Deutsch - Glossar
A-B-C-D-E-F-G-H-I-J-K-L-M-N-O-P-Q-R-S-T-U-V-W-X-Y-Z
- Alliteration
- gleicher Anlaut der Stammsilben. "Komm Kühle, komm küsse
den Kummer" (Brentano zitiert nach Best
S.25).
- Antithese
- gr. Gegensatz, Entgegenstellung von Begriffen und Gedanken,
z.B. Heiß geliebt und kalt getrunken. Im Zusammenhang der dialektischen
Erörterung bedeutet Antithese die Behauptung, die sich kontrovers
auf eine vorliegende These bezieht und das Gegenteil vertritt.
- Aufsager
- hat nichts mit Gedicht-Aufsagen zu tun, sondern bezeichnet im TV-Jargon
das, was ein Reporter vor der Kamera im On spricht, also solange
er im Bild ist. Früher war der Aufsager Auslandskorrespondenten vorbehalten,
um die Situation einzuschätzen, die Fakten einzuordnen, und damit
der Sender zugleich demonstrieren konnte, dass er einen Informanten vor
Ort hat. Heute ist er fester Bestandteil aller Nachrichtensendungen, auch
wenn es um Berichte aus dem Inland geht
.
- Agenda-Setting-Theorie
- Danach bestimmen die Medien, was jeweils an der Tagesordnung ist, was die
Themen unseres öffentlichen Interesses sind. Die Redakteure in Presse
und Rundfunk haben hiernach einen direkten Einfluss darauf, worüber
wir nachdenken, aber nicht darauf, wie wir darüber denken.
- Ballade
- von ital. ballata, Tanzlied. Die Ballade hat sich im 18. Jahrhundert
in Deutschland eingebürgert als Gedicht, das lyrische Elemente (Grundstimmung/gebundene
Form) mit epischen Stoffen und dramatischem Aufbau vereinigt und in gebundener
knapper Form eine Begebenheit erzählt. Man unterscheidet die Volksballaden,
die einen unbekannten Verfasser haben, von den Kunstballaden, die von
bekannten Dichtern geschaffen werden. Als erste Kunstballade gilt August
Bürgers Lenore (1773).
- Bericht
- "Der Bericht ist der Bruder der Nachricht, aber größer und auch
schon ein wenig reifer" (La Roche
S.129). Er ist eine tatsachenbezogene, um Objektivität bemühte Darstellungsform,
die möglichst gründlich und meist länger als 20 Zeilen oder eine
Minute über ein Ereignis oder Thema informiert. Im Unterschied zur Nachricht
erhellt der Bericht auch die Zusammenhänge, Hintergründe und die Vorgeschichte
des Ereignisses.
Beim Korrespondentenbericht ist der Journalist als Augenzeuge zugleich
Quelle der Information. Was persönliche Ansicht ist, sollte deutlich zu erkennen
sein. Im Hörfunk bezeichnet man den abgelesenen längeren Text (außer
der Nachricht und der Verkehrsdurchsage) als Bericht. Enthält er Originaltöne,
heißt er "O-Ton-Bericht".
- Bookmarks
- elektronische Lesezeichen auch Favoriten genannt , durch
die man im Browser die Adressen all der Websites speichern kann, auf die
man ohne viel zu tippen wieder zurückkommen möchte.
- Borderline-Journalismus
- Journalismus, der auf eine unzulässige, aber zuweilen gut verkäufliche
Mischung von Fakten und Fiktion baut, es also mit der Wahrheit und der
Verantwortlichkeit des Journalisten nicht so ernst nimmt. Prominente Beispiele
der letzten Jahre sind die gefälschten Fernsehreportagen von Michael
Born und die fingierten Interviews mit Hollywoodstars, die Tom Kummer
im SZ-Magazin veröffentlichte.
- Boulevardzeitung: Straßenverkaufszeitung
- ursprünglich sagt Boulevard lediglich etwas über den Vertriebsweg
von Zeitungen aus. Im Unterschied zu den meisten Tageszeitungen werden
Boulevardzeitungen ausschließlich auf der Straße, am Kiosk
verkauft, weshalb sie auch anders als die Abonnementzeitschriften aufgemacht
sind: mit Großbuchstaben, vielen Bildern und Überschriften,
die nach Aufmerksamkeit heischen. Die erste Boulevardzeitung war die 1904
von Ullstein gegründete BZ am Mittag. Im übertragenen Sinn bezeichnet
man als Boulevardblätter oder -sendungen die Medien, deren Stil und
Inhalte auf der Straße, beim ‚gemeinen Volk' ankommen: sensationelle
Nachrichten, Sex, Crimes und VIP-Klatsch.
- Browser
- (von engl. to browse: grasen, blättern) Software, die nötig ist,
um all das auf dem Bildschirm eines Rechners darzustellen, was das Internet zu
bieten hat. Die ersten Browser gestatteten nur das Abgrasen der Inhalte des WWW,
also der in HTML (Hyper-Text-Markup-Language) verfassten Dokumente. Neuere Browser-Versionen
ermöglichen auch die Darstellung und interaktive Nutzung dessen, was die
anderen Internet-Dienste zu bieten haben: E-Mail, Newsgroups etc. Am verbreitetsten
sind der Netscape Navigator bzw. Communicator und der Microsoft Internet Explorer,
weitere Browser sind Hot Java und Mosaic.
- Chatten
- (von engl. to chat: plaudern, schnattern) eine der populärsten
Kommunikationsformen im Netz. Zeitgleich wie beim Telefon, nur per Tastatur,
kann man sich hier mit mehreren zu einer formlosen Online-Konferenz zusammenschließen,
bei der allerdings eine gewisse "Netiquette", also Spiel- und Verhaltensregeln
einzuhalten sind. Da das Chatten über die Tastatur ziemlich Zeit
raubend ist und ihm (im Unterschied zum Telefon) der berühmte Ton
fehlt, der die Musik macht, haben sich die Chatter ein ausgeklügeltes
Symbolsystem ausgedacht, das allerlei Emotionen signalisiert. Der berühmteste
ist der Smiley in allen Varianten, von überglücklich bis äußerst
verschnupft. Mittlerweile gibt es kaum ein Thema, über das es im
Internet noch keinen Chat gibt.
