Medienkompetenz: 8. Propaganda und journalistische Ethik
Weiterführende Literatur zu Propaganda und zur journalistischen Ethik
Hannah Arendt. Wahrheit und Politik.
Herbert Riehl-Heyse. Bestellte Wahrheiten. Anmerkungen zur Freiheit
eines Journalistenmenschen. München 1992. Der leitende Redakteur
der Süddeutschen Zeitung liefert in diesem Opus über journalistische
Ethik keine "bestellten Wahrheiten", nichts also, was man gerne hört,
weil man nun mal einen Hang zu Selbsttäuschung und heuchlerischer
Selbstbestätigung hat. Stattdessen beleuchtet er aufrichtig sein
Metier und spart auch nicht mit Kritik an unserer Gesellschaft. In der
besteht, "wie es scheint, ... an sauberem Journalismus allgemein denn
doch sehr viel weniger Interesse als alle vorgeben" (ebd. S.23).
Heinz Pürer. Einführung in die Publizistikwissenschaft.
Systematik, Fragestellungen, Theorieansätze, Forschungstechniken.
Konstanz 1998 (6. Aufl.) Dieses Standardwerk für Publizisten gibt
auch allen Laien Gelegenheit, einen gründlichen Überblick über
das Dickicht der kontroversen Medientheorien zu gewinnen.
Rückkehr in die Fremde? Remigranten und Rundfunk in Deutschland 1945-1955.
Hrsg. vom Arbeitskreis selbständiger Kulturinstitute (AsKI) Bonn,
der Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv Frankfurt a.M. und der Stiftung
Archiv der Akademie der Künste Berlin. Berlin, Bonn, Frankfurt a.M.
2000. Diese mit aufschlussreichem Bild- und Textmaterial bestückte
und mit einem Geleitwort von Wolfgang Thierse versehene Dokumentation
zu einem brisanten Thema der deutschen Nachkriegsgeschichte beleuchtet
exemplarisch das Massenmedium Radio in seinen extremen Möglichkeiten
als "größtes Wahrheitsverbreitungs- und Beschwindelungsmittel".
An der breiten öffentlichen Ablehnung von prominenten (wie Thomas
Mann) und weniger prominenten Emigranten demonstriert sie differenziert
die üblen Nachwehen der Propaganda des "Dritten Reichs" in der Nachkriegszeit.
Noch eindrücklicher als dieses Begleitbuch ist die gleichnamige
Ausstellung selber. Viele Text-, Bild und Tonbeispiele beleuchten
die Rundfunkarbeit deutscher Emigranten im Ausland und ihre – in der BRD
im Unterschied zur DDR nicht gerade willkommen geheißene – Rückkehr
in die "Fremde". Sie ist als Wanderausstellung konzipiert. Den gerade
aktuellen Ausstellungsort finden Sie hier.
Lion Feuchtwanger. Offener Brief an sieben Berliner Schauspieler.
In: Ein Buch nur für meine Freunde. Frankfurt a.M. 1984 S.526-532.
Mehr dazu: Übung.
Joseph Wulf. Theater und Film im Dritten Reich. Gütersloh
1964. Diese bereits in den 60er Jahren publizierte Dokumentation, hat
zu einer Zeit, als man an der kritischen Aufarbeitung der "Zeitgeschichte"
noch wenig Interesse zeigte, so viele Dokumente erstmals ans Licht gebracht,
dass man weite Teile der späteren Theater- und Filmgeschichtsforschung
zur Nazizeit bloß als Fußnoten und Ergänzung zu Wulf
bezeichnen könnte.
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