BR-online (zur Startseite)
Bayerischer Rundfunk

10.02.2010


BR-Navigation


Wissen



Inhalt

Studentendemos in Bayern Buhs und "Banküberfälle"

Mit Vorlesungen unter freiem Himmel, Hörsaal-Besetzungen, Protestcamps und Großdemonstrationen in acht Städten haben sich die Schüler und Studenten in Bayern am bundesweiten einwöchigen Bildungsstreik beteiligt. In München wurde Kultusminister Spaenle gnadenlos niedergebuht. Besonders nahmen die Studenten die Banken aufs Korn.

Stand: 19.06.2009

Bildungsstreik

Als symbolische Banküberfälle titulierten sie Aktionen am Donnerstagnachmittag in München und Würzburg. In München sah das so aus, dass mehr als 30 Studentinnen und Studenten auf einmal in eine Filiale der Dresdner Bank strömten, um sich nach Studienkrediten zu erkundigen. Dadurch sollte der Betrieb an den Schaltern vorübergehend lahmgelegt werden. Die Filialleiterin machte indes nach kurzer Diskussion von ihrem Hausrecht Gebrauch und bat die Studierenden, die Filiale zu verlassen. Diese folgten der Aufforderung. Die Polizei, die mit rund 15 Kräften angerückt war, musste nicht eingreifen.

Die Geldinstitute stehen für die Studenten exemplarisch für die ungerechte Verteilung der Geldmittel. Kindergärten, Schulen und Hochschulen seien seit Jahren unterfinanziert - für Banken in der Krise hingegen würden innerhalb weniger Tage Milliarden-Beträge mobilisiert.

Tausende bei Demos

Den Höhepunkt der von der bundesweiten Initiative "Bildungsstreik 2009" ausgerufenen Protestwoche hatten die Großdemonstrationen in acht bayerischen Uni-Städten am Mittwoch gebildet."Freie Bildung für alle" und "Bildung statt Banken" war auf den Spruchbändern zu lesen. Ihre Träger skandierten dazu: "Dichter und Denker statt Bachelor und Banker". "Wir haben mit 3.500 Demonstranten angefangen, dann wurden es 5.000", freute sich Stefan Liebl, Mit-Organisator vom Bündnis "Bildungsstreik 2009" in München.

Obwohl er ihre Forderungen ablehnt, versuchte Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) am Mittag in der Innenstadt mit den Studenten in Dialog zu treten – ein praktisch aussichtloses Unterfangen. Der Minister wurde mit Buhrufen empfangen, seine Antworten auf Fragen von Studenten gingen größtenteils in Protestrufen unter. "Wo gehobelt wird, da fliegen Spaenle", riefen die Demonstranten. Und: "Spaenle muss weg." Als der Minister versuchte, einen Lautsprecherwagen zu erreichen, kam es zu Rangeleien.

In Würzburg versammelten sich nach Polizeiangaben etwa 1.500 Schüler, Studierende und auch Elternvertreter aus der Stadt und dem Umland. In Nürnberg waren rund 2.000 und in Augsburg rund 1.500 Menschen dem Demo-Aufruf gefolgt. Weitere Protestmärsche gab es in Regensburg, Bayreuth, Bamberg und Eichstätt.

Democamps auf dem Campus

Bereits seit Montag protestierten Aktionsbündnisse von Studenten und Schülern in mehr als 70 Städten mit Democamps und Vorlesungen unter freiem Himmel gegen Studiengebühren, überfüllte Klassen und Seminare sowie ein vollgestopftes Programm im G8 und beim Bachelor. 

Stimmen Sie ab!
Sollen Studiengebühren wieder abgeschafft werden?

85,7%


14,3%

 

Diese Abstimmung ist keine repräsentative Umfrage. Das Ergebnis ist ein Stimmungsbild der Nutzerinnen und Nutzer von BR-online, die sich an der Abstimmung beteiligt haben. Jede Stimme wird einmal gezählt. Mehrfachklicks werden nicht gewertet.

