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Deutsch - Glossar

A-B-C-D-E-F-G-H-I-J-K-L-M-N-O-P-Q-R-S-T-U-V-W-X-Y-Z

Alliteration
gleicher Anlaut der Stammsilben. "Komm Kühle, komm küsse den Kummer" (Brentano zitiert nach Best S.25).

 
Antithese
gr. Gegensatz, Entgegenstellung von Begriffen und Gedanken, z.B. Heiß geliebt und kalt getrunken. Im Zusammenhang der dialektischen Erörterung bedeutet Antithese die Behauptung, die sich kontrovers auf eine vorliegende These bezieht und das Gegenteil vertritt.

 
Aufsager
hat nichts mit Gedicht-Aufsagen zu tun, sondern bezeichnet im TV-Jargon das, was ein Reporter vor der Kamera im On spricht, also solange er im Bild ist. Früher war der Aufsager Auslandskorrespondenten vorbehalten, um die Situation einzuschätzen, die Fakten einzuordnen, und damit der Sender zugleich demonstrieren konnte, dass er einen Informanten vor Ort hat. Heute ist er fester Bestandteil aller Nachrichtensendungen, auch wenn es um Berichte aus dem Inland geht
.
 
Agenda-Setting-Theorie
Danach bestimmen die Medien, was jeweils an der Tagesordnung ist, was die Themen unseres öffentlichen Interesses sind. Die Redakteure in Presse und Rundfunk haben hiernach einen direkten Einfluss darauf, worüber wir nachdenken, aber nicht darauf, wie wir darüber denken.

 
Ballade
von ital. ballata, Tanzlied. Die Ballade hat sich im 18. Jahrhundert in Deutschland eingebürgert als Gedicht, das lyrische Elemente (Grundstimmung/gebundene Form) mit epischen Stoffen und dramatischem Aufbau vereinigt und in gebundener knapper Form eine Begebenheit erzählt. Man unterscheidet die Volksballaden, die einen unbekannten Verfasser haben, von den Kunstballaden, die von bekannten Dichtern geschaffen werden. Als erste Kunstballade gilt August Bürgers Lenore (1773).

 
Bericht
"Der Bericht ist der Bruder der Nachricht, aber größer und auch schon ein wenig reifer" (La Roche S.129). Er ist eine tatsachenbezogene, um Objektivität bemühte Darstellungsform, die möglichst gründlich und meist länger als 20 Zeilen oder eine Minute über ein Ereignis oder Thema informiert. Im Unterschied zur Nachricht erhellt der Bericht auch die Zusammenhänge, Hintergründe und die Vorgeschichte des Ereignisses.
Beim Korrespondentenbericht ist der Journalist als Augenzeuge zugleich Quelle der Information. Was persönliche Ansicht ist, sollte deutlich zu erkennen sein. Im Hörfunk bezeichnet man den abgelesenen längeren Text (außer der Nachricht und der Verkehrsdurchsage) als Bericht. Enthält er Originaltöne, heißt er "O-Ton-Bericht".

 
Bookmarks
elektronische Lesezeichen – auch Favoriten genannt –, durch die man im Browser die Adressen all der Websites speichern kann, auf die man ohne viel zu tippen wieder zurückkommen möchte.

 
Borderline-Journalismus
Journalismus, der auf eine unzulässige, aber zuweilen gut verkäufliche Mischung von Fakten und Fiktion baut, es also mit der Wahrheit und der Verantwortlichkeit des Journalisten nicht so ernst nimmt. Prominente Beispiele der letzten Jahre sind die gefälschten Fernsehreportagen von Michael Born und die fingierten Interviews mit Hollywoodstars, die Tom Kummer im SZ-Magazin veröffentlichte.

 
Boulevardzeitung: Straßenverkaufszeitung
ursprünglich sagt Boulevard lediglich etwas über den Vertriebsweg von Zeitungen aus. Im Unterschied zu den meisten Tageszeitungen werden Boulevardzeitungen ausschließlich auf der Straße, am Kiosk verkauft, weshalb sie auch anders als die Abonnementzeitschriften aufgemacht sind: mit Großbuchstaben, vielen Bildern und Überschriften, die nach Aufmerksamkeit heischen. Die erste Boulevardzeitung war die 1904 von Ullstein gegründete BZ am Mittag. Im übertragenen Sinn bezeichnet man als Boulevardblätter oder -sendungen die Medien, deren Stil und Inhalte auf der Straße, beim ‚gemeinen Volk' ankommen: sensationelle Nachrichten, Sex, Crimes und VIP-Klatsch.

 
Browser
(von engl. to browse: grasen, blättern) Software, die nötig ist, um all das auf dem Bildschirm eines Rechners darzustellen, was das Internet zu bieten hat. Die ersten Browser gestatteten nur das Abgrasen der Inhalte des WWW, also der in HTML (Hyper-Text-Markup-Language) verfassten Dokumente. Neuere Browser-Versionen ermöglichen auch die Darstellung und interaktive Nutzung dessen, was die anderen Internet-Dienste zu bieten haben: E-Mail, Newsgroups etc. Am verbreitetsten sind der Netscape Navigator bzw. Communicator und der Microsoft Internet Explorer, weitere Browser sind Hot Java und Mosaic.

 
Chatten
(von engl. to chat: plaudern, schnattern) eine der populärsten Kommunikationsformen im Netz. Zeitgleich wie beim Telefon, nur per Tastatur, kann man sich hier mit mehreren zu einer formlosen Online-Konferenz zusammenschließen, bei der allerdings eine gewisse "Netiquette", also Spiel- und Verhaltensregeln einzuhalten sind. Da das Chatten über die Tastatur ziemlich Zeit raubend ist und ihm (im Unterschied zum Telefon) der berühmte Ton fehlt, der die Musik macht, haben sich die Chatter ein ausgeklügeltes Symbolsystem ausgedacht, das allerlei Emotionen signalisiert. Der berühmteste ist der Smiley in allen Varianten, von überglücklich bis äußerst verschnupft. Mittlerweile gibt es kaum ein Thema, über das es im Internet noch keinen Chat gibt.

 
Corporate Identity
das Einheitliche eines Unternehmensauftritts, das den Wiedererkennungswert ausmacht bei den verschiedenen Maßnahmen, mit denen sich ein Unternehmen präsentiert. Die Corporate Identity spielt bei der Gestaltung der Produkte, der Informationen, der Werbung bis hin zur Architektur und Kleidung der Mitarbeiter eine entscheidende Rolle.
 
