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Medienkompetenz:
9. Mediendesign

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Zusammenfassung

"Was gut aus sieht, verkauft sich auch gut." Volker Matthies bringt mit dieser altbewährten Weisheit gleich zu Anfang auf den Punkt, welche Rolle das ansprechende Aussehen für alle Medien auf dem gigantischen Medienmarkt spielt.

Gäste im Studio: Susanne Büchtung und Uwe Göbel

Themen :

  1. Fernsehdesign
  2. Printdesign
  3. Webdesign
  1. Fernsehdesign
  2. Um sich im Kampf um das Publikum durchzusetzen, um unverwechselbar und gut wiedererkennbar zu sein, braucht man ein einprägsames und ansprechendes Design. Seitdem das öffentlich-rechtliche Fernsehen durch die kommerziellen Sender Konkurrenz bekommen hat, gilt dieser Grundsatz, der für Printmedien immer schon zutraf, auch für den TV-Markt.

    Welches Design ein Sender wählt, um damit attraktiv und gut wiedererkennbar zu sein – es geht dabei um das unverwechselbare Profil, die Corporate Identity – , hängt zum einen von seiner Zielgruppe ab.
    Beispiel Kabel 1: Dieser Sender kaufte in den USA ein ganzes Designpaket, um eine junge Zielgruppe anzusprechen und sich als neuer Spielfilmsender auf dem Markt zu positionieren. Ein Designpaket kann alles umfassen, angefangen vom Logo des Senders und sonstigen Grafikelementen über den Trailer, der als Vorspann vor den Sendungen oder den Werbeunterbrechungen läuft, und ausgesuchte Musik bis zum kompletten Studiodesign.
    Um die Corporate Identity eines Senders zu wahren, darf man das Design nicht ständig ändern. Etwa alle fünf Jahre braucht ein Sender, wie Henriette von Hoessle (Kabel 1) sagt, einen "ganz neuen look".

    Das Design soll zum anderen "die Philosophie" einer Sendung wiedergeben. Es wird bestimmt durch das, was in den jeweiligen Sendungen vermittelt werden soll.
    Beispiel: die ZDF-Show für junge Familien: Jede Sekunde zählt. Um gleichzeitig die Eltern und die Kinder anzusprechen, wählten die Grafiker für diese Show einen "Game-Look wie in einem Computerspiel". So Martin Sambauer von der zuständigen Agentur Alles wird gut.

    Jedes Erfolg versprechende Design gehorcht außerdem der Mode, schon deswegen braucht es von Zeit zu Zeit ein neues Gesicht.

  3. Printdesign
  4. Bei der Gestaltung von Zeitungen, Zeitschriften und Büchern gelten dieselben Grundsätze wie beim TV:
    Das Design soll auf die Produkte aufmerksam machen und die Corporate Identity der Hersteller wahren. Es wird bestimmt durch den zu vermittelnden Inhalt, die Zielgruppe und den Zeitgeist.

    Die Zielgruppe bestimmt das Verhältnis von Text und Bild:

    Eberhard Wolf
    "Wenn ich eine Zielgruppe oder einen Inhalt habe, die oder der sehr leseintensiv ist, muss ich eine textorientierte Gestaltung fahren, habe ich eine Zielgruppe, die sehr emotional ausgerichtet ist, muss ich sehr viel mit großen Bildern oder mit Farben arbeiten und entsprechend dann mit weniger Text." So Eberhard Wolf, Art Director der Süddeutschen Zeitung.

    Bemerkbar macht sich der Zeitgeist inzwischen selbst bei seriösen Tages- und Wochenzeitungen, die hauptsächlich vom Text leben. Das tägliche Layout ändert sich kaum, aber Farbe ist bei vielen kein Tabu mehr – man denke an die SZ oder die ZEIT. Die konservative FAZ verzichtet allerdings noch auf Farbe.

    Horst Moser
    Auf dem übersättigten Zeitschriftenmarkt kommt es besonders auf eine verführerische Gestaltung des Titelblatts an: Auf das Logo, das besonders wichtig ist für den Wiedererkennungswert, – die Signalfarbe Rot ist dafür sehr beliebt – und auf die gestalterische Umsetzung des Titelthemas. Gezielt werden hier manipulierte Bilder als Eyecatcher eingesetzt, aber so, dass die gezielte Manipulation des Bildmaterials sofort erkennbar ist. Horst Moser, Zeitschriftengestalter erläutert, wie hier die Zusammenarbeit von Redakteuren und Grafikern funktioniert:
    "Die Redaktion setzt sich zusammen und sagt, wir möchten das Thema, und der Grafiker muss sich dann überlegen, welche Formen gibt es, um das dann sehr gut umzusetzen. Ist es Fotografie, ist es Illustration, sind es Mischformen usw. Und das scheint mir jetzt für dieses Thema eine gelungene Umsetzung zu sein, die auch sofort erkennbar macht, dass es um Manipulation geht."

