10.02.2010
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Freitag Morgen, 7.18 Uhr: Eine dicke, graue Rolle erscheint an Münchens Horizont und walzt in atemberaubendem Tempo über die Stadt und weiter über Bayern hinweg. Wir haben bei unserem Meteorologen nachgefragt, woher diese Wolkenwalze kam - und was an ihr so besonders ist.
Stand: 17.07.2009
Die spektakuläre Walze war eine sogenannte "Roll Cloud", bei uns Böenwolke oder Wolkenwalze genannt. Typisch für diesen Wolkentyp ist, dass er sich um eine horizontale Achse zu rollen scheint, völlig losgelöst von anderen Wolken. Auch wenn die Wolkenwalze aussieht wie ein flach liegender Tornado: Mit diesem Sturmtyp hat sie nichts zu tun.
Wolkenwalzen entstehen aus einer Gewitterfront. Setzt in der ursprünglichen Gewitterwolke plötzlich Niederschlag ein, werden Luftmassen so stark abgekühlt, dass sie absacken. Dabei heben sie die zum Gewitter strebenden warmen und feuchten Luftmassen an, es kommt zu einer walzenförmigen Bewegung mit extremer Thermik - und die Wolke walzt los.
Diese Böenlinie, die Wolkenwalze, ist mit hohem Tempo unterwegs und eilt dem Gewitter weit voraus. Dabei entfernt sie sich auch sehr weit von ihrem ursprünglichen Unwetter. Die Böenwalze vom Freitag beispielsweise stammte aus den Gewitterfronten, die zu dem Zeitpunkt gerade Baden-Württemberg erreichten. Vom Bodensee aus walzte die Böenlinie dann über Oberbayern hinweg - mit einer Geschwindigkeit von sechzig Kilometern in der Stunde.
Durch das hohe Tempo haben die Wolkenwalzen selbst oft starke Windböen im Gepäck. Für Drachen- oder Gleitschirmflieger und kleinere Flugzeuge kann sie gefährlich werden, für den Beobachter am Boden ist sie dagegen harmlos.
Nur das Grillfest am gleichen Abend - das können Sie getrost absagen, denn die Wolkenwalze kündet schon von der Kaltfront, die ihr folgt. Aber das verrät Ihnen ja auch der Wetterbericht des Bayerischen Rundfunks rechtzeitig ...
Weiter mit: Potzblitz und DonnerwetterWolkenwand über Bayern: Seltenes Wetterphänomen sorgt für StaunenSeit heut früh ist sie unterwegs - eine einzigartige Wolkenwand aus dem Südwesten. Sie zieht über Bayern hinweg. Bayern 1-Meteorologe Michael Sachweh erklärt, woher diese Wolkenwalze kommt, wie schnell sie unterwegs ist, und warum solche Wolken so selten sind.