Medienkompetenz: 1. Medien im gesellschaftlichen und historischen Kontext
Dichter und Denker
Die erste Sendung illustriert die ruinösen Potenziale der Massenmedien
am Beispiel des Hörfunks zur Zeit des Nationalsozialismus. Joseph
Goebbels begriff und nutzte den Hörfunk als das wichtigste Instrument
zur Stabilisierung der NS-Herrschaft und Mobilisierung der Massen durch
Propaganda (mehr dazu Folge 8 Fakten).
Der Propagandaminister begnügte sich bekanntlich nicht mit der besonders
effektiven "Gleichschaltung" des Hörfunks, sondern organisierte sie
auf allen Gebieten der Kultur, Wissenschaft und Forschung. Welche Folgen
Goebbels groß angelegter Überwachungsapparat, die "Reichsschriftumskammer",
auf all die Schriftsteller hatte, die nach der Reichstagswahl vom 5. März
in Deutschland blieben, kann an drei exemplarischen Fällen gezeigt
werden:
- An dem Schicksal Erich Kästners, dessen Bücher
am 10. Mai 1933 in Berlin auf dem Scheiterhaufen verbrannten (mehr
dazu Kästner),
- an dem mutigen Austritt Ricarda Huchs aus der Preußischen Akademie
der Künste (mehr dazu Huch),
- an der Zustimmung zum NS-Regime, zu der sich der Nobelpreisträger
Gerhart Hauptmann hinreißen ließ (mehr dazu Hauptmann).
Diese drei Beispiele demonstrieren zugleich, dass die Geschichte der Massenmedien
von Beginn an und bis heute (in allen nichtdemokratischen Staaten) die
Geschichte der Zensur und des Kampfes um Meinungsfreiheit ist.
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