Vor der Ludwig-Maximilians-Universität in München, der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg und der Otto-Friedrich Universität in Bamberg bauten Studenten Democamps auf. Unter dem Motto "Schule macht krank" wurde am Dienstag ein Münchner Gymnasium "unter Quarantäne" gestellt. Studenten und Schüler in Schutzanzügen verteilten Flugblätter mit den zentralen Forderungen des Bündnisses Bildungsstreik.

Die Streitpunkte
 
Studiengebühren

Studiengebühren

Im Sommersemester 2007 wurden die Studiengebühren zum ersten Mal in Bayern erhoben. Bis zu 500 Euro müssen die Studierenden pro Semester zahlen. Doch die Studienbeiträge bleiben weiterhin umstritten, da nach Ansicht vieler Studenten das Geld in marode Bauten statt in die Verbesserung der Lehre gesteckt wird. Außerdem seien viele Studierende gezwungen, neben dem Studium noch mehr zu arbeiten, was wiederum das Studium erschwert bzw. verlängert.

Bachelor

Bachelor

Im Zuge des Bologna-Prozesses wurde die Mehrzahl der Studiengänge in Europa inzwischen auf Bachelor- und Master-Abschlüsse umgestellt. Doch der Bachelor gilt auch in Dozentenkreisen als Schmalspurstudium, da es zu verschult sei und man keine eigenen Schwerpunkte im Studium setzen könne. Auch der vereinfachte Wechsel ins Ausland - ein Kernstück des Bachelor-Studiums - ist noch nicht wirklich möglich, da die Inhalte von Land zu Land zu unterschiedlich sind.

Lehrer

Lehrer

Mehr Lehrer fordern die Eltern - und sogar der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle ist willig, dem nachzukommen. Gerade in den Fächern Mathematik, Physik und Latein werden händeringend Lehrer gesucht - und meist nicht gefunden. Dabei ist das Kultusministerium bereit, tausend neue Lehrer einzustellen. Zur Not dürfen inzwischen auch Quereinsteiger und diplomierte Ingenieure in den Lehrerberuf einsteigen.

Klassenstärke

Klassenstärke

Das Thema Klassenstärke geht mit dem Thema "Mehr Lehrer braucht das Land" eng einher. Denn nur, wenn mehr Lehrer eingestellt werden, kann auch die Klassenstärke gesenkt werden. Allerdings ist eine Senkung der Klassenstärke auf 25 bis maximal 32 Schülern an Gymnasien im kommenden Schuljahr noch nicht möglich.

Notendruck

Notendruck

Der erhöhte Leistungsdruck ist besonders an den bayerischen Gymnasien zu beobachten, seit im Schuljahr 2004/05 das achtjährige Gymnasium eingeführt wurde. Da der Lehrplan nicht entsprechend gekürzt wurde, lernen bayerische Schülerinnen und Schüler den gleichen Lernstoff wie früher, nur alles ein Jahr früher. Gut für leicht lernende Schüler, schlecht für diejenigen, die längere Zeit fürs Lernen brauchen.

Reaktionen

Unterstütztung für die die Protestkundgebungen kam von den Gewerkschaften Verdi und GEW, SPD und Grünen, Elternverbänden sowie dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband. Liberale und konservative Studentenverbände lehnen die Proteste dagegen ab.

Die Vorsitzende der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, zeigte im ZDF ebenfalls Verständnis für die Anliegen der Studierenden und räumte Versäumnisse bei der Umsetzung der Hochschulreform ein. Zwar verteidigte sie prinzipiell das Bachelor-Master-System, kündigte aber die Überprüfung einzelner Studiengänge an.


Das meinen die User von BR-online
 
1

Höchste Zeit, dass sich etwas ändert!