- Corporate Identity
- das Einheitliche eines Unternehmensauftritts, das den Wiedererkennungswert
ausmacht bei den verschiedenen Maßnahmen, mit denen sich ein Unternehmen
präsentiert. Die Corporate Identity spielt bei der Gestaltung der Produkte,
der Informationen, der Werbung bis hin zur Architektur und Kleidung der Mitarbeiter
eine entscheidende Rolle.
- Cyberspace
- von William Gibson in seinem 1984 erschienenen Kultroman Neuromancer
geprägter Begriff für eine vom Computer geschaffene virtuelle
Welt, in die man eintreten und die man auch mit allen Sinnen (selbst mit
dem vom Rechner bislang untangiert gebliebenen Tastsinn) erfahren kann.
Also: Zukunftsmusik vom Feinsten oder höchster Grad der Entfremdung
da scheiden sich die Geister.
- Dialektische Methode
- Methode der kontroversen Argumentation, die meist auf den Idealisten G.W.F.
Hegel zurückgeführt wird. Sie ist dreistufig, triadisch, aufgebaut:
These (Pro) Antithese (Kontra) Synthese: Schluss, der Pro
und Kontra vermittelt, indem er den Widerspruch auflöst und die entgegengesetzten
Thesen in einer "höheren Wahrheit" aufhebt.
- Duales Rundfunksystem
- Fachbegriff für das seit 1984 bestehende geregelte Nebeneinander von
privatwirtschaftlichen und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Dabei
ist Rundfunk der technische und juristische Sammelbegriff für Hörfunk
und Fernsehen.
- Dokumentation
- wohl die umfangreichste journalistische Form, die ein Geschehen oder Thema
in einen umfassenden Zusammenhang einordnet, wobei sie eine möglichst
objektive Position einnehmen und sachlich informieren sollte. Die Dokumentation
fußt auf einer gründlichen Recherche, zu der Interviews, Publikumsumfragen
und die Nachforschung nach einschlägigem Material in möglichst
vielen Archiven gehört. Sie arbeitet mit Aktenauszügen, dokumentarischen
Texten und bei Hörfunk und Fernsehen mit Originalaufnahmen,
die der Dokumentation Authentizität, Lebendigkeit und Gegenwärtigkeit
verleihen. Man unterscheidet "Langzeitdokumentationen", die die
Entwicklung eines Geschehens über Monate und Jahre hinweg darstellen,
"historische Dokumentationen", die historische Ereignisse ausleuchten
und Personen vorstellen, "die Geschichte gemacht oder erlebt" haben, und
"zeitgeschichtliche Dokumentationen", die von den Zeitzeugen leben,
die das Geschehen miterlebt haben (siehe Schult/Buchholz
S.201).
- Drama
- gr.: Handlung, Geschehen: Eine der drei natürlichen Grundformen
der Dichtung, die in spannungsgeladenen Dialogen und Monologen Welt entfaltet,
indem sie eine geschlossene Handlung in Szenen und Akten darstellt. Die
früheste Form des Dramas ist die attische Tragödie, die späteste
das epische Theater. Während Aristoteles nur zwei Formen des Dramas,
Tragödie und Komödie unterschied, wurden im Laufe der Geschichte
je nach Stoff, Handlungsablauf und Darstellungsweise weitere Differenzierungen
vollzogen: "Figurendrama", "historisches Drama", "Bürgerliches Trauerspiel",
"episches Theater" etc. Bei Theater-untauglichen Stücken spricht
man von Lesedrama.
- Elegie
- in der Antike bezeichnete man alle Gedichte, die aus Distichen (= aus
je einem Hexameter und einem Pentameter bestehende Verspaare) bestehen,
als Elegie. Im Besonderen versteht man darunter das Klagegedicht, den
Ausdruck der Trauer über Verlust, Tod, Trennung, Zerrissenheit des
Daseins kurz, der Vergänglichkeit und Hinfälligkeit alles
Irdischen aus der Perspektive des Absoluten. Höhepunkt der elegischen
Dichtung in Deutschland ist Hölderlin, Rilke hat ihm mit seinen Duineser
Elegien ein modernes Pendant geschaffen.
- Ellipse
- von gr. Auslassung: Eine der Unmittelbarkeit des Ausdrucks dienende
rhetorische Figur, bei der Satzglieder ausgelassen werden, ohne den Sinnzusammenhang
zu zerstören.
- Epik
- von gr. Epos = Erzählung, Wort, Vers abgeleitete Bezeichnung für
erzählende Dichtung mit objektivierender/distanzierender Grundhaltung
des Erzählenden zur erzählten Begebenheit. Als eine der drei
natürlichen Grundformen der Dichtung (neben Drama und Lyrik) ist
die epische Dichtung dadurch gekennzeichnet, dass sie in Prosa oder Versform
vergangene/abgeschlossene Ereignisse und Begebenheiten der inneren oder
äußeren Welt vom Standpunkt eines Erzählers wiedergibt.
Nach Goethe (Noten und Abhandlungen zum besseren Verständnis des
West-östlichen Divans, 1819) behauptet die Epik als die ‚klar erzählende'
die Mitte zwischen den anderen beiden ‚Naturformen der Poesie': der ‚enthusiastisch
aufgeregten' Lyrik und der ‚persönlich handelnden' Dramatik (vgl.
Best S.150).
- Episches Theater
- allgemein: Bezeichnung für Dramen mit epischen Momenten, z.B. mit
deutenden Chorpartien oder distanzierenden Darstellungseinlagen, die die
Illusion der Handlung durchbrechen. Im Besonderen: die Theatertheorie
und -praxis Bert Brechts, die sich in Absetzung von der traditionellen,
"aristotelischen" Dramaturgie bestimmt. 1. sollen Schauspieler und Zuschauer
Abstand zu den dargestellten Figuren/der Handlung haben und sich nicht
emotional mit ihnen identifizieren, 2. sie als Schein und Spiel durchschauen
und auf mögliche/nötige Alternativen zum Dargestellten reflektieren.
Um die Zuschauer zu distanziert-kritischen Beurteilern, statt zu Mitleidern
der Handlung zu machen, setzt Brecht auf systematische "Verfremdungseffekte",
die die Illusion zerstören.
- Eristik
- von gr. eris = Streit. Kunst und Technik des Redestreitens. Arthur
Schopenhauer hat die Eristik durch seine "Eristische Dialektik", das
Opus, Die Kunst, Recht zu behalten, wieder populär gemacht. Es lehrt,
mit welchen Tricks man Recht behält, egal, ob man Recht hat oder nicht.