Cyberspace
von William Gibson in seinem 1984 erschienenen Kultroman Neuromancer geprägter Begriff für eine vom Computer geschaffene virtuelle Welt, in die man eintreten und die man auch mit allen Sinnen (selbst mit dem vom Rechner bislang untangiert gebliebenen Tastsinn) erfahren kann. Also: Zukunftsmusik vom Feinsten oder höchster Grad der Entfremdung – da scheiden sich die Geister.

 
Dialektische Methode
Methode der kontroversen Argumentation, die meist auf den Idealisten G.W.F. Hegel zurückgeführt wird. Sie ist dreistufig, triadisch, aufgebaut: These (Pro) – Antithese (Kontra) – Synthese: Schluss, der Pro und Kontra vermittelt, indem er den Widerspruch auflöst und die entgegengesetzten Thesen in einer "höheren Wahrheit" aufhebt.

 
Duales Rundfunksystem
Fachbegriff für das seit 1984 bestehende geregelte Nebeneinander von privatwirtschaftlichen und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Dabei ist Rundfunk der technische und juristische Sammelbegriff für Hörfunk und Fernsehen.

 
Dokumentation
wohl die umfangreichste journalistische Form, die ein Geschehen oder Thema in einen umfassenden Zusammenhang einordnet, wobei sie eine möglichst objektive Position einnehmen und sachlich informieren sollte. Die Dokumentation fußt auf einer gründlichen Recherche, zu der Interviews, Publikumsumfragen und die Nachforschung nach einschlägigem Material in möglichst vielen Archiven gehört. Sie arbeitet mit Aktenauszügen, dokumentarischen Texten und – bei Hörfunk und Fernsehen – mit Originalaufnahmen, die der Dokumentation Authentizität, Lebendigkeit und Gegenwärtigkeit verleihen. Man unterscheidet "Langzeitdokumentationen", die die Entwicklung eines Geschehens über Monate und Jahre hinweg darstellen, "historische Dokumentationen", die historische Ereignisse ausleuchten und Personen vorstellen, "die Geschichte gemacht oder erlebt" haben, und "zeitgeschichtliche Dokumentationen", die von den Zeitzeugen leben, die das Geschehen miterlebt haben (siehe Schult/Buchholz S.201).

 
Drama
gr.: Handlung, Geschehen: Eine der drei natürlichen Grundformen der Dichtung, die in spannungsgeladenen Dialogen und Monologen Welt entfaltet, indem sie eine geschlossene Handlung in Szenen und Akten darstellt. Die früheste Form des Dramas ist die attische Tragödie, die späteste das epische Theater. Während Aristoteles nur zwei Formen des Dramas, Tragödie und Komödie unterschied, wurden im Laufe der Geschichte je nach Stoff, Handlungsablauf und Darstellungsweise weitere Differenzierungen vollzogen: "Figurendrama", "historisches Drama", "Bürgerliches Trauerspiel", "episches Theater" etc. Bei Theater-untauglichen Stücken spricht man von Lesedrama.

 
Elegie
in der Antike bezeichnete man alle Gedichte, die aus Distichen (= aus je einem Hexameter und einem Pentameter bestehende Verspaare) bestehen, als Elegie. Im Besonderen versteht man darunter das Klagegedicht, den Ausdruck der Trauer über Verlust, Tod, Trennung, Zerrissenheit des Daseins – kurz, der Vergänglichkeit und Hinfälligkeit alles Irdischen aus der Perspektive des Absoluten. Höhepunkt der elegischen Dichtung in Deutschland ist Hölderlin, Rilke hat ihm mit seinen Duineser Elegien ein modernes Pendant geschaffen.

 
Ellipse
von gr. Auslassung: Eine der Unmittelbarkeit des Ausdrucks dienende rhetorische Figur, bei der Satzglieder ausgelassen werden, ohne den Sinnzusammenhang zu zerstören.

 
Epik
von gr. Epos = Erzählung, Wort, Vers abgeleitete Bezeichnung für erzählende Dichtung mit objektivierender/distanzierender Grundhaltung des Erzählenden zur erzählten Begebenheit. Als eine der drei natürlichen Grundformen der Dichtung (neben Drama und Lyrik) ist die epische Dichtung dadurch gekennzeichnet, dass sie in Prosa oder Versform vergangene/abgeschlossene Ereignisse und Begebenheiten der inneren oder äußeren Welt vom Standpunkt eines Erzählers wiedergibt. Nach Goethe (Noten und Abhandlungen zum besseren Verständnis des West-östlichen Divans, 1819) behauptet die Epik als die ‚klar erzählende' die Mitte zwischen den anderen beiden ‚Naturformen der Poesie': der ‚enthusiastisch aufgeregten' Lyrik und der ‚persönlich handelnden' Dramatik (vgl. Best S.150).

 
Episches Theater
allgemein: Bezeichnung für Dramen mit epischen Momenten, z.B. mit deutenden Chorpartien oder distanzierenden Darstellungseinlagen, die die Illusion der Handlung durchbrechen. Im Besonderen: die Theatertheorie und -praxis Bert Brechts, die sich in Absetzung von der traditionellen, "aristotelischen" Dramaturgie bestimmt. 1. sollen Schauspieler und Zuschauer Abstand zu den dargestellten Figuren/der Handlung haben und sich nicht emotional mit ihnen identifizieren, 2. sie als Schein und Spiel durchschauen und auf mögliche/nötige Alternativen zum Dargestellten reflektieren. Um die Zuschauer zu distanziert-kritischen Beurteilern, statt zu Mitleidern der Handlung zu machen, setzt Brecht auf systematische "Verfremdungseffekte", die die Illusion zerstören.

 
Eristik
von gr. eris = Streit. Kunst und Technik des Redestreitens. Arthur Schopenhauer hat die Eristik durch seine "Eristische Dialektik", das Opus, Die Kunst, Recht zu behalten, wieder populär gemacht. Es lehrt, mit welchen Tricks man Recht behält, egal, ob man Recht hat oder nicht.

