizen hatten sich schon im Jahr 2007 nahezu verdoppelt. In Haiti, Ägypten oder Indien protestierte die wütende und hungrige Bevölkerung. In manchen Ländern gibt ein Haushalt mehr als sechzig Prozent seines Einkommens für Nahrung aus - wir in Deutschland dagegen nicht einmal ein Zehntel. Teures Brot mag für uns Deutsche ein Ärgernis sein, für die Menschen in Bangladesch oder Haiti geht es ums nackte Überleben.
Zum Weltbevölkerungstag am 11. Juli 2009 hat das Statistische Bundesamt aktuelle Zahlen der UN über das Bevölkerungswachstum der Erde bekannt gegeben:
Über sieben Milliarden Menschen werden bis 2012 auf unserem Planeten leben, so die Prognose der Vereinten Nationen. Bis zur Jahrhundertmitte könnten es sogar über neun Milliarden sein. Insgesamt verläuft das Bevölkerungswachstum zwar langsamer als in den vergangenen Jahrzehnten. Doch nicht überall gleich: In Afrika explodieren die Bevölkerungszahlen: Zwischen 2010 und 2050 könnten sich auf dem Kontinent die Zahlen von rund einer auf zwei Milliarden Menschen verdoppeln.
Europa ist der einzige Kontinent, für den in Zukunft mit einer schrumpfenden Bevölkerung gerechnet wird. Während es 2010 nach UN-Schätzungen rund 733 Millionen Europäer geben wird, erwartet man für 2050 nur noch 691 Millionen. Das sind aber immer noch deutlich mehr als etwa 1950: Damals lebten in Europa 547 Millionen Menschen.
Die Weltbevölkerung betrug 1950 allerdings nur rund 2,5 Milliarden - über vier Milliarden Menschen weniger als heute und nicht einmal dreißig Prozent der erwarteten Bevölkerungszahl für 2050.
Der UN-Projektion zufolge wird Indien nach 2025 China als bevölkerungsreichstes Land ablösen. Im Jahr 2050 werden der Schätzung zufolge rund 1,61 Milliarden Menschen in Indien und rund 1,42 Milliarden Menschen in China leben.
Noch würden die Nahrungsmittel weltweit eigentlich ausreichen, um alle Menschen zu versorgen. Allerdings wird immer mehr Getreide an Tiere verfüttert oder zu Biokraftstoffen verarbeitet.
Ein Bauer besitzt eine Anbaufläche von einem Hektar. Dort kann er verschiedene Pflanzen anbauen: Getreide für die Lebensmittelproduktion, Raps für die Herstellung von Biosprit oder Futtermittel für Tiere. Er kann die Kühe melken und die Milch verkaufen oder die Tiere schlachten lassen, um das Fleisch in den Handel zu bringen. Welchen Ertrag erwirtschaftet der Bauer jeweils pro Jahr? Klicken Sie auf die Lupe, um die Grafik zu sehen.
Viele Faktoren sind dafür verantwortlich, dass die Preise für Lebensmittel steigen. Biosprit ist ein Baustein im Puzzle, die wachsende Weltbevölkerung und die größere Nachfrage nach Fleisch ein weiterer. Zudem haben viele Kleinbauern in Afrika und Asien keinen Zugang zu hochwertigem Saatgut, Dünger, Tierfutter sowie modernen Technologien. Auch Agrarsubventionen und Spekulationen an den Börsen tragen dazu bei, dass sich viele ärmere Menschen in Entwicklungs- oder Schwellenländern ihr tägliches Brot kaum noch leisten können.
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