- Erörterung
- in unserem Zusammenhang ein gegliederter Aufsatz, der sich argumentativ
mit einem Problem oder einem strittigen Sachverhalt auseinander setzt.
Ist ein Text Ausgangspunkt der Problementfaltung, dann spricht man von
einer textgestützten Erörterung, sonst von einer freien Problemerörterung.
Man unterscheidet zwei Grundtypen der Erörterung: 1. die steigernde
oder lineare, die ein Problem oder einen Sachverhalt Schritt für
Schritt zuspitzt, so dass das wichtigste Argument zuletzt kommt. 2. die
dialektische Erörterung, die das Pro und Kontra, die kontroversen
Ansichten zu einem Problem oder Sachverhalt entfaltet und These und Antithese
am Schluss in einer Synthese vermittelt.
- Euphemismus
- beschönigender Ausdruck, der eine unangenehme, gefährliche
oder anstößige Sache umschreibend verhüllt. Z.B. statt
sterben: ableben, entschlafen oder verscheiden; statt Völkermord:
ethnische Säuberung.
- Eye-catcher
- nicht Augenweide, sondern Blickfang. Von den Printmedien gezielt eingesetzte
großformatige Bilder und fettgedruckte Schlagzeilen, die Aufmerksamkeit
erheischen sollen.
- Fabel
- (lat. fabula = Erzählung) allgemein: Plot, Stoff und Grundplan
einer Dichtung. Im Besonderen eine literarische Gattung kurzer lehrhafter
Dichtung in Versen oder Prosa, die seit Äsop der Belehrung dient.
Die Akteure der Fabel im engeren Sinn sind Tiere, Pflanzen oder unbelebte
Naturdinge, die so handeln und sprechen wie Menschen (Anthropomorphisierung).
Die Figuren der Fabel sind Typen, keine Individuen, ihre Erzählweise
ist antirealistisch: Sie ist nicht auf Täuschung und Illusion angelegt,
sondern auf satirischen Witz oder Belehrung. Das "fabula docet" ist mal
explizit, mal implizit in der Fabel enthalten.
- Feature
- oft ein Sammelbegriff für alle großen Formate, also umfassende
Berichte, Reportagen und Dokumentationen. Als Feature (von engl. Gesichtszug,
typische Eigenschaft) wurde ursprünglich die mit Musikeinspielungen und anderen
akustischen Einlagen aufgelockerte journalistisch-künstlerische Radiosendung
bezeichnet, die sich durch ihre Attraktivität von den gewöhnlichen Radiovorträgen
unterschied. Im engeren Sinne ist ein Feature eine umfangreiche und illustrierende
Analyse eines nicht unbedingt (wie bei der Reportage) aktuellen Themas, z.B. Bedeutung
und Herkunft der Eier beim Osterfest. Charakteristisch für es ist "der ständige
Wechsel zwischen Anschauung und Abstraktion, zwischen Schilderung und Schlussfolgerung"
(La Roche S.139).
- Flugblatt
- eine meist einseitige "Drucksache, die in knapper eindringlicher Argumentation
in Bild und/oder Sprache eine Nachricht oder Botschaft übermittelt.
Die Grenzen zum Maueranschlag oder Plakat sind ... fließend. Entscheidend
ist das aperiodische Erscheinen und eine nichtgewerbliche Vertriebsform,
die in der Regel auf persönlicher Weitergabe beruht" (Klaus Kirchner.
Flugblätter. München 1974 S.9).
- Glosse
- eine Spielart des Kommentars, die literarisches Talent, Witz und den
"bösen Blick" voraussetzt, denn sie ironisiert, verspottet, tadelt
oder entlarvt ihren Gegenstand. "Die Glosse ist der gut beobachtete Augenblick
zwischen zwei Wimpernschlägen. ... Das heißt: Die Glosse sieht
einem einzigen Schritt an, ob derjenige, der ihn tut, den aufrechten Gang
pflegt oder ein Kriecher ist; die Glosse erschnüffelt aus einem Rülpserchen
die Schlemmereien einer ganzen Woche" (La
Roche/Buchholz S.169f.). Berühmt ist die SZ für ihre
tägliche Glosse auf der ersten Seite, das Streiflicht.
- Gruppe 47
- im September 1947 von Hans Werner Richter ins Leben gerufene, bis 1967
sehr einflussreiche Gruppierung von Autoren, Kritikern und Verlegern,
die einen neuen literarischen Anfang setzen und für ein demokratisches
Deutschland sorgen wollten. In wechselnder Besetzung traf sich die Gruppe
mindestens einmal jährlich zu Dichterlesungen und anschließender
Spontankritik. Die starke Medien- und Marktpräsenz machte die Diskussionsrunde
schließlich zu einer Literaturbörse. Zu den prominenten Autoren
der Gruppe gehörten: Alfred Andersch, Ilse Aichinger, Ingeborg Bachmann,
Heinrich Böll, Günter Eich, Günter Grass, Hans Magnus Enzensberger,
Helmut Heißenbüttel und Martin Walser.
- Hymne
- von griechisch Festgesang, bezeichnet ursprünglich einen kultisch verankerten Weihe- oder Preisgesang zu Ehren eines Gottes. Seit dem Barock und insbesondere inspiriert von Klopstocks enthusiastischer Dichtung in freien Rhythmen (z. B. Dem Allgegenwärtigen) öffnete sich die Hymne auch dem subjektiven religiösen Gefühl und anderen Themen, die eine erhabene Behandlung vertrugen: Freundschaft, Freiheit, Vaterland etc. Kennzeichen der Hymnen sind eine gehobene Sprache, erhabene Stoffe, freie Rhythmen und metrische Ungebundenheit.
- Hyperbel
- gr. Darüberhinauswerfen. Rhetorisches Stilmittel der positiven
oder negativen Übertreibung, das z.B. dazu dient, intensiven Gefühlen
Ausdruck zu verleihen, oder etwas durch den übersteigerten Ausdruck ins Absurde,
Unglaubwürdige zu wenden.