 
Erörterung
in unserem Zusammenhang ein gegliederter Aufsatz, der sich argumentativ mit einem Problem oder einem strittigen Sachverhalt auseinander setzt. Ist ein Text Ausgangspunkt der Problementfaltung, dann spricht man von einer textgestützten Erörterung, sonst von einer freien Problemerörterung. Man unterscheidet zwei Grundtypen der Erörterung: 1. die steigernde oder lineare, die ein Problem oder einen Sachverhalt Schritt für Schritt zuspitzt, so dass das wichtigste Argument zuletzt kommt. 2. die dialektische Erörterung, die das Pro und Kontra, die kontroversen Ansichten zu einem Problem oder Sachverhalt entfaltet und These und Antithese am Schluss in einer Synthese vermittelt.

 
Euphemismus
beschönigender Ausdruck, der eine unangenehme, gefährliche oder anstößige Sache umschreibend verhüllt. Z.B. statt sterben: ableben, entschlafen oder verscheiden; statt Völkermord: ethnische Säuberung.

 
Eye-catcher
nicht Augenweide, sondern Blickfang. Von den Printmedien gezielt eingesetzte großformatige Bilder und fettgedruckte Schlagzeilen, die Aufmerksamkeit erheischen sollen.

 
Fabel
(lat. fabula = Erzählung) allgemein: Plot, Stoff und Grundplan einer Dichtung. Im Besonderen eine literarische Gattung kurzer lehrhafter Dichtung in Versen oder Prosa, die seit Äsop der Belehrung dient. Die Akteure der Fabel im engeren Sinn sind Tiere, Pflanzen oder unbelebte Naturdinge, die so handeln und sprechen wie Menschen (Anthropomorphisierung). Die Figuren der Fabel sind Typen, keine Individuen, ihre Erzählweise ist antirealistisch: Sie ist nicht auf Täuschung und Illusion angelegt, sondern auf satirischen Witz oder Belehrung. Das "fabula docet" ist mal explizit, mal implizit in der Fabel enthalten.

 
Feature
oft ein Sammelbegriff für alle großen Formate, also umfassende Berichte, Reportagen und Dokumentationen. Als Feature (von engl. Gesichtszug, typische Eigenschaft) wurde ursprünglich die mit Musikeinspielungen und anderen akustischen Einlagen aufgelockerte journalistisch-künstlerische Radiosendung bezeichnet, die sich durch ihre Attraktivität von den gewöhnlichen Radiovorträgen unterschied. Im engeren Sinne ist ein Feature eine umfangreiche und illustrierende Analyse eines nicht unbedingt (wie bei der Reportage) aktuellen Themas, z.B. Bedeutung und Herkunft der Eier beim Osterfest. Charakteristisch für es ist "der ständige Wechsel zwischen Anschauung und Abstraktion, zwischen Schilderung und Schlussfolgerung" (La Roche S.139).

 
Flugblatt
eine meist einseitige "Drucksache, die in knapper eindringlicher Argumentation in Bild und/oder Sprache eine Nachricht oder Botschaft übermittelt. Die Grenzen zum Maueranschlag oder Plakat sind ... fließend. Entscheidend ist das aperiodische Erscheinen und eine nichtgewerbliche Vertriebsform, die in der Regel auf persönlicher Weitergabe beruht" (Klaus Kirchner. Flugblätter. München 1974 S.9).

 
Glosse
eine Spielart des Kommentars, die literarisches Talent, Witz und den "bösen Blick" voraussetzt, denn sie ironisiert, verspottet, tadelt oder entlarvt ihren Gegenstand. "Die Glosse ist der gut beobachtete Augenblick zwischen zwei Wimpernschlägen. ... Das heißt: Die Glosse sieht einem einzigen Schritt an, ob derjenige, der ihn tut, den aufrechten Gang pflegt oder ein Kriecher ist; die Glosse erschnüffelt aus einem Rülpserchen die Schlemmereien einer ganzen Woche" (La Roche/Buchholz S.169f.). Berühmt ist die SZ für ihre tägliche Glosse auf der ersten Seite, das Streiflicht.

 
Gruppe 47
im September 1947 von Hans Werner Richter ins Leben gerufene, bis 1967 sehr einflussreiche Gruppierung von Autoren, Kritikern und Verlegern, die einen neuen literarischen Anfang setzen und für ein demokratisches Deutschland sorgen wollten. In wechselnder Besetzung traf sich die Gruppe mindestens einmal jährlich zu Dichterlesungen und anschließender Spontankritik. Die starke Medien- und Marktpräsenz machte die Diskussionsrunde schließlich zu einer Literaturbörse. Zu den prominenten Autoren der Gruppe gehörten: Alfred Andersch, Ilse Aichinger, Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll, Günter Eich, Günter Grass, Hans Magnus Enzensberger, Helmut Heißenbüttel und Martin Walser.

 
Hymne
von griechisch Festgesang, bezeichnet ursprünglich einen kultisch verankerten Weihe- oder Preisgesang zu Ehren eines Gottes. Seit dem Barock und insbesondere inspiriert von Klopstocks enthusiastischer Dichtung in freien Rhythmen (z. B. Dem Allgegenwärtigen) öffnete sich die Hymne auch dem subjektiven religiösen Gefühl und anderen Themen, die eine erhabene Behandlung vertrugen: Freundschaft, Freiheit, Vaterland etc. Kennzeichen der Hymnen sind eine gehobene Sprache, erhabene Stoffe, freie Rhythmen und metrische Ungebundenheit.

 
Hyperbel
gr. Darüberhinauswerfen. Rhetorisches Stilmittel der positiven oder negativen Übertreibung, das z.B. dazu dient, intensiven Gefühlen Ausdruck zu verleihen, oder etwas durch den übersteigerten Ausdruck ins Absurde, Unglaubwürdige zu wenden.

 
Hypertext
von Ted Nelson 1965 geprägter Begriff, der heute alle in HTML (Hyper-Text-Markup-Language) verfassten, verlinkte Texte bezeichnet. Nelson: "Hypertext ist eine sehr biologische Art der Informationsvermittlung, da er nachahmt, wie unser Gehirn Information verarbeitet, organisiert und wiederfindet. Er schafft einen organischen Informationsraum, im Gegensatz zu dem künstlichen linearen Format, der vom Druckparadigma erzwungen wurde. Hypertext bildet Links genannte Verknüpfungen zwischen Informationsbrocken, die Nodes, Knoten, genannt werden. Die sich daraus ergebende Struktur heißt Web, Gewebe. Hypertext erlaubt die Herstellung außerordentlich reichhaltiger, flexibler Dokumente und Metadokumente, besonders in Verbindung mit Multimedia" (zitiert nach Zimmer S.53f.).