Die Bildungspolitik für einen High-Tech-Standort wie Bayern ist eine Schande. Offenen Auges werden begabte und hoch begabte Kinder, die oft Spätentwickler sind oder einfach mehr Zeit zur "Reife" benötigen, gnadenlos aussortiert und demotiviert und gehen dem Standort Bayern und Deutschland dadurch massenweise verloren - welch eine Verschwendung unseres einzigen Rohstoffes. Es ist schrecklich, wie selbstgefällig und unkritisch in Bayern Bildungspolitik betrieben wird und selbst nach Wahlklatschen wie bisher weitergewurstelt wird - selbst Fachleute aus dem Ausland (Stichwort UNESCO) werden dann noch öffentlich als unqualifiziert und inkompetent abqualifiziert. Es ist höchste Zeit, Druck von der Straße zu entwickeln. (Fritz Thümmler, Freising)

2

Schade Deutschland!

Bildung hat, wenn wir eine moderne Gesellschaft sein wollen, absolute Priorität! Die Studiengebühren führen, wie leider auch die Hartz-IV-Gesetzgebung eindeutig zu einer Gesellschaft in Klassen bzw. in Arm und Reich, Gebildete und Ungebildete. (Richard Reimer, Berlin)

3

JEDER Student kann 500 Euro aufbringen

Ich studiere selber und bin ehrlich gesagt sehr froh, dass es jetzt Studiengebühren gibt. Bei uns hat sich die Situation, insbesondere das Angebot von zusätzlichen Tutorien und Übungen, stark verbessert. Zudem kann meiner Meinung nach JEDER Student 500 Euro pro Semester aufbringen. Da reicht schon ein Nebenjob mit fünf Stunden pro Woche. (Philipp Schneider, Karlsruhe)

4

Betr. JEDER Student kann 500 Euro aufbringen

Mag sein, dass das in deiner Welt so ist. De facto ist das allerdings nicht jedem so einfach möglich. Im besten Fall bedeutet es, dass man für die 500 Euro einige Stunden mehr jobben muss. Im schlechtesten Fall bedeuten 500 Euro, dass jemand, der großes intellektuelles Potenzial mitbringt, sich gegen ein Studium entscheidet, weil er aus finanziell beengten Verhältnissen stammt. Er wird später vermutlich weniger verdienen und seine gesellschaftliche Teilhabe geringer sein. Unserem Land entgeht sein wirtschaftliches Potenzial, sowohl als Steuerzahler als auch als potenzieller Innovationsträger. Kurz: Die Mehreinnahmen, die alle Unis eines beliebigen Bundeslandes zusammen durch Studiengebühren haben, belaufen sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag pro Bundesland. Das sollte im Landeshaushalt für Bildung noch übrig sein. Falls im Einzelfall nicht, ist der Bund in der Pflicht. Bildung ist die Zukunft unseres Landes. Die Politik sollte sich dringend an den Begriff Generationengerechtigkeit erinnern - als Wert und Inhalt, nicht als hohle Phrase. (Mark Weinmann)

5

Die Studierenden sind unsere Zukunft

Der Unmut der Studierenden ist korrekt. Sie sind unsere Zukunft. (Ralph Steinkönig, Karlsruhe)

6

Ein Abschluss für ein ganzes Berufsleben ist altbacken

Die Bildungspolitik in Bayern ist deutlich besser als ihr Ruf. Zum Thema Spätentwickler und Selektion höre ich immer wieder herzzerreißend ahnungslose Kommentare. Ich habe von 1998 bis 2002 an der FH München Maschinenbau studiert. In meinem Studiengang waren zwei Drittel der Studierenden nicht am Gymnasium (kamen also von BOS oder FOS). Heute studiere ich in einem Masterstudiengang neben meiner Vollzeitbeschäftigung als Berechnungsingenieur. In diesem Studiengang hat ebenfalls jeder Zweite nicht die Allgemeine Hochschulreife. Ohne eine genaue Umfrage gemacht zu haben, ist mein Eindruck, dass unter denen ein besonders hoher Anteil eine Promotion plant. Klar der Weg ist aufwendig und hart. Aber Bildung hat etwas mit sich mühen (studieren) zu tun. Die Frage Maurer oder Manager stellt sich also wirklich nicht nach der vierten Klasse. Das ist die alte sozialdemokratische Mottenkiste. Vielmehr sollte die Verästelung von Lernen und Beruf vielmehr intensiviert werden. Ein einmaliger Abschluss für ein ganzen Berufsleben ist wirklich altbacken. Wenn sich diese Erkenntnis durchsetzte wird auch der Übertritt auf das Gymnasium weniger hysterisch gesehen. (Eberhard Krauss, München)