- Hypertext
- von Ted Nelson 1965 geprägter Begriff, der heute alle in HTML (Hyper-Text-Markup-Language)
verfassten, verlinkte Texte bezeichnet. Nelson: "Hypertext ist eine sehr
biologische Art der Informationsvermittlung, da er nachahmt, wie unser
Gehirn Information verarbeitet, organisiert und wiederfindet. Er schafft
einen organischen Informationsraum, im Gegensatz zu dem künstlichen
linearen Format, der vom Druckparadigma erzwungen wurde. Hypertext bildet
Links genannte Verknüpfungen zwischen Informationsbrocken, die Nodes,
Knoten, genannt werden. Die sich daraus ergebende Struktur heißt
Web, Gewebe. Hypertext erlaubt die Herstellung außerordentlich
reichhaltiger, flexibler Dokumente und Metadokumente, besonders in Verbindung
mit Multimedia" (zitiert nach Zimmer
S.53f.).
- Internet
- Das Netz der Netze, das weltweit Millionen Computer verbindet und auf einem
gemeinsamen Übertragungsprotokolle fußt, dem IP (Internet Protocol),
auch TCP (Transfer Control Protocol) genannt. Der Service des Internet umfasst
u.a. das WWW, E-Mail, Newsgroups, Chats und ftp-Server, die mit dem File Transfer
Protocol das Herunterladen (Download) von Daten aus dem Netz ermöglichen.
Interview
- unverzichtbare Methode der journalistischen Recherche, deren Ergebnis
zu einer Nachricht werden, in eine Reportage, einen Kommentar, eine Dokumentation,
einen Bericht oder ein Feature einfließen kann. Neben dem Interview
als Grundhandwerkszeug und Vorarbeit der journalistischen Recherche gibt
es das Interview als eigenständige journalistische Darstellungsform.
Dies wird nach La Roche
(S.143) in drei Arten unterteilt: Das Interview zur Sache, das
Informationen über Fakten vermitteln will, das Meinungsinterview,
das eine (meist prominente) Person nach ihrem Urteil über ein Ereignis
oder einen Sachverhalt befragt, und das Interview zur Person, das
einen Menschen durch seine Antworten skizzieren will. Exemplarisch und
inzwischen legendär für Letzteres ist Günter Gaus’ Reihe
Zur Person.
- Inversion
- Veränderung der gewohnten Folge von Satzgliedern, um bestimmte Worte
zu betonen. Unendlich ist die jugendliche Trauer.
- Investigativer Journalismus
- Enthüllungsjournalismus. Seine Freunde sagen, er deckt öffentlich
relevante Skandale aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf, seine
Gegner sagen, er macht diese Skandale aus Profitgier. Exemplarische Resultate
des IJ sind die Spiegel-Affäre, die Affäre um die Neue
Heimat (Spiegel) oder die Schwarzgeldaffäre der CDU (SZ).
Bezeichnend für den IJ ist eine gründliche und möglichst
gut abgesicherte Recherche und das Geheimhalten der bislang vertuschten
Sachverhalte vor den Betroffenen bis zur Veröffentlichung. Die Gefahr
der Einseitigkeit und der parteiischen Berichterstattung steigt mit der
Konkurrenz auf dem Medienmarkt. Letztere verlockt bisweilen dazu, mehr
"exklusive" Entdeckungen zu melden, als zu melden sind.
- Kommunikation
- Minimalkonsens ist, dass es zur Kommunikation mindestens einen Sender, einen
Empfänger und so etwas wie eine Botschaft braucht. Aber es gibt mindestens
160 Definitionen dieses Begriffs (siehe
Maletzke S.37). D.h. grundsätzlich muss jeder, der darüber
reden will, genau sagen, was er darunter versteht, sonst wird er missverstanden
und es gibt womöglich Kommunikationsprobleme. Aus dieser Tatsache
sei eine Definition von Kommunikation abgeleitet: Kommunikation ist jegliche
(ob verbale oder nonverbale, durch Gesten, Bilder, Zeichen, Mimik) Äußerung
von Menschen, die von anderen Menschen missverstanden oder verstanden
werden kann. Diese interpersonal auf das (Miss-)Verstehen von Botschaften
ausgerichtete Definition schließt all die Beziehungen zwischen Menschen
und anderen Wesen (z.B. zwischen Mensch und Maschine oder zwischen Tieren)
aus, die manchmal auch unter den Begriff "Kommunikation" gefasst werden.
- Kommentar
- Die in soliden Blättern und Sendern deutlich vom Informationsteil
getrennte Meinungsäußerung, die sich alles zum Gegenstand machen
kann, was auch eine Nachricht wert ist. Dazu gehören der Leitartikel,
die Glosse, Lokalspitze, Rezension, Kritik und die Kolumne. Kennzeichen
aller Kommentare ist, dass sie andere zu etwas bringen wollen, sei es
zum Nachdenken, zu einem bestimmten Urteil, Handeln oder Verhalten. Kommentare,
die motivieren, indem sie unterschiedliche Meinungen analysieren und echte
Überzeugungsarbeit leisten, nennt man Argumentations-Kommentare.
Davon unterschieden sind die Geradeheraus-Kommentare, mehr oder
weniger geschickte Überredungsstrategien, die einzig die Gesinnung
des Kommentierenden präsentieren. Nur Anstoß sein zum Nachdenken
und Innehalten will die dritte Form, der Einerseits-Andererseits-Kommentar:
Er wägt verschiedene Positionen ab mit dem Fazit: Was besser ist,
steht (noch) in den Sternen (vgl. La
Roche S.152)
.
- Kritik
- ob Filmkritik, Theaterkritik oder Literaturkritik bzw. Rezension, "Kritik
bedeutet: Aus Kenntnis beschreiben und urteilen" (Hooffacker/Lock
S.37). Zu einer guten Kritik gehören möglichst anschauliche
und treffende Informationen über den Inhalt des Gelesenen oder Geschauten
und den Autor bzw. die Darsteller. Genauso wichtig ist aber auch die Einordnung
des Gelesenen/Geschauten in das Werk des Autors und das Genre mitsamt
einer fairen Beurteilung des Rezensenten.
- Kurzgeschichte
- kommt wie ihr Name Short Story aus dem Angloamerikanischen und bezeichnet
die kurze Erzählform in Prosa, die sich in Deutschland erst nach
dem Zweiten Weltkrieg als eine eigenständige hochstehende literarische
Form durchsetzen konnte. Die Kurzgeschichte ist kürzer als die Novelle
und legt im Unterschied zu ihr Alltagsthemen zugrunde, die sie zu ungewöhnlichen
Situationen zuspitzt. Sie ist "ein Stück herausgerissenes Leben"
(W.D. Schnurre), d.h. fragmentarisch und im Unterschied zur Novelle nicht
auf das allgemein Bedeutsame/Symbolische einer "unerhörten Begebenheit"
konzentriert. Die offene Form, ein unvermittelter, nicht durch eine Einleitung
versehener Beginn und pointiertes Ende, verschiedene Erzählperspektiven,
Durchschnittsmenschen oder Außenseiter der Gesellschaft als Personal,
Verzicht auf einen deutenden Horizont und die Konzentration mehr auf eine
Situation als auf eine Handlung sind weitere Unterscheidungskriterien
zur Novelle.