 
Internet
Das Netz der Netze, das weltweit Millionen Computer verbindet und auf einem gemeinsamen Übertragungsprotokolle fußt, dem IP (Internet Protocol), auch TCP (Transfer Control Protocol) genannt. Der Service des Internet umfasst u.a. das WWW, E-Mail, Newsgroups, Chats und ftp-Server, die mit dem File Transfer Protocol das Herunterladen (Download) von Daten aus dem Netz ermöglichen.

 Interview
unverzichtbare Methode der journalistischen Recherche, deren Ergebnis zu einer Nachricht werden, in eine Reportage, einen Kommentar, eine Dokumentation, einen Bericht oder ein Feature einfließen kann. Neben dem Interview als Grundhandwerkszeug und Vorarbeit der journalistischen Recherche gibt es das Interview als eigenständige journalistische Darstellungsform. Dies wird nach La Roche (S.143) in drei Arten unterteilt: Das Interview zur Sache, das Informationen über Fakten vermitteln will, das Meinungsinterview, das eine (meist prominente) Person nach ihrem Urteil über ein Ereignis oder einen Sachverhalt befragt, und das Interview zur Person, das einen Menschen durch seine Antworten skizzieren will. Exemplarisch und inzwischen legendär für Letzteres ist Günter Gaus’ Reihe Zur Person.

 
Inversion
Veränderung der gewohnten Folge von Satzgliedern, um bestimmte Worte zu betonen. Unendlich ist die jugendliche Trauer.

 
Investigativer Journalismus
Enthüllungsjournalismus. Seine Freunde sagen, er deckt öffentlich relevante Skandale aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf, seine Gegner sagen, er macht diese Skandale aus Profitgier. Exemplarische Resultate des IJ sind die Spiegel-Affäre, die Affäre um die Neue Heimat (Spiegel) oder die Schwarzgeldaffäre der CDU (SZ). Bezeichnend für den IJ ist eine gründliche und möglichst gut abgesicherte Recherche und das Geheimhalten der bislang vertuschten Sachverhalte vor den Betroffenen bis zur Veröffentlichung. Die Gefahr der Einseitigkeit und der parteiischen Berichterstattung steigt mit der Konkurrenz auf dem Medienmarkt. Letztere verlockt bisweilen dazu, mehr "exklusive" Entdeckungen zu melden, als zu melden sind.

 
Kommunikation
Minimalkonsens ist, dass es zur Kommunikation mindestens einen Sender, einen Empfänger und so etwas wie eine Botschaft braucht. Aber es gibt mindestens 160 Definitionen dieses Begriffs (siehe Maletzke S.37). D.h. grundsätzlich muss jeder, der darüber reden will, genau sagen, was er darunter versteht, sonst wird er missverstanden und es gibt womöglich Kommunikationsprobleme. Aus dieser Tatsache sei eine Definition von Kommunikation abgeleitet: Kommunikation ist jegliche (ob verbale oder nonverbale, durch Gesten, Bilder, Zeichen, Mimik) Äußerung von Menschen, die von anderen Menschen missverstanden oder verstanden werden kann. Diese interpersonal auf das (Miss-)Verstehen von Botschaften ausgerichtete Definition schließt all die Beziehungen zwischen Menschen und anderen Wesen (z.B. zwischen Mensch und Maschine oder zwischen Tieren) aus, die manchmal auch unter den Begriff "Kommunikation" gefasst werden.

 
Kommentar
Die in soliden Blättern und Sendern deutlich vom Informationsteil getrennte Meinungsäußerung, die sich alles zum Gegenstand machen kann, was auch eine Nachricht wert ist. Dazu gehören der Leitartikel, die Glosse, Lokalspitze, Rezension, Kritik und die Kolumne. Kennzeichen aller Kommentare ist, dass sie andere zu etwas bringen wollen, sei es zum Nachdenken, zu einem bestimmten Urteil, Handeln oder Verhalten. Kommentare, die motivieren, indem sie unterschiedliche Meinungen analysieren und echte Überzeugungsarbeit leisten, nennt man Argumentations-Kommentare. Davon unterschieden sind die Geradeheraus-Kommentare, mehr oder weniger geschickte Überredungsstrategien, die einzig die Gesinnung des Kommentierenden präsentieren. Nur Anstoß sein zum Nachdenken und Innehalten will die dritte Form, der Einerseits-Andererseits-Kommentar: Er wägt verschiedene Positionen ab mit dem Fazit: Was besser ist, steht (noch) in den Sternen (vgl. La Roche S.152)
.
 
Kritik
ob Filmkritik, Theaterkritik oder Literaturkritik bzw. Rezension, "Kritik bedeutet: Aus Kenntnis beschreiben und urteilen" (Hooffacker/Lock S.37). Zu einer guten Kritik gehören möglichst anschauliche und treffende Informationen über den Inhalt des Gelesenen oder Geschauten und den Autor bzw. die Darsteller. Genauso wichtig ist aber auch die Einordnung des Gelesenen/Geschauten in das Werk des Autors und das Genre mitsamt einer fairen Beurteilung des Rezensenten.

 
Kurzgeschichte
kommt wie ihr Name Short Story aus dem Angloamerikanischen und bezeichnet die kurze Erzählform in Prosa, die sich in Deutschland erst nach dem Zweiten Weltkrieg als eine eigenständige hochstehende literarische Form durchsetzen konnte. Die Kurzgeschichte ist kürzer als die Novelle und legt im Unterschied zu ihr Alltagsthemen zugrunde, die sie zu ungewöhnlichen Situationen zuspitzt. Sie ist "ein Stück herausgerissenes Leben" (W.D. Schnurre), d.h. fragmentarisch und im Unterschied zur Novelle nicht auf das allgemein Bedeutsame/Symbolische einer "unerhörten Begebenheit" konzentriert. Die offene Form, ein unvermittelter, nicht durch eine Einleitung versehener Beginn und pointiertes Ende, verschiedene Erzählperspektiven, Durchschnittsmenschen oder Außenseiter der Gesellschaft als Personal, Verzicht auf einen deutenden Horizont und die Konzentration mehr auf eine Situation als auf eine Handlung sind weitere Unterscheidungskriterien zur Novelle.