7

Weg mit dem permanenten Leistungsdruck

Es ist ein Unding zu glauben, eine funktionierende Gesellschaft ließe sich auf permanentem Leistungsdruck, Diebstahl der Kindheit, Ersticken jeglicher Kreativität, kritischer Reflexion und Spaß am Lernen sowie Ausrichtung der Lerninstitutionen auf rein wirtschaftliche Interessen einiger weniger gründen. Das fördert die Auswüchse, die unsere Gesellschaft immer unmenschlicher macht: Gier, Egozentrik, Machtgeilheit. Es ist mehr als zynisch von unseren Unbildungspolitikern und deren Ohrenbläsern, wenn man die Lernbedingungen verschärft, ohne dabei passende Rahmenbedingungen zu schaffen. Ich sag deshalb: Weg mit dem kranken System und Ablösung derer, die den Müll produzieren und unterstützen. (Marcus Michler, Gemünden)

8

500 Euro sind zumutbar

Ich finde, dass es den Studenten schon zuzumuten ist, 500 Euro aufzubringen. Man darf nicht vergessen, dass Studenten später dann auch besser verdienen. Ich finde die Studiengebühren voll gerechtfertigt, vielleicht sollten sich die Berufsstudenten mal überlegen, ob sie nicht einen Job annehmen wollen. (Marcel Chytil, Hallbergmoos)

9

Keine Studiengebühr für das Erststudium

Alle "Reformen" des Herrn Stoiber waren bildungspolitisch kontraproduktiv: Studiengebühr für Erststudium, unüberlegte Einführung des G 8, Büchergeld, Personaleinsparungen. Das Gegenteil dieser "Reformen" des reformwütigen Selbstdarstellers Stoiber sollte angestrebt werden: Keine Studiengebühr für das Erststudium, überlegte Reform des G 8, kein Büchergeld, mehr Personal für Bildung, Ausbau der Unis! (Karl Pöschl, Kirchdorf i. Wald) [Anmerkung der Redaktion: Das Büchergeld wurde 2008 wieder abgeschafft.]

10

Spätzünder haben keine Chance

Das gesamte Schulsystem ist unmenschlich. Man teilt die Kinder schon sehr früh in "Versager" und "Elite" ein. Spätzünder haben keine Chance. Ich habe direkt Angst vor der vierten Klasse, weil meine Tochter zwar begabt ist, aber lieber auch mal Zeit zum Spielen hat, als nur den ganzen Tag zu lernen. Dürfen das Kinder heute in Deutschland nicht mehr? Und wenn das Kind es ins Gymnasium schafft, muss ich es dann vom Sportverein abmelden, weil es keine Zeit mehr hat? (Elke Klier-Schöttl, Itzgrund)

11

Zu hoher Leistungsdruck macht jeden krank

Ich stimme den demonstrierenden Studenten in allen Punkten zu und bin der Meinung, dass die Bildungsbedingungen für die Schüler und Studenten verbessert werden müssen. Kleinere Klassenstärken, keine überfüllten Hörsäle, weniger Leistungsdruck und keine Studiengebühren finde ich wichtig. Stress, Lärm, Überforderung und zu hoher Leistungsdruck machen jeden krank, Kinder und junge Erwachsene noch mehr als Erwachsene. Wir sollten ein angenehmeres Bildungsklima für unsere Kinder möglich machen. Die Politik muss handeln. Schön, dass sich die jungen Leute wehren und auf ihre Situation aufmerksam machen. (Simone Boden, München)

