21.03.2010
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Es heißt, Raben seien hinterhältig, diebisch und gemein. Der schwarze Vogel hat einen schlechten Ruf. Zu Unrecht: Wissenschaftler haben dem Unglücksraben auf die Krallen geschaut. Die Vögel im schwarzen Frack sind ausgesprochen schlau - und mehr als das ...
Forscher der Universität Oxford untersuchen seit längerem die Rabenvögel und ihr Verhalten. Bisher wusste man, dass die Tiere beispielsweise Stöckchen nutzen, um nach tief sitzenden Würmern zu stochern.
Bei einem Experiment mit Geradschnabelkrähen von der Pazifikinsel Neukaledonien konnten sich die Forscher nun davon überzeugen, dass die Vögel sogar drei Werkzeuge zielgerichtet hintereinander verwenden. Bei diesem Versuch versteckten die Forscher Nahrung in einem Loch. Nur mit einem speziellen Werkzeug konnte der Leckerbissen herausgefischt werden. Doch um dieses zu bekommen, mussten die Vögel erst zwei andere Werkzeuge nutzen. Einige Krähen schafften diese Aufgabe schon beim ersten Versuch. Dieses zielgerichtete Nutzen von Werkzeugen gilt eigentlich als Zeichen menschlicher Intelligenz.
Raben leben übrigens lebenslang mit dem gleichen Partner zusammen. Jedes Jahr zieht das Paar zwei bis fünf Junge heran, um die sich die Rabeneltern sehr fürsorglich kümmern. Doch junge Raben und Krähen fallen schnell mal aus dem Nest und hüpfen dann scheinbar verlassen auf dem Boden herum - was wohl den Ausdruck "Rabeneltern" prägte. Doch Mama und Papa Rabe sind stets in der Nähe, füttern und verteidigen ihren Nachwuchs.
Bildunterschrift: Die schwarzen Vögel sind als Aasfresser verschrieen.
Doch trotz der vielen Beweise ihrer Intelligenz waren und sind Raben nicht besonders beliebt. Als Galgenvogel war der Rabe verschrien, weil man den Aasfresser auf Schlachtfeldern als Leichenfledderer beobachten konnte. Heute plündern die größten unserer heimischen Singvögel eher Mülldeponien. Außerdem gelten sie auch als Lämmer- und Ferkelmörder. Meist treiben sie sich aber aus anderem Grund zwischen Ferkeln herum: Was die Schweinchen mögen, essen auch Raben gern - und das liegt oft frei zugänglich auf dem Boden herum. Übrigens: Lämmer gehören zwar in das natürliche Beutespektrum der Raben, sie bevorzugen allerdings Tot- und Nachgeburten.
Bildunterschrift: Rabenvögel spüren schwache oder kranke Tiere auf.
Raben scheinen einen sechsten Sinn für schwache und kranke Tiere zu haben. Landwirte haben beobachtet: Tage bevor bei einem Nutztier eine Lungenentzündung oder eine Durchfallerkrankung diagnostiziert wird, wird es schon von Raben gepiesackt. So gesehen, könnte der Vogel auch eine Hilfe bei der Nutztierhaltung sein, betont der Zoologe und Raben-Experte Hans-Dieter Wallschläger von der Universität Potsdam.
Unter den gefiederten Genies sind die Rabenvögel Spitzenreiter. Kolkraben können sogar sprechen, wenn ihnen einzelne Sätze lange genug vorgesprochen werden. Auch der Dialekt ihres Lehrmeisters ist dann noch zu erkennen. Den Inhalt ihrer Worte verstehen die Raben aber nicht. Noch nicht - zumindest wurde dies noch nicht nachgewiesen.
Biologisch gesehen gar keiner. Beide gehören zur Gattung "Corvus" in der Familie der Rabenvögel (Corvidae). Raben nennen wir die großen Vögel, Krähen dagegen die kleineren. Auch Dohle und Kolkrabe gehören zur Gattung. Zur Familie der Rabenvögel zählen unter vielen anderen auch die Elstern und Eichelhäher.
Trotz des typischen Gekrächze gehören Rabenvögel übrigens zu den Singvögeln.