- Literatur
- Gesamtheit der schriftlich niedergelegten Äußerungen, im engeren Sinn die so genannte "Schöne Literatur" oder Belletristik, zu der sowohl fiktive Texte als auch Autobiographien,
Memoiren, Tagebücher und Briefe gehören. Was zur "Schönen Literatur" gezählt wird, ist jeweils von Geschichte, Kultur und Gesellschaft abhängig. Allgemein verbindliche Kriterien, die ästhetische und formale Mindestanforderungen festsetzen, gibt es nicht.
- Lyrik
- von gr. lyra = Leier, ursprünglich von der Leier begleiteter Gesang,
der sich durch Rhythmus, Metrum, Vers, Reim und Bildersprache auszeichnet.
Die Lyrik (Poesie) gilt als Urform des Dichterischen und wurde
anders als das bereits in der Antike definierte Drama und Epos
erst ab der Mitte des 18. Jahrhunderts als eigene literarische Gattung
systematisiert. Insbesondere im deutschen Sprachraum setzte sich ein verkürztes
(Pindarische Hymnen, Lehrgedichte und politische Dichtung außer
Acht lassendes) Verständnis der Lyrik durch. Bis zum 20. Jahrhundert
gilt Lyrik hier als subjektive, gefühlsbestimmte Rede von Empfindungen
und Stimmungen als Dichtung also, die ganz der "Innerlichkeit"
verschrieben ist, im Kontrast zur Welt, der Äußerlichkeit.
- Märchen
- kommt vom mittelhochdeutschen maere (Kunde, Bericht), bezeichnet aber
eine der Realität und ihren kausalen Gesetzen enthobene kurze epische
Form mit phantastisch-wunderbarem Inhalt. Man unterscheidet die Volksmärchen,
die nach langer mündlicher Überlieferung aufgezeichnet und gesammelt
werden z.B. Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder
Grimm von den Kunstmärchen, die sich ganz dem künstlerischen
Schaffen verdanken (E.T.A. Hoffmann, Clemens Brentano, Oscar Wilde). Typisch
für Märchen sind 1. die Formeln zu Beginn und am Ende: Es
war einmal etc., 2. phantastische und stark typisierte Figuren, die
meist streng in gut und böse, arm und reich, schön und hässlich
geschieden sind, 3. eine einsträngige Handlung, strikt auf die Helden
ausgerichtet und oft in drei Teile gegliedert. 4. Motive wie Vertreibung/Auszug,
Missachtung der Helden, ausgleichende Gerechtigkeit, Sieg des Guten, Bestrafung
oder die Selbstzerstörung des Bösen. 5. eine einfache, anschauliche,
mit wiederkehrenden (Zauber- und Verwünschungs-)Formeln und Allgemeinplätzen
bestückte Sprache, die mit schroffen Gegensätzen arbeitet.
- Massenkommunikationsmittel
- auch genannt: Massenmedien, sind Träger indirekter Aussagen
an ein breites zerstreutes und anonym bleibendes Publikum. Generell zählen
zu ihnen die Druckmedien (sowohl periodische als auch nicht periodische
Druckerzeugnisse), Fernsehen, Hörfunk, Film, CD, Tonkassette und
Video. Wenn Massenkommunikationsmittel strikt als "Ein-Weg-Medien" aufgefasst
werden, in denen ein Sender mit Hilfe technischer Verbreitungsmittel die
gleiche Botschaft an viele Empfänger richtet, die selbst nicht wieder
zu Sendern werden, dann gehören PC und Internet nicht zu Massenmedien.
Aber das ist eine Sache der Definition und der Politik.
- MAZ
- Magnetbandaufzeichnung, auch als "die MAZ" bezeichnetes Magnetaufzeichnungsgerät.
Mit diesem Gerät hielt die Perfektion Einzug in das TV-Geschehen.
Die MAZ-Technik macht seit den 60er Jahren Voraufzeichnungen und damit
auch die Nachbearbeitung der Sendungen vor ihrer Ausstrahlung möglich:
Ungeliebte Versprecher, Gesten, Einblicke fallen seitdem gewöhnlich
bei der optischen und akustischen Überarbeitung einer Sendung heraus.
- Medien
- sämtliche Vermittlungsinstanzen von Botschaften, natürliche wie
technische. Dazu gehören Körper und Körpersprache, Mimik und Gestik,
gesprochene, geschriebene und gedruckte Sprache samt Druckerpresse, Farbe und
Papier, Licht, Fotos, Bilder und Leinwand, Ton und Tonträger, Fernseher -und
Hörfunk, Telefon, Internet samt allen technischen Hilfsmitteln zur Übertragung:
Kabeln, Satelliten, digitalen Netzen, Kanälen und Bildschirmen.
- Metapher
- gr. Übertragung, Ersetzung des eigentlichen Ausdrucks durch einen
Ausdruck aus einem anderen Sachbereich, der zum eigentlichen Ausdruck
in einem Analogieverhältnis steht. Nach Quintilian ist die Metapher
ein "verkürzter Vergleich". Sie dient der Veranschaulichung
eines abstrakten oder komplexen Zusammenhangs durch ein intuitiv erfassbares
Bild, das unmittelbar einleuchtet, z.B. das Haupt der Familie,
Redefluss.
- Nachricht
- "When a dog bites a man, that's not news, but when a man bites a dog,
that's news" (zitiert nach La
Roche S.64). Diese berühmte Man-bites-dog-Formel macht das ungewöhnliche
Ereignis zur Quintessenz der Nachricht. Sie umfasst damit die so genannten
"hard-news", Informationen über aktuelle Ereignisse aus Politik,
Gesellschaft, Wirtschaft und Natur, die wichtig und folgenschwer für
die Allgemeinheit sind, und die "soft-news", Informationen mit Unterhaltungswert,
die weder von allgemeinem Interesse noch folgenschwer sind: Kurioses und
Klatsch aus aller Welt. Als journalistische Stilform bezeichnet die Nachricht
eine möglichst verständliche, nach bestimmten Regeln (das Wichtigste
zuerst) aufgebaute, um Objektivität bemühte Mitteilung eines
aktuellen Sachverhalts.
