10.02.2010
Direkt zu ...
Von Georgia Tscharke
Stand: 27.03.2009
Sie sind nicht etwa Lesemuffel, sondern können sich nicht länger als eine halbe Stunde auf die Wörter konzentrieren. Sie verlesen sich oft, verrutschen in andere Zeilen und schließlich scheinen die Buchstaben zu tanzen. Rund fünf Prozent der Schüler einer Jahrgangsstufe leiden unter der Lese- und Rechtschreibstörung Legasthenie, die es den Betroffenen schwer macht, fehlerfrei zu lesen oder zu schreiben.
Diese Schüler verdrehen ähnlich aussehende Buchstaben wie "b" und "d" und "q" und "p". Sie nehmen manche Wortsilben nicht richtig wahr oder reihen sie falsch aneinander. Außerdem können sie ähnlich klingende Laute wie "p" und "b" oder "d" und "t" häufig nicht unterscheiden. Das Schreiben und Lesen bereitet ihnen Mühe und mit jedem Schultag werden die Probleme größer. Menschen mit einer Lese-Rechtschreibstörung sind nicht weniger intelligent als andere, die Legasthenie ist eine Teilleistungsschwäche und betrifft nur das Lesen und Schreiben.
Für diese Teilleistungsschwäche führen Wissenschaftler biologische Ursachen an, die individuell unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Diese bleiben im Erwachsenenalter bestehen. Im Gegensatz dazu weisen Schüler manchmal nur vorübergehend Anzeichen der Legasthenie auf, was auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen ist. Dazu zählen eine Erkrankung, eine schwere seelische Belastung oder ein Schulwechsel.
Daneben gibt es auch die Rechenschwäche, die so genannte Dyskalkulie. Rund 130.000 Schülerinnen und Schüler in Deutschland sind von der Rechenschwäche betroffen. Das Phänomen ist bei weitem nicht so gut erforscht wie die Schreib- und Leseschwäche. Die betroffenen Kinder zählen häufig heimlich mit den Fingern oder sie verwechseln die Rechenarten.
Weiter mit: Merkmale und Folgen der Leseschwäche