 
Literatur
Gesamtheit der schriftlich niedergelegten Äußerungen, im engeren Sinn die so genannte "Schöne Literatur" oder Belletristik, zu der sowohl fiktive Texte als auch Autobiographien, Memoiren, Tagebücher und Briefe gehören. Was zur "Schönen Literatur" gezählt wird, ist jeweils von Geschichte, Kultur und Gesellschaft abhängig. Allgemein verbindliche Kriterien, die ästhetische und formale Mindestanforderungen festsetzen, gibt es nicht.

 
Lyrik
von gr. lyra = Leier, ursprünglich von der Leier begleiteter Gesang, der sich durch Rhythmus, Metrum, Vers, Reim und Bildersprache auszeichnet. Die Lyrik (Poesie) gilt als Urform des Dichterischen und wurde – anders als das bereits in der Antike definierte Drama und Epos – erst ab der Mitte des 18. Jahrhunderts als eigene literarische Gattung systematisiert. Insbesondere im deutschen Sprachraum setzte sich ein verkürztes (Pindarische Hymnen, Lehrgedichte und politische Dichtung außer Acht lassendes) Verständnis der Lyrik durch. Bis zum 20. Jahrhundert gilt Lyrik hier als subjektive, gefühlsbestimmte Rede von Empfindungen und Stimmungen – als Dichtung also, die ganz der "Innerlichkeit" verschrieben ist, im Kontrast zur Welt, der Äußerlichkeit.

 
Märchen
kommt vom mittelhochdeutschen maere (Kunde, Bericht), bezeichnet aber eine der Realität und ihren kausalen Gesetzen enthobene kurze epische Form mit phantastisch-wunderbarem Inhalt. Man unterscheidet die Volksmärchen, die nach langer mündlicher Überlieferung aufgezeichnet und gesammelt werden – z.B. Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm – von den Kunstmärchen, die sich ganz dem künstlerischen Schaffen verdanken (E.T.A. Hoffmann, Clemens Brentano, Oscar Wilde). Typisch für Märchen sind 1. die Formeln zu Beginn und am Ende: Es war einmal etc., 2. phantastische und stark typisierte Figuren, die meist streng in gut und böse, arm und reich, schön und hässlich geschieden sind, 3. eine einsträngige Handlung, strikt auf die Helden ausgerichtet und oft in drei Teile gegliedert. 4. Motive wie Vertreibung/Auszug, Missachtung der Helden, ausgleichende Gerechtigkeit, Sieg des Guten, Bestrafung oder die Selbstzerstörung des Bösen. 5. eine einfache, anschauliche, mit wiederkehrenden (Zauber- und Verwünschungs-)Formeln und Allgemeinplätzen bestückte Sprache, die mit schroffen Gegensätzen arbeitet.

 
Massenkommunikationsmittel
auch genannt: Massenmedien, sind Träger indirekter Aussagen an ein breites zerstreutes und anonym bleibendes Publikum. Generell zählen zu ihnen die Druckmedien (sowohl periodische als auch nicht periodische Druckerzeugnisse), Fernsehen, Hörfunk, Film, CD, Tonkassette und Video. Wenn Massenkommunikationsmittel strikt als "Ein-Weg-Medien" aufgefasst werden, in denen ein Sender mit Hilfe technischer Verbreitungsmittel die gleiche Botschaft an viele Empfänger richtet, die selbst nicht wieder zu Sendern werden, dann gehören PC und Internet nicht zu Massenmedien. Aber das ist eine Sache der Definition und der Politik.

 
MAZ
Magnetbandaufzeichnung, auch als "die MAZ" bezeichnetes Magnetaufzeichnungsgerät. Mit diesem Gerät hielt die Perfektion Einzug in das TV-Geschehen. Die MAZ-Technik macht seit den 60er Jahren Voraufzeichnungen und damit auch die Nachbearbeitung der Sendungen vor ihrer Ausstrahlung möglich: Ungeliebte Versprecher, Gesten, Einblicke fallen seitdem gewöhnlich bei der optischen und akustischen Überarbeitung einer Sendung heraus.

 
Medien
sämtliche Vermittlungsinstanzen von Botschaften, natürliche wie technische. Dazu gehören Körper und Körpersprache, Mimik und Gestik, gesprochene, geschriebene und gedruckte Sprache samt Druckerpresse, Farbe und Papier, Licht, Fotos, Bilder und Leinwand, Ton und Tonträger, Fernseher -und Hörfunk, Telefon, Internet samt allen technischen Hilfsmitteln zur Übertragung: Kabeln, Satelliten, digitalen Netzen, Kanälen und Bildschirmen.

 
Metapher
gr. Übertragung, Ersetzung des eigentlichen Ausdrucks durch einen Ausdruck aus einem anderen Sachbereich, der zum eigentlichen Ausdruck in einem Analogieverhältnis steht. Nach Quintilian ist die Metapher ein "verkürzter Vergleich". Sie dient der Veranschaulichung eines abstrakten oder komplexen Zusammenhangs durch ein intuitiv erfassbares Bild, das unmittelbar einleuchtet, z.B. das Haupt der Familie, Redefluss.

 
Nachricht
"When a dog bites a man, that's not news, but when a man bites a dog, that's news" (zitiert nach La Roche S.64). Diese berühmte Man-bites-dog-Formel macht das ungewöhnliche Ereignis zur Quintessenz der Nachricht. Sie umfasst damit die so genannten "hard-news", Informationen über aktuelle Ereignisse aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Natur, die wichtig und folgenschwer für die Allgemeinheit sind, und die "soft-news", Informationen mit Unterhaltungswert, die weder von allgemeinem Interesse noch folgenschwer sind: Kurioses und Klatsch aus aller Welt. Als journalistische Stilform bezeichnet die Nachricht eine möglichst verständliche, nach bestimmten Regeln (das Wichtigste zuerst) aufgebaute, um Objektivität bemühte Mitteilung eines aktuellen Sachverhalts.

 
Neologismus
gr. neu+Wort. Neugebildeter sprachlicher Ausdruck, der vorhandene Sprachelemente zur Bezeichnung eines neuen Sachverhalts oder zur betonten (oft wertenden) Neuinterpretation eines vertrauten Sachverhalts oder Verhaltens kombiniert: kidnappen, Karrierefrauen.

 
Netizens
Im Jargon der engagierten Cybergemeinde, der Ausdruck für alle aktiven User des Netzes, die sich im und durch das Netz in Initiativen als Bürgergesellschaften organisieren.