- Neologismus
- gr. neu+Wort. Neugebildeter sprachlicher Ausdruck, der vorhandene
Sprachelemente zur Bezeichnung eines neuen Sachverhalts oder zur betonten
(oft wertenden) Neuinterpretation eines vertrauten Sachverhalts oder Verhaltens
kombiniert: kidnappen, Karrierefrauen.
- Netizens
- Im Jargon der engagierten Cybergemeinde, der Ausdruck für alle aktiven
User des Netzes, die sich im und durch das Netz in Initiativen als Bürgergesellschaften
organisieren.
- Netiquette
- auch Netikette: Verhaltenskodex der Netzuser, der E-Mailschreiber,
Newsgroup-Besucher und Chatter, der wie alle Etikette Ehrensache ist, aber im
Fall gravierender Verletzung zum Ausschluss aus der Gemeinde führen kann.
Daher informiere man sich rechtzeitig über die geltenden Regeln, z.B. bei
Klick.
- Newsgroups
- Pinnwände im Internet, auf denen jeder Statements aller Art (nicht nur
News, Nachrichten) zur Diskussion stellen kann. Sie werden von Usenet, einem speziellen
Internetdienst, organisiert. Im Unterschied zu den flüchtigen Chats werden
Newsgroups archiviert.
- New Journalism
- von US-amerikanischen Journalisten in den 60er Jahren ins Leben gerufene
journalistische Strömung, die sich gegen den "blutleeren Faktenjournalismus"
mit seiner objektiven Distanziertheit und der Trennung von Information
und Meinung wandte. Um den Zeitgeist festzuhalten, verquickte der New
Journalism fiktionale Erzählelemente mit akribischer Recherche, beleuchtete
die Szene subjektiv und aus der Innenperspektive ihrer Protagonisten und
in der ihr eigenen Sprache: Jargon, Szeneschlagwörter, Neologismen,
eine eigenwillige Interpunktion und Grammatik sollten die wirklichkeitsgesättigten
Reportagen dieser engagierten Journalisten prägen. Als Grundstein
des New Journalismus gilt die 1963 erschienene Reportage von Tom
Wolfe The Kandy-Kolored Tangerine-Flake Streamline Baby (dt: Das
bonbonfarbene tangerinrot-gesprizte Stromlinienbaby).
- Novelle
- von italienisch novella die Neuigkeit, bezeichnet die straff
und oft dramatisch komponierte, auf das Wesentliche/Bedeutende konzentrierte,
meist objektivierende Erzählung mittlerer Länge, die eine "unerhörte
Begebenheit" (Goethe) zum Gegenstand hat. Merkmale zahlreicher Novellen
sind: 1. der geradlinige, gedrängte Aufbau, 2. die Konzentration
auf ein Geschehen bzw. eine Handlung, die 3. oft dramatische Züge
trägt und 4. einen Wendepunkt (Peripetie) hat. 5. weicht das erzählte
Geschehen auffällig vom Alltäglichen ab, muss aber im
Unterschied zum Märchen wahrscheinlich, also grundsätzlich
möglich und glaubwürdig sein. 6. erhält der geschilderte
Einzelfall allgemeine Bedeutsamkeit: Er sagt etwas über das Leben
als Ganzes aus und weist über die Fiktion hinaus. 7. sind die meisten
Novellen aus der Perspektive des allwissenden auktorialen Erzählers
geschrieben. Ursprünglich waren Novellen eingebunden in eine Rahmenerzählung
und Bestandteil eines Zyklus nach dem klassischen Vorbild von Boccaccios
Decamerone.
- Ode
- von gr. Gesang, Lied, allgemein die Lyrik, die "innerlich und äußerlich
geprägt ist von Erhabenheit, Feierlichkeit, Würde, Gedankenschwung
und Gefühlstiefe" (Best S.371). Oden sind strophisch gegliedert,
metrisch gebunden, meist ohne Reime und streng aufgebaut, z.B. triadisch:
Strophe-Gegenstrophe-Nachstrophe. Höhepunkte der deutschen Odendichtung
sind Klopstocks enthusiastische Oden und Hölderlins von tragischer
Grundstimmung getragenen Oden.
- Parabel
- (gr. Nebeneinanderwerfen, Gleichnis) eine meist auf anschauliche Belehrung
abzielende kurze Erzählung, die eine allgemeine Erkenntnis (gemeinter
Sachverhalt) durch einen analogen, aus einem anderen Vorstellungsfeld
stammenden Vergleich (Bildebene) erhellt. Die Parabel unterscheidet sich
vom Gleichnis, das mit "so wie" direkt auf den gemeinten Sachverhalt verweist,
dadurch, dass bei ihr ein Vergleichspunkt zwischen Bild- und Sachebene
genügt und die Leser den Analogieschluss selbst ziehen müssen.
Im Unterschied zur Fabel verzichtet die Parabel auf Anthropomorphisierungen
(sprechende Tiere etc.). Die Parabel dient als rhetorisches Stilmittel
klassisches Beispiel ist Menenius Agrippa , zur religiösen
(NT: Das Gleichnis vom verlorenen Sohn) und sittlichen Erziehung
(Lessings Ringparabel) und zur Artikulation der modernen Befindlichkeit
(Kafka Vor dem Gesetz).
- Personifikation
- Ausstattung nichtlebender Wesen mit Eigenschaften oder Handlungsweisen,
die sonst nur Lebewesen zukommen, z.B. Mutter Natur, die Sonne lacht,
der Berg ruft, blinder Zufall.
- PR: Public Relations
- die gesamte Arbeit, durch die eine Institution, ein Unternehmen, eine
Partei, Regierung oder Bürgerinitiative o.Ä. Verbindung zur
Öffentlichkeit, genauer gesagt, zu den Massenmedien aufnimmt. Zuständig
für die PR ist die heutzutage meist von den Marketingabteilungen
getrennte Presseabteilung des jeweiligen Betriebs. Sie sorgt 1.
für die Information nach innen das ist Aufgabe des Pressereferenten,
der verfolgt und im Betrieb publik macht, was jeweils ansteht und was
in der Öffentlichkeit über den Betrieb kursiert. 2. sorgt sie
für Information nach außen das ist Aufgabe des Pressesprechers,
der die Medien über das Programm, Anliegen, die Veranstaltungen und
Produkte der jeweiligen Institution oder des Unternehmens informiert.
