Medienkompetenz: 1. Medien im gesellschaftlichen und historischen Kontext
Ausgewählte Literatur zu Gutenberg und zur Mediengeschichte
Dieses Literaturverzeichnis ist besonders lang geraten, weil die erste Folge das Themengebiet des gesamten ersten Teils anschneidet. Die nächsten Literaturtipps fallen kürzer aus, da immer wieder auf diese Werke zurückgegriffen wird.
Wolfgang Benz (Hg.): Legenden, Lügen, Vorurteile. Ein Lexikon zur Zeitgeschichte.
München 1990. Von der Auschwitzlüge bis zu Zyklon B beleuchtet
und widerlegt dies solide Nachschlagewerk 87 hartnäckige Vorurteile
und Missverständnisse über den 2. Weltkrieg und die Zeit danach.
Fernstudium Kommunikationswissenschaft. Hg.: Modellversuch Journalisten-Weiterbildung
FU Berlin. 2 Bde. München 1984. Dies zweibändige Werk der
Projektgruppe MV Journalisten-Weiterbildung gibt einen kritischen Einblick
in die Methoden und Gegenstände der Kommunikationswissenschaft und
einen soliden Überblick über die Geschichte der Massenmedien.
Fischer Lexikon Publizistik Massenkommunikation. Hg.: Elisabeth
Noelle Neumann, Winfried Schulz, Jürgen Wilke. Frankfurt a.M. 2000
(6. Aufl.). Dieses Lexikon verschafft einen soliden Überblick
über die deutsche inklusive ostdeutsche Mediengeschichte, Medienwirtschaft
und Medienpraxis insgesamt, allerdings mit Schwerpunkt bei der Presse.
Ein weiteres Schwergewicht ist die Wirkungsforschung: die alte Frage,
wie die Massenmedien die Meinungsbildung beeinflussen.
Lieselotte Kinskofer. Lesen, Zappen, Surfen. Der Mensch und seine Medien. Begleitbuch zur Fernsehreihe des BR 2000 / Lieselotte Kinskofer und Stefan Bagehorn. München 2000
Gerhard Maletzke. Kommunikationswissenschaft im Überblick. Opladen
1998. Der Kommunikationswissenschaftler Maletzke nimmt in diesem schmalen,
übersichtlichen Opus erstaunlich kritisch sein Fach und die verschiedenen
Ansätze (Nutzen-Ansatz, System-Ansatz, Variablen-Ansatz) und Modelle
der Kommunikationswissenschaft unter die Lupe. Ein guter Einsstieg für
alle künftigen Kommunikationswissenschaftler.
Marshall McLuhan. Die magischen Kanäle. Understanding Media. Dresden/Basel
1995. Mit diesem Buch schaffte der streitbare und umstrittene kanadische
Querdenker und Kommunikationswissenschafter den internationalen Durchbruch.
Seine Thesen vom Ende der Gutenberg-Galaxis oder vom Medium, das selbst
die Botschaft ist, spalten die Welt der Kommunikations- und Medienwissenschaftler:
Die einen feiern ihn als Papst der Cyberkultur, die anderen werfen ihm
mangelnde begriffliche Schärfe und einen stupenden Mangel an gesellschaftlichem
Durchblick vor.
Richard Münch. Dialektik der Kommunikationsgesellschaft.
Frankfurt a.M. 1991. Angesichts der immer dichteren Vernetzung der
Weltöffentlichkeit durch Fernsehen, Rundfunk und die digitalen Medien
präsentiert der Soziologe Richard Münch hier eine kritische
Würdigung der globalen Kommunikation, die jegliche flache Kritik
an der Massenkommunikation glücklich hinter sich lässt.
Sybille Krämer (Hg). Medien, Computer, Realität. Wirklichkeitsvorstellungen
und Neue Medien. Frankfurt a.M.1998. Wer sich näher damit
auseinander setzen will, wie die Medien, insbesondere die neuen digitalen
Medien, unsere Wirklichkeitsvorstellung verändern, dem wird diese
anregende Aufsatzsammlung eine wahrhafte Fundgrube sein: Sie bietet phantasievolle
Zukunftsvisionen, solide Analysen des gegenwärtigen Medienverhaltens
und weit tragende philosophische Reflexionen über die technologische
Revolution, in der wir uns gerade befinden.
Sybille Krämer. Das Medium als Spur und als Apparat. In:
dies: Medien, Computer, Realität, S.73-94
Kurt Koszyk und Karl Hugo Pruys. Handbuch der Massenkommunikation.
München 1981. Dies bewährte Werk ist immer noch ein unverzichtbares
Nachschlagewerk, das präzise die verschiedenen Gebiete und Modelle
der Massenkommunikation umreißt.
Niklas Luhmann. Die Realität der Massenmedien. Opladen 1996
(2. erw. Aufl.). Der berühmte Systemtheoretiker hat mit diesem
Opus ein Grundlagenwerk zur Massenkommunikation vorgelegt. Es ist interessant
für alle, die das Funktionieren unserer Kommunikationsstrukturen
von Grund auf verstehen wollen.
Hans Sarkowicz, Alf Mentzer. Literatur in Nazi-Deutschland. Ein
biographisches Lexikon. Hamburg/Wien 2000. Dieses Nachschlagewerk beleuchtet
kritisch und ausgewogen das finsterste Kapitel der deutschen Literatur-
und Verlagsgeschichte. Es erhellt das literarische Schaffen von über
100 deutschen Schriftstellern zur Zeit des Nationalsozialismus, von eifrigen
NS-Schreibern wie Erwin Guido Kolbenheyer, über die "inneren Emigranten"
wie Hans Carossa bis zu mutigen WiderständlerInnen wie Richarda Huch.
Jürgen Wilke (Hg). Mediengeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Bundeszentrale für politische Bildung. Schriftenreihe Band 361, Bonn 1999. In diesem umfangreichen Band sind Beiträge zahlreicher renommierter Medien- und Kommunikationswissenschaftler versammelt, die die Mediengeschichte der Bundesrepublik von 1949 bis 1999 aus verschiedenen Perspektiven beleuchten: Die Vorgeschichte, den Strukturwandel des Mediensystems, die Wirkungsgeschichte, die Rolle der Medien im Prozess der deutschen Vereinigung etc. Zahlreiche Tabellen, sorgfältige Zeitleisten und einschlägiges Bildmaterial runden das Angebot ab, das Sie kostenlos bei der Bundeszentrale für politische Bildung erhalten.
Reinhard Wittmann. Auf geflickten Straßen. Literarischer Neubeginn in München 1945 bis 1949. München 1995. Anschaulich, kritisch und ausgewogen erhellt Wittmann am heftig wieder auflebenden literarischen Leben in München, dass die "Stunde Null", der Neubeginn, ein höchst komplexes Gebilde aus viel gutem Willen, aber auch allerlei Altlasten, Ressentiments und Illusionen war.
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