12

Soziale Selektion muss aufhören

Die soziale Selektion im deutschen Bildungssystem muss aufhören. Wir leisten uns den "Luxus", begabte Kinder von Bildung fernzuhalten (...) und wundern uns dann, dass wir keine Fachkräfte haben oder dass diejenigen, die das Studium doch wagen, aufgrund von Nebenjobs, die nötig sind, dann ausgebrannt sind und lange brauchen. Und das alles, während man den Banken und Unternehmen Milliarden schenkt. (Alessandro Fuschi, München)

13

Nur 15 Prozent der BA-Studierenden gehen ins Ausland

Die Umstellung auf Bachelor/Master-Abschlüsse muss korrigiert, im besten Fall rückgängig gemacht werden. 1. Das deutsche Diplom ist international anerkannt und renommiert; die Abschaffung desselbigen schädigt das Renommee deutscher Universitätsbildung unnötig. 2. Die Umstellung auf BA/MA sollte die Internationalisierung stärken. Das Gegenteil ist der Fall: Eine HIS-Umfrage zeigt, dass bedingt durch die Verschulung und die neuen Stundenpläne nur 15 Prozent der BA-Studierenden Zeit haben, ins Ausland zu gehen. Unter den Diplomstudenten sind es zum Vergleich 35 Prozent. Fazit: Ziel verfehlt, Situation zusätzlich verschlechtert. 3. Die Umstellung auf BA/MA sollte den Wechsel zwischen den Universitäten erleichtern. Durch die engen Stundenpläne/Curricula ist ein Wechsel schwieriger als zuvor. Viele Universitäten limitieren die Anerkennung von an anderen Unis erbrachten Leistungen gar pauschal auf 50 Prozent. Fazit: Ziel verfehlt, Situation zusätzlich verschlechtert. 4. Der BA-Abschluss sollte berufsqualifizierend sein. Faktisch ist er in der Arbeitswelt nur wenig anerkannt. Fazit: Ziel verfehlt. 5. Vielmehr gilt in der Wirtschaft der MA-Abschluss als dem Diplom gleichwertig. Der Zugang zu diesem ist allerdings stark beschränkt: Fazit: Eine im Vergleich zum vorherigen System gleichwertige Bildung wird vielen Studenten vorenthalten; anstatt mehr gut ausgebildete Absolventen zu entlassen, limitiert das neue System die Anzahl hoch qualifizierter Absolventen. Ob das außer einer Ersparnis für den Kostenträger Sinn macht? (Stefanie Petermüller, Würzburg)

14

Erziehung zu "Duckmäusern" und "Jasagern"

Auch in Regensburg wird gestreikt. Leider müssen die Schüler der Regensburger Gymnasien damit rechnen, dass sie einen Verweis bekommen bzw. bestraft werden, wenn sie sich am Streik beteiligen. Ich habe meiner Tochter trotzdem erlaubt, am Streik teilzunehmen, und werde auch bei der Kundgebung anwesend sein. Ich finde es sehr traurig, dass unsere Kinder in einer Demokratie zu "Duckmäusern" und "Jasagern" erzogen werden. Es geht doch um ein sehr wichtiges Thema! (Marile Ossovsky, Regensburg)

15

Bildung als Ware

Ich bin selbst Student und die derzeitige Situation mit den modularisierten Studiengängen (BA/MA) lässt im Gegensatz zum alten System sehr wenig Zeit für Wohnung, Uni und sportliche Aktivitäten übrig. Dazu kommt, dass in der semesterfreien Zeit oft Proseminare und Exkursionen liegen, welche die potentielle Arbeitszeit einschränken. Viele Studenten haben somit keine Zeit in einem Jahr mindestens 5500 Euro (günstigste mir bekannte Wohnlage in meiner Uni-Stadt + strengste Sparsamkeit + 2x Studiengebühr) zu verdienen. Wie soll das ein Student aus ärmeren Verhältnissen schaffen? Bildung scheint wohl doch eine Ware geworden zu sein in Deutschland! (B. Schöls, Eichstätt)

Zur Übersicht: Bildung
Quelle
  •  
  • RSS
  • Atom

Weitere Informationen

Sendungsinfo