    Rose Tremain
    Das Cover ist auch beim Buch zum Werbeträger geworden. Auch wenn Bücher vor allem wegen des Inhalts gekauft werden, verwenden Grafiker viel Mühe darauf, das Cover ansprechend zu gestalten, um unschlüssige Käufer zu gewinnen. Hier sehen wir z.B Entwürfe für den belletristischen Spitzentitel des Hanser Verlags im Herbst 2000: Rose Tremain. Melodie der Stille. Bevor das Buch seinen endgültigen Titel und seine endgültige Gestalt bekam, durchlief es viele Phasen. (Mehr zur Gestaltung von Büchern: Gäste).

  5. Webdesign
  6. Bei den neuen Medien Internet und Multimedia scheint die Zukunft zu liegen. Fast alle Massenmedien und großen Unternehmen sind schon längst im Netz.
    "Keine Firma der Welt kann es sich mehr leisten, im Web nicht vertreten zu sein. Es wird immer wichtiger werden, dass man dort eine Plattform hat." So Markus Mathieu, Art-Director BR-Online.
    Wichtig ist ein gutes Webdesign, das sowohl für eine leichte Orientierung sorgt als auch ansprechend ist.
    "Wenn ich im Web bin, sind es zwei Klicks maximal und ich bin beim direkten Konkurrenzunternehmen und fühle mich da unter Umständen wohler", so Mathieu.

    Design fürs Web zu machen, ist eine neue und recht schwierige Herausforderung. Anders als in den Printmedien und im Fernsehen hat der Designer dabei nicht in der Hand, was und wie etwas beim Benutzer erscheint. Denn das hängt von vielen Faktoren des Anwenders ab:

    • Von dessen Hardware: Welche Grafikkarte benutzt er, wie groß ist der Monitor, wie viel Arbeitsspeicher hat der Rechner?
    • Von der Software: Mit welchem Browser (Marke, Version) ruft er die Webseiten auf? Verfügt er über die nötigen Audio- und Videoprogramme?
    • Von den individuellen Einstellungen des Rechners: Hat er die Java- und Grafikfunktionen aktiviert oder nicht? Welche Schriftgröße hat er auf seinem Monitor eingestellt etc.

     

    Einen allgemeinen Standard für das Gestalten und Empfangen von Webseiten gibt es nicht.
    Markus Mathieu, Art-Director des BR erläutert, wie er mit diesen Schwierigkeiten umgeht. Will er komprimiert für den schnellen Gebrauch die wichtigsten Nachrichten zusammenstellen, dann lässt er sich auf keine grafischen Experimente ein, sondern konzentriert sich darauf, die Inhalte möglichst schlicht zu präsentieren, damit auch ein Rechner mit wenig Kapazitäten sie schnell laden kann.
    Anders bei Unterhaltungsangeboten wie z.B. dem Herzblatt: Da wird viel mit Farbe gearbeitet und mit lustigen Animationen und Videosequenzen eine virtuelle Unterhaltungswelt geschaffen.
    Die Hypertextstruktur, also die Möglichkeit, durch Links auf andere Dokumente im Netz zu verweisen, erfordert auch neue Gestaltungsprinzipien für Informationen im Netz. Um dem Benutzer Orientierung und einen Überblick über das Informationsangebot zu verschaffen, muss der Webdesigner vor allem für eine benutzerfreundliche Navigation sorgen (mehr dazu: Kontrovers).

    Bereits Schüler versuchen sich als Webdesigner; so etwa die Teilnehmer des von Siemens ausgeschriebenen Wettbewerbs Join Multimedia. Ein guter Webdesigner braucht allerdings – so Markus Mathieu – mehr als ein gestalterisches Talent.
    "Darüber hinaus muss er in komplexen Zusammenhängen denken können und auch im Team arbeiten" – zusammen mit Redakteuren, Programmierern –, er muss verstehen, worum es bei seinen Seiten geht und lernwillig sein, "denn nicht nur das Medium ändert sich ständig, sondern auch das Umfeld, in dem ich arbeite."

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Stand: 03.07.2010