Ansprechpartner des Pressesprechers sind die Journalisten, wodurch sich
die Öffentlichkeitsarbeit von Werbung unterscheidet: Sie manipuliert
nicht, um etwas zu verkaufen, sondern informiert durch Pressemitteilungen
und -konferenzen. Natürlich muss ein guter Pressesprecher seinen
Betrieb schmeichelhaft präsentieren, aber wenn er, um zu schönen,
falsch informiert, verspielt er das Vertrauen der Journalisten und damit
die Chance via Medien seine Aktionen publik zu machen.
- Propaganda
- systematische und einseitige Verbreitung ideologischer politischer,
religiöser oder ähnlicher Ideen und Meinungen mit dem Ziel,
das allgemeine Bewusstsein zu beeinflussen. Da Propaganda meist mit einem
Absolutheitsanspruch auftritt, der andere Anschauungen ausschließt,
ist sie vor allem dann ruinös, wenn sich die Propagandamittel in
den Händen totalitärer Machtapparate befinden.
- Protokoll
- (gr. protos=der erste; kolla=der Leim) bezeichnete im
Griechischen das einer amtlichen Papyrusrolle vorgeleimte Blatt mit Angaben
über Entstehung, Verfasser und Inhalt der Schriftrolle. Noch heute
versteht man darunter ein Zeugnis/Dokument, das schriftlich festhält,
haltbar und verbindlich macht, was bei einer Sitzung, Versammlung oder
Diskussion von wem besprochen und beschlossen wurde. Je nach Anlass, Zweck
und Adressatenkreis werden entweder wörtliche Protokolle angefertigt,
die die Redebeiträge im Wortlaut wiedergeben, oder zusammenfassende
Protokolle. Letztere geben die wichtigsten Beiträge komprimiert
wieder und dokumentieren entweder den Ablauf einer Veranstaltung (Verlaufsprotokolle)
oder nur die Ergebnisse und Beschlüsse (Ergebnisprotokolle).
- Rede
- mündlicher Vortrag aus einem bestimmten Anlass, der das Publikum
durch Überzeugung/Überredung zu etwas bewegen will: zur Meinungsänderung,
Gesinnungsänderung oder zum Tun oder Unterlassen einer Handlung.
Traditionell unterscheidet man vier Gattungen der Rede:1. die anklagende
oder verteidigende Gerichtsrede (genus iudicale), 2. die beratende
oder ermahnende politische Rede (genus deliberativum), 3. die lobende
oder tadelnde so genannte Prunk- oder Festrede (genus demonstrativum),
4. die bekehrende Predigt (genus praedicandi). Die klassische Rhetorik
unterscheidet fünf Produktionsstadien der Rede: 1. Inventio,
Themenfindung, Sammlung und Sichtung des Materials, 2. Dispositio,
Gliederung, 3. Elocutio, sprachlich-stilistische Ausarbeitung,
4. Memoria, Einprägen der Rede mit bildlichen Vorstellungshilfen,
5. Actio, Vortrag der Rede, begleitet von Mimik und Gestik.
- Re-Education
- "Umerziehung", später durch Re-Orientation ersetzt. Umstrittenes
Programm der Alliierten, das die deutsche Bevölkerung nach dem 2.
Weltkrieg wieder zur Demokratie hinführen und wieder an das internationale
Kulturleben anbinden sollte. Die zentralen Maßnahmen zur Umerziehung
waren Entnazifizierung, Entmilitarisierung und vor allem Dezentralisierung
des Kulturbetriebs. Eine nachhaltige Wirkung entfaltete das Re-Education-Programm
auf dem Gebiet der Massenmedien: Dem Verlautbarungs- und Propagandajournalismus
sollte ein Ende gesetzt werden durch die Lizenzierung der Zeitungen, durch
Einübung des demokratischen Journalismus, die Trennung von Information
und Meinung und durch eine Pluralität im Verlagswesen. Die Rundfunkpolitik
der Alliierten bestimmte entscheidend die bis dato bestehende Struktur
unserer föderalen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.
- Referat
- mündliche oder schriftliche Darstellung eines bestimmten Sachgebiets,
das vor allem be- und unterrichten und belehren will. Wie die Rede sollte
das Referat jeweils abgestimmt auf das Publikum verständlich,
anschaulich und gut nachvollziehbar sein, und es kann, um Aufmerksamkeit
zu gewinnen, auch rhetorische Mittel einsetzen. Aber diese sollten allein
im Namen der zu vermittelnden Sache eingesetzt werden, nicht wie bei der
Rede, um das Publikum zu etwas zu bewegen.
- Reportage
- eine informierende Darstellungsform, die Nachricht und Bericht "ergänzt",
aber nicht "ersetzt" (Schult/Buchholz
S.156). Im Unterschied zum Bericht muss die Reportage nicht alle Aspekte
des Geschehens zur Kenntnis nehmen und das Wichtigste auswählen,
sondern kann nur einen Teil der Wirklichkeit spotlichtartig ausleuchten.
Sie führt Leser, Zuschauer oder Hörer (in der Live-Reportage
zeitgleich) vor Ort, lässt das Publikum das Ereignis mit den Augen
des Reporters sehen. Die Subjektivität sollte sich indes auf die
Sinneseindrücke des Reporters beschränken, "bei Recherche und
Schilderung" sollte er sich (nach La
Roche S.137) "um Objektivität" bemühen. Klassisches Beispiel
für die Reportage ist die Seite 3 der Süddeutschen
Zeitung.
- Rhetorik
- (gr: die Redekunst) ist die Theorie und Praxis der wirkungsmächtigen
Beredsamkeit, bei der es mindestens so entscheidend ist, wie man etwas
sagt, wie was man sagt. Jede nähere Definition der Rhetorik hängt
davon ab, was die Definierenden von ihr halten: Ob Rhetorik überhaupt
eine wirkliche Kunst ist, wie Gorgias meint, oder bloß Schmeichelei
und Manipulation (Platon), ob Rhetorik nur die Kunst der auf Wirkung bedachten
mündliche Rede ist (Aristoteles), oder insgesamt die "Königin
aller Künste und Wissenschaften" (Quintilian), ob die kunstvolle
Rede darauf abzielt, andere zu überreden und zu überwältigen
(Gorgias), oder sie durch Plausibles zu überzeugen (Aristoteles).
- Rhetorische Figuren
- standardisierte Stilfiguren, die von der 'normalen' Sprache abweichen und
dazu dienen, Aufmerksamkeit zu erzeugen, etwas zu intensivieren, zu veranschaulichen
oder auszuschmücken. Dazu gehören 1. Redefiguren wie Alliteration und
Inversion, die eine Äußerung auf Satzebene wirkungsvoll verändern,
2. Tropen, die mit einer effektvollen Veränderung auf der Wortebene spielen,
wie Metapher oder Euphemismus, und 3. Gedankenfiguren wie die Personifikation
oder die rhetorische Frage. Aus der Redekunst und Dichtung hervorgegangen, haben
sich zahlreiche rhetorische Figuren auch in der Alltagssprache und Werbung etabliert.
Sie spielen überall da eine Rolle, wo es genauso darauf ankommt, wie einer
etwas sagt, wie was er sagt.
- Rhetorische Frage
- eine "unechte" Frage, die nicht auf eine Antwort zielt, sondern
eine Aussage affektiv stärken, etwas behaupten oder zu etwas auffordern will.
Wer glaubt denn noch an den an den Osterhasen?
- Schweigespirale
- Theorie von Elisabeth Noelle-Neumann, die besagt, dass die öffentliche
Meinung vor allem die Meinung von lauten Meinungsmachern (Journalisten) ist, die
nicht repräsentativ für das Volk ist. Was medial nicht vertreten ist,
obwohl es viele meinen, wird hiernach aus Angst, mit seiner Meinung allein dazustehen,
verschwiegen.
- Smiley
- populärstes Symbol der Chatter und E-Mail-Benutzer, das ohne großen
Tastenaufwand in seinen reichen Variationen allerlei Emotionen und Mutmaßungen
transportiert. Für :"User raucht Zigarette" steht z.B. :-i
, für "dumme Frage" steht <:). Tipps für Nicht-Chatter:
Der Witz bei der Sache ist, man muss die Smileys um 90° gedreht lesen,
und wenn man sie dann noch immer nicht kapiert, hilft z.B. Klick.
Dort bietet eine auch ansonsten netzkundige Suchmaschine unter dem Stichwort
Smiley eine erste Einführung in diesen Netzcode.
- Statement
- Erklärung, Feststellung, meist als Ausschnitt aus einem Interview. Ein
Statement ist die authentische Aussage einer öffentlich relevanten Person,
die damit selbst wieder zur Quelle einer originären Nachricht wird.
- Tageszeitungen
- Nachrichtenblätter, die periodisch, aber anders als der Name nahe
legt, nicht täglich, sondern mindestens zweimal wöchentlich
erscheinen. 1650 erschien in Leipzig die erste deutsche Tageszeitung.
- Textanalyse
- Untersuchung eines Textes, die darauf abzielt, den Gegenstand, das Thema des
Textes zu erfassen, die Aussageabsicht und die dazu verwendeten sprachlichen Mittel
zu erkennen und eigenständig zu beurteilen. Zur Textanalyse gehört 1.
eine Inhaltsangabe, die sachlich und präzise über den Kerngedanken des
Textes informiert und seine wichtigsten Thesen, Argumente und die Intention in
eigenen Worten zusammenfasst. 2. eine Stellungnahme, eine begründete Meinungsäußerung,
die zeigt, dass der Leser den Originaltext verstanden hat und das Thema eigenständig
beurteilen kann. Das Ergebnis der Stellungnahme sollte eine argumentativ gestützte
eindeutige Bestätigung oder Gegenposition der in Frage stehenden These enthalten.
- These
- Behauptung, die um nicht reine Meinung zu bleiben, der Begründung, einer vernünftig nachvollziehbaren Argumentation bedarf.
- Trailer
- im TV stets wiederkehrende, grafisch und akustisch gestaltete Elemente,
die als Vorspann vor Sendungen laufen oder nach Werbeunterbrechungen.
- UMTS
- Universal Mobile Telecommunications System(s): ein weltweiter Mobilfunkstandard,
der sich noch in der Entwicklung befindet, aber bald auch hierzulande
für höhere Bandbreiten sorgen soll. Mit einer Datenübertragungsgeschwindigkeit
von bis zu zwei Megabit pro Sekunde kann man dann per Handy die unendlichen
Möglichkeiten des WWW nutzen.
- Verlagsgruppe
- Gruppe von Verlagen, die um einen sog. "Mutterverlag" zentriert sind,
der mindestens zu 25% beteiligt ist an all den zur Gruppe gehörenden
Verlagen, die darum auch "Tochterverlage" genannt werden. Bei der Tagespresse
ist die auflagenstärkste Verlagsgruppe der BRD im Jahr 2000 nach
wie vor die Verlagsgruppe von Axel Springer, beim Buchmarkt die Bertelsmann-Springer-Gruppe
(siehe
Die 100 größten Verlage).
- Virtuell
- was der Möglichkeit und dem Vermögen nach da ist, aber faktisch
nicht existiert. Seit die digitale Technik die Wirklichkeit fast perfekt
nachahmen und simulieren kann, setzen die Virtuosen des Cyberspace darauf,
dass die computergenerierte "virtual reality" einst die "echte" Wirklichkeit
ersetzt.
- Volkslied
- von engl. popular song, ein von Herder geprägter Begriff für
ein gereimtes Lied von meist unbekanntem Verfasser, der "dem Volk aus
der Seele spricht" (zitiert nach Best S.592) . Bezeichnend für das
Volkslied sind ein schlichter Ausdruck, einprägsamer Inhalt, eingängige,
einfache (meist gereimte) Form (und Melodie) und ein Vierer- oder Dreiertakt
mit Kehrreim.
- WAP
- Wireless Application Protocol. Eine drahtlose Technologie, die es möglich
macht, im Handy-Display Internetseiten abzurufen, die speziell für Handys
aufbereitet werden.
- Werbeslogan
- (Slogan = engl. Schlachtruf) Werbespruch, der durch Sprachwitz und/oder Originalität
die Aufmerksamkeit wecken und zugleich für einen gesteigerten Wiedererkennungswert
des Produktnamens sorgen soll. Die zarteste Versuchung, seit es Schokolade
gibt.
- Werbespot
- ein auch Commercial genannter meist recht aufwändig gedrehter
Werbefilm, