Medienkompetenz: 8. Propaganda und journalistische Ethik
Weiterführende Links zu Propaganda und zur journalistischen Ethik
Michael
Beisswenger (Institut für deutsche Sprache und Literatur
der Universität Dortmund) bietet per E-Mail eine hervorragende Untersuchung
über die Nazipropaganda an. Sie enthält zahlreiche einschlägige
Zitate aus Hitlers Mein Kampf zum Thema Propaganda und analysiert
eingängig anhand der Reden Goebbels die charakteristischen Stilmittel
und suggestiven Machenschaften der totalitären Sprache. Hinweise
auf die einschlägige Sekundärliteratur zum Thema runden dieses
informative Angebot ab, das trotz seines enormen Umfangs bestens lesbar
ist.
Die Encyclopaedia Britannica informiert in einer ganzen Serie von
Artikeln umfassend darüber, was Propaganda
(z.B. in Demokratien im Unterschied zu Diktaturen) ist, war und sein kann,
und wie sie von wem zu welchen Zeiten verstanden wurde. Da man hierzulande
bei Propaganda meist ausschließlich an die verheerenden Erfahrungen
der Nazidiktatur denkt, oder aber Propaganda mit allen möglichen
verwandten, aber nicht identischen Begriffen (PR, Werbung, Gehirnwäsche,
psychologische Kriegsführung) in einen Topf wirft, ist diese präzise
und historisch weitsichtige Begriffsanalyse aus fremdem Lande, auch wenn
man sich ein wenig der Mühe des Englischen unterziehen muss, äußerst
lohnend. Die volle Nutzung des Angebots ist allerdings inzwischen kostenpflichtig.
Beim amerikanischen German Propaganda Archive
des Calvin College findet man eine umfangreiche Sammlung von propagandistischen Reden, Postern und Flugblättern der Nazizeit und des DDR-Regimes, allerdings nicht im Original, sondern in englischer Übersetzung.
Udo
Leuschner hat einen lesenswerten und informativen Artikel zu Rolle
und Funktionieren der Medien in der ehemaligen DDR ins Netz gestellt.
Er analysiert vor allem anschaulich die institutionalisierte Zensur in
den Köpfen der Redakteure, die einen Zensor überflüssig
machte und so gut funktionierte, dass sogar die Stasi auf eine gezielte
Beobachtung der Medienlandschaft in der DDR verzichten konnte.
Das Deutsche
Historische Museum (Berlin) hat eine große Sammlung von
Propaganda-Postern aus dem Ersten Weltkrieg, der Weimarer Republik, des
"Dritten Reichs" und der DDR ins Netz gestellt.
Das Netzwerk Medienethik,
das Rüdiger Funiok vom Institut für Kommunikationswissenschaft
und Medienpraxis der Hochschule für Philosophie München koordiniert,
veranstaltet regelmäßig Tagungen und Diskussionen zu brisanten
ethischen Fragen im Medienbereich und informiert in seinem Web-Angebot
darüber. Dort befinden sich auch umfangreiche kommentierte Literaturlisten
zu ethischen Fragen der Daily Talks etc.
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