 
Netiquette
auch Netikette: Verhaltenskodex der Netzuser, der E-Mailschreiber, Newsgroup-Besucher und Chatter, der wie alle Etikette Ehrensache ist, aber im Fall gravierender Verletzung zum Ausschluss aus der Gemeinde führen kann. Daher informiere man sich rechtzeitig über die geltenden Regeln, z.B. bei Klick.

 
Newsgroups
Pinnwände im Internet, auf denen jeder Statements aller Art (nicht nur News, Nachrichten) zur Diskussion stellen kann. Sie werden von Usenet, einem speziellen Internetdienst, organisiert. Im Unterschied zu den flüchtigen Chats werden Newsgroups archiviert.

 
New Journalism
von US-amerikanischen Journalisten in den 60er Jahren ins Leben gerufene journalistische Strömung, die sich gegen den "blutleeren Faktenjournalismus" mit seiner objektiven Distanziertheit und der Trennung von Information und Meinung wandte. Um den Zeitgeist festzuhalten, verquickte der New Journalism fiktionale Erzählelemente mit akribischer Recherche, beleuchtete die Szene subjektiv und aus der Innenperspektive ihrer Protagonisten und in der ihr eigenen Sprache: Jargon, Szeneschlagwörter, Neologismen, eine eigenwillige Interpunktion und Grammatik sollten die wirklichkeitsgesättigten Reportagen dieser engagierten Journalisten prägen. Als Grundstein des New Journalismus gilt die 1963 erschienene Reportage von Tom Wolfe The Kandy-Kolored Tangerine-Flake Streamline Baby (dt: Das bonbonfarbene tangerinrot-gesprizte Stromlinienbaby).

 
Novelle
von italienisch novella die Neuigkeit, bezeichnet die straff und oft dramatisch komponierte, auf das Wesentliche/Bedeutende konzentrierte, meist objektivierende Erzählung mittlerer Länge, die eine "unerhörte Begebenheit" (Goethe) zum Gegenstand hat. Merkmale zahlreicher Novellen sind: 1. der geradlinige, gedrängte Aufbau, 2. die Konzentration auf ein Geschehen bzw. eine Handlung, die 3. oft dramatische Züge trägt und 4. einen Wendepunkt (Peripetie) hat. 5. weicht das erzählte Geschehen auffällig vom Alltäglichen ab, muss aber – im Unterschied zum Märchen – wahrscheinlich, also grundsätzlich möglich und glaubwürdig sein. 6. erhält der geschilderte Einzelfall allgemeine Bedeutsamkeit: Er sagt etwas über das Leben als Ganzes aus und weist über die Fiktion hinaus. 7. sind die meisten Novellen aus der Perspektive des allwissenden auktorialen Erzählers geschrieben. Ursprünglich waren Novellen eingebunden in eine Rahmenerzählung und Bestandteil eines Zyklus nach dem klassischen Vorbild von Boccaccios Decamerone.

 
Ode
von gr. Gesang, Lied, allgemein die Lyrik, die "innerlich und äußerlich geprägt ist von Erhabenheit, Feierlichkeit, Würde, Gedankenschwung und Gefühlstiefe" (Best S.371). Oden sind strophisch gegliedert, metrisch gebunden, meist ohne Reime und streng aufgebaut, z.B. triadisch: Strophe-Gegenstrophe-Nachstrophe. Höhepunkte der deutschen Odendichtung sind Klopstocks enthusiastische Oden und Hölderlins von tragischer Grundstimmung getragenen Oden.

 
Parabel
(gr. Nebeneinanderwerfen, Gleichnis) eine meist auf anschauliche Belehrung abzielende kurze Erzählung, die eine allgemeine Erkenntnis (gemeinter Sachverhalt) durch einen analogen, aus einem anderen Vorstellungsfeld stammenden Vergleich (Bildebene) erhellt. Die Parabel unterscheidet sich vom Gleichnis, das mit "so wie" direkt auf den gemeinten Sachverhalt verweist, dadurch, dass bei ihr ein Vergleichspunkt zwischen Bild- und Sachebene genügt und die Leser den Analogieschluss selbst ziehen müssen. Im Unterschied zur Fabel verzichtet die Parabel auf Anthropomorphisierungen (sprechende Tiere etc.). Die Parabel dient als rhetorisches Stilmittel – klassisches Beispiel ist Menenius Agrippa –, zur religiösen (NT: Das Gleichnis vom verlorenen Sohn) und sittlichen Erziehung (Lessings Ringparabel) und zur Artikulation der modernen Befindlichkeit (Kafka Vor dem Gesetz).

 
Personifikation
Ausstattung nichtlebender Wesen mit Eigenschaften oder Handlungsweisen, die sonst nur Lebewesen zukommen, z.B. Mutter Natur, die Sonne lacht, der Berg ruft, blinder Zufall.

 
PR: Public Relations
die gesamte Arbeit, durch die eine Institution, ein Unternehmen, eine Partei, Regierung oder Bürgerinitiative o.Ä. Verbindung zur Öffentlichkeit, genauer gesagt, zu den Massenmedien aufnimmt. Zuständig für die PR ist die – heutzutage meist von den Marketingabteilungen getrennte – Presseabteilung des jeweiligen Betriebs. Sie sorgt 1. für die Information nach innen – das ist Aufgabe des Pressereferenten, der verfolgt und im Betrieb publik macht, was jeweils ansteht und was in der Öffentlichkeit über den Betrieb kursiert. 2. sorgt sie für Information nach außen – das ist Aufgabe des Pressesprechers, der die Medien über das Programm, Anliegen, die Veranstaltungen und Produkte der jeweiligen Institution oder des Unternehmens informiert. Ansprechpartner des Pressesprechers sind die Journalisten, wodurch sich die Öffentlichkeitsarbeit von Werbung unterscheidet: Sie manipuliert nicht, um etwas zu verkaufen, sondern informiert durch Pressemitteilungen und -konferenzen. Natürlich muss ein guter Pressesprecher seinen Betrieb schmeichelhaft präsentieren, aber wenn er, um zu schönen, falsch informiert, verspielt er das Vertrauen der Journalisten und damit die Chance via Medien seine Aktionen publik zu machen.

 
Propaganda
systematische und einseitige Verbreitung ideologischer politischer, religiöser oder ähnlicher Ideen und Meinungen mit dem Ziel, das allgemeine Bewusstsein zu beeinflussen. Da Propaganda meist mit einem Absolutheitsanspruch auftritt, der andere Anschauungen ausschließt, ist sie vor allem dann ruinös, wenn sich die Propagandamittel in den Händen totalitärer Machtapparate befinden.

 
Protokoll
(gr. protos=der erste; kolla=der Leim) bezeichnete im Griechischen das einer amtlichen Papyrusrolle vorgeleimte Blatt mit Angaben über Entstehung, Verfasser und Inhalt der Schriftrolle. Noch heute versteht man darunter ein Zeugnis/Dokument, das schriftlich festhält, haltbar und verbindlich macht, was bei einer Sitzung, Versammlung oder Diskussion von wem besprochen und beschlossen wurde. Je nach Anlass, Zweck und Adressatenkreis werden entweder wörtliche Protokolle angefertigt, die die Redebeiträge im Wortlaut wiedergeben, oder zusammenfassende Protokolle. Letztere geben die wichtigsten Beiträge komprimiert wieder und dokumentieren entweder den Ablauf einer Veranstaltung (Verlaufsprotokolle) oder nur die Ergebnisse und Beschlüsse (Ergebnisprotokolle).

 
Rede
mündlicher Vortrag aus einem bestimmten Anlass, der das Publikum durch Überzeugung/Überredung zu etwas bewegen will: zur Meinungsänderung, Gesinnungsänderung oder zum Tun oder Unterlassen einer Handlung. Traditionell unterscheidet man vier Gattungen der Rede:1. die anklagende oder verteidigende Gerichtsrede (genus iudicale), 2. die beratende oder ermahnende politische Rede (genus deliberativum), 3. die lobende oder tadelnde so genannte Prunk- oder Festrede (genus demonstrativum), 4. die bekehrende Predigt (genus praedicandi). Die klassische Rhetorik unterscheidet fünf Produktionsstadien der Rede: 1. Inventio, Themenfindung, Sammlung und Sichtung des Materials, 2. Dispositio, Gliederung, 3. Elocutio, sprachlich-stilistische Ausarbeitung, 4. Memoria, Einprägen der Rede mit bildlichen Vorstellungshilfen, 5. Actio, Vortrag der Rede, begleitet von Mimik und Gestik.

 
Re-Education
"Umerziehung", später durch Re-Orientation ersetzt. Umstrittenes Programm der Alliierten, das die deutsche Bevölkerung nach dem 2. Weltkrieg wieder zur Demokratie hinführen und wieder an das internationale Kulturleben anbinden sollte. Die zentralen Maßnahmen zur Umerziehung waren Entnazifizierung, Entmilitarisierung und vor allem Dezentralisierung des Kulturbetriebs. Eine nachhaltige Wirkung entfaltete das Re-Education-Programm auf dem Gebiet der Massenmedien: Dem Verlautbarungs- und Propagandajournalismus sollte ein Ende gesetzt werden durch die Lizenzierung der Zeitungen, durch Einübung des demokratischen Journalismus, die Trennung von Information und Meinung und durch eine Pluralität im Verlagswesen. Die Rundfunkpolitik der Alliierten bestimmte entscheidend die bis dato bestehende Struktur unserer föderalen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.

 
Referat
mündliche oder schriftliche Darstellung eines bestimmten Sachgebiets, das vor allem be- und unterrichten und belehren will. Wie die Rede sollte das Referat – jeweils abgestimmt auf das Publikum – verständlich, anschaulich und gut nachvollziehbar sein, und es kann, um Aufmerksamkeit zu gewinnen, auch rhetorische Mittel einsetzen. Aber diese sollten allein im Namen der zu vermittelnden Sache eingesetzt werden, nicht wie bei der Rede, um das Publikum zu etwas zu bewegen.

 
Reportage
eine informierende Darstellungsform, die Nachricht und Bericht "ergänzt", aber nicht "ersetzt" (Schult/Buchholz S.156). Im Unterschied zum Bericht muss die Reportage nicht alle Aspekte des Geschehens zur Kenntnis nehmen und das Wichtigste auswählen, sondern kann nur einen Teil der Wirklichkeit spotlichtartig ausleuchten. Sie führt Leser, Zuschauer oder Hörer (in der Live-Reportage zeitgleich) vor Ort, lässt das Publikum das Ereignis mit den Augen des Reporters sehen. Die Subjektivität sollte sich indes auf die Sinneseindrücke des Reporters beschränken, "bei Recherche und Schilderung" sollte er sich (nach La Roche S.137) "um Objektivität" bemühen. Klassisches Beispiel für die Reportage ist die Seite 3 der Süddeutschen Zeitung.

 
Rhetorik
(gr: die Redekunst) ist die Theorie und Praxis der wirkungsmächtigen Beredsamkeit, bei der es mindestens so entscheidend ist, wie man etwas sagt, wie was man sagt. Jede nähere Definition der Rhetorik hängt davon ab, was die Definierenden von ihr halten: Ob Rhetorik überhaupt eine wirkliche Kunst ist, wie Gorgias meint, oder bloß Schmeichelei und Manipulation (Platon), ob Rhetorik nur die Kunst der auf Wirkung bedachten mündliche Rede ist (Aristoteles), oder insgesamt die "Königin aller Künste und Wissenschaften" (Quintilian), ob die kunstvolle Rede darauf abzielt, andere zu überreden und zu überwältigen (Gorgias), oder sie durch Plausibles zu überzeugen (Aristoteles).

 
Rhetorische Figuren
standardisierte Stilfiguren, die von der 'normalen' Sprache abweichen und dazu dienen, Aufmerksamkeit zu erzeugen, etwas zu intensivieren, zu veranschaulichen oder auszuschmücken. Dazu gehören 1. Redefiguren wie Alliteration und Inversion, die eine Äußerung auf Satzebene wirkungsvoll verändern, 2. Tropen, die mit einer effektvollen Veränderung auf der Wortebene spielen, wie Metapher oder Euphemismus, und 3. Gedankenfiguren wie die Personifikation oder die rhetorische Frage. Aus der Redekunst und Dichtung hervorgegangen, haben sich zahlreiche rhetorische Figuren auch in der Alltagssprache und Werbung etabliert. Sie spielen überall da eine Rolle, wo es genauso darauf ankommt, wie einer etwas sagt, wie was er sagt.

 
Rhetorische Frage
eine "unechte" Frage, die nicht auf eine Antwort zielt, sondern eine Aussage affektiv stärken, etwas behaupten oder zu etwas auffordern will. Wer glaubt denn noch an den an den Osterhasen?

 
Schweigespirale
Theorie von Elisabeth Noelle-Neumann, die besagt, dass die öffentliche Meinung vor allem die Meinung von lauten Meinungsmachern (Journalisten) ist, die nicht repräsentativ für das Volk ist. Was medial nicht vertreten ist, obwohl es viele meinen, wird hiernach aus Angst, mit seiner Meinung allein dazustehen, verschwiegen.
 
Smiley
populärstes Symbol der Chatter und E-Mail-Benutzer, das ohne großen Tastenaufwand in seinen reichen Variationen allerlei Emotionen und Mutmaßungen transportiert. Für :"User raucht Zigarette" steht z.B. :-i , für "dumme Frage" steht <:). Tipps für Nicht-Chatter: Der Witz bei der Sache ist, man muss die Smileys um 90° gedreht lesen, und wenn man sie dann noch immer nicht kapiert, hilft z.B. Klick. Dort bietet eine auch ansonsten netzkundige Suchmaschine unter dem Stichwort Smiley eine erste Einführung in diesen Netzcode.

 
Statement
Erklärung, Feststellung, meist als Ausschnitt aus einem Interview. Ein Statement ist die authentische Aussage einer öffentlich relevanten Person, die damit selbst wieder zur Quelle einer originären Nachricht wird.

 
Tageszeitungen
Nachrichtenblätter, die periodisch, aber anders als der Name nahe legt, nicht täglich, sondern mindestens zweimal wöchentlich erscheinen. 1650 erschien in Leipzig die erste deutsche Tageszeitung.

 
Textanalyse
Untersuchung eines Textes, die darauf abzielt, den Gegenstand, das Thema des Textes zu erfassen, die Aussageabsicht und die dazu verwendeten sprachlichen Mittel zu erkennen und eigenständig zu beurteilen. Zur Textanalyse gehört 1. eine Inhaltsangabe, die sachlich und präzise über den Kerngedanken des Textes informiert und seine wichtigsten Thesen, Argumente und die Intention in eigenen Worten zusammenfasst. 2. eine Stellungnahme, eine begründete Meinungsäußerung, die zeigt, dass der Leser den Originaltext verstanden hat und das Thema eigenständig beurteilen kann. Das Ergebnis der Stellungnahme sollte eine argumentativ gestützte eindeutige Bestätigung oder Gegenposition der in Frage stehenden These enthalten.

 
These
Behauptung, die um nicht reine Meinung zu bleiben, der Begründung, einer vernünftig nachvollziehbaren Argumentation bedarf.

 
Trailer
im TV stets wiederkehrende, grafisch und akustisch gestaltete Elemente, die als Vorspann vor Sendungen laufen oder nach Werbeunterbrechungen.

 
UMTS
Universal Mobile Telecommunications System(s): ein weltweiter Mobilfunkstandard, der sich noch in der Entwicklung befindet, aber bald auch hierzulande für höhere Bandbreiten sorgen soll. Mit einer Datenübertragungsgeschwindigkeit von bis zu zwei Megabit pro Sekunde kann man dann per Handy die unendlichen Möglichkeiten des WWW nutzen.

 
Verlagsgruppe
Gruppe von Verlagen, die um einen sog. "Mutterverlag" zentriert sind, der mindestens zu 25% beteiligt ist an all den zur Gruppe gehörenden Verlagen, die darum auch "Tochterverlage" genannt werden. Bei der Tagespresse ist die auflagenstärkste Verlagsgruppe der BRD im Jahr 2000 nach wie vor die Verlagsgruppe von Axel Springer, beim Buchmarkt die Bertelsmann-Springer-Gruppe (siehe Die 100 größten Verlage).

 
Virtuell
was der Möglichkeit und dem Vermögen nach da ist, aber faktisch nicht existiert. Seit die digitale Technik die Wirklichkeit fast perfekt nachahmen und simulieren kann, setzen die Virtuosen des Cyberspace darauf, dass die computergenerierte "virtual reality" einst die "echte" Wirklichkeit ersetzt.

 
Volkslied
von engl. popular song, ein von Herder geprägter Begriff für ein gereimtes Lied von meist unbekanntem Verfasser, der "dem Volk aus der Seele spricht" (zitiert nach Best S.592) . Bezeichnend für das Volkslied sind ein schlichter Ausdruck, einprägsamer Inhalt, eingängige, einfache (meist gereimte) Form (und Melodie) und ein Vierer- oder Dreiertakt mit Kehrreim.

 
WAP
Wireless Application Protocol. Eine drahtlose Technologie, die es möglich macht, im Handy-Display Internetseiten abzurufen, die speziell für Handys aufbereitet werden.

 
Werbeslogan
(Slogan = engl. Schlachtruf) Werbespruch, der durch Sprachwitz und/oder Originalität die Aufmerksamkeit wecken und zugleich für einen gesteigerten Wiedererkennungswert des Produktnamens sorgen soll. Die zarteste Versuchung, seit es Schokolade gibt.

 
Werbespot
ein auch Commercial genannter meist recht aufwändig gedrehter Werbefilm, der in der Regel 30 Sekunden dauert.

 
Wissenskluftthese
auch Knowledge-Gap-Hypothese. Sie besagt, dass sich durch ein wachsendes Informations- und Medienangebot die Kluft zwischen Menschen mit formal höherem und Menschen mit niedrigerem Bildungsgrad vergrößert. Diese 1970 von den Kommunikationsforschern Phillip J. Tichenor, George A. Donohue und Clarice N. Olien entwickelte Befürchtung gewinnt im angehenden Informationszeitalter Brisanz. Sie lässt allerorts die Forderung nach einer neuen Bildungsstrategie und -politik laut werden, die angesichts der Informationsflut für mehr Chancengleichheit sorgen soll.

 
WWW
World Wide Web. Oft mit dem Internet, dessen Teil es nur ist, verwechseltes Netz, in dem man weltweit Dateien, Texte, Bilder, Töne, Videos etc. per Mausklick abrufen kann. Dieses größte Netz des Internet wurde möglich, als Tim Berners-Lee mit seinen Kollegen am Kernforschungszentrum CERN in Genf um 1990 den Programmier-Standard HTML für den weltweiten Datenaustausch entwickelte.

weiterBibliographie

 
Stand: 25.9.2002