09.02.2010
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Weil sie aus zahlreichen komplexen Methoden besteht, ist die Astrologie eine Kunst für sich. Über die man sich nicht einig ist: Es gibt einfach zu viele Richtungen, das methodische Vorgehen kann sich von Astrologe zu Astrologe wandeln. Es gibt jedoch einige feste Regeln, denen alle folgen.
Stand: 03.08.2009
Astrologen beziehen sich darauf, dass sich die Planeten bewegen und um die Sonne kreisen, die Sterne dagegen an ihrem angestammten Platz am Himmelszelt verharren. Diese sogenannten Fixsterne werden in ganz bestimmte Gruppen, die Sternbilder, eingeteilt. Von unserem Blickwinkel aus steht die Sonne stets in einem von ihnen.
Weil das Sternbild, in dem die Sonne gerade steht, auf die jeweilige Jahreszeit schließen lässt, hatten schon die Babylonier das Jahr dementsprechend in zwölf gleich lange Zeitabschnitte aufgeteilt: in die Tierkreiszeichen Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann und Fische.
Der Begriff kommt aus dem Lateinischen. In welchem Tierkreiszeichen "der Aufsteigende" gerade steht, hängt von der Uhrzeit und dem Aufenthaltsort auf der Erde ab.
Ähnlich wird auch ein Tag unterteilt: Von der Erde aus gesehen erscheint zwölf Mal täglich ein neues Tierkreiszeichen am Horizont. Der Punkt am Horizont, an dem das neue Tierkreiszeichen aufgeht, wird als "Aszendent" bezeichnet.
Ein Horoskop ist zunächst nichts anderes als eine Momentaufnahme des Sonnensystems aus Sicht der Erde - und gerade deshalb eine ziemliche Friemelei: Die "Stundenschau" bezieht sich immer auf einen bestimmten Zeitpunkt, einen bestimmten Ort und die dazugehörige Stellung der Planeten. Wie die Gestirne bei der Geburt eines Mannes am 9. Mai 1950 um 4.35 Uhr in Regensburg standen, können Astrologen in bestimmten Tabellen, den sogenannten Ephemeriden, nachschlagen.
Lässt ein Astrologe ein Geburtshoroskop nicht automatisch binnen Sekunden von einem Computerprogramm erstellen, wird er zu einem Vordruck greifen. Auf diesem sind die zwölf Tierkreiszeichen bereits wie Zahlen auf einem Zifferblatt angeordnet. Der Sterndeuter schlägt die wichtigen Punkte in den Tabellen nach, zeichnet auf das Grad genau den Aszendenten in den Tierkreis ein und verbindet ihn mit dem gegenüberliegenden Punkt, dem Deszendenten. Als nächstes markiert er das Medium Coeli, die "Himmelsmitte", die den höchsten Punkt im Horoskop darstellt. Das Imum Coeli, die "Himmelstiefe", liegt diesem gegenüber.
Außerdem trägt der Astrologe die damalige Stellung von Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto ein. Sie alle werden in der Astrologie als Planeten bezeichnet, für jeden gibt es ein anderes Symbol. Den Sterndeuter interessiert, wie diese zehn Himmelskörper zueinander stehen. Befinden sie sich in einer bestimmten Distanz zueinander, bilden sie einen sogenannten Aspekt, der wiederum eine ganz bestimmte Bedeutung hat.
Der Beruf des Astrologen ist gesetzlich nicht näher definiert und unterliegt keiner staatlichen Aufsicht - theoretisch könnte sich jeder "Astrologe" nennen. Das Recht, diesen Beruf auszuüben, ist durch das Grundrecht der Berufsfreiheit geschützt.
Nun wird der Tierkreis noch in zwölf sogenannte Häuser eingeteilt. Hier gibt es mindestens zwanzig Varianten. Eine der einfachsten: Der Tierkreis wird einfach in zwölf gleich große Teile aufgespalten. Das erste Haus schließt dann unten an den Aszendenten an, durchnummeriert wird entgegen dem Uhrzeigersinn. Allein das Erstellen eines Horoskops kann schon länger als eine Stunde dauern - und danach geht es erst recht ans Eingemachte: Aus den Einzelbedeutungen hunderter Variablen muss nun eine Gesamtdeutung aufgebaut werden.
Weiter mit: Das Geheimis des Horoskopsalpha-Centauri: Wandern Planeten? Lange Zeit galt das Gesetz, dass Planeten immer auf der gleichen Bahn um ihre Sonne kreisen - weiter innen Gesteinsplaneten wie die Erde und weiter draußen Gasplaneten. Bis man 1995 einen Gasplaneten entdeckte, der sehr nah an seinem Stern war. Wie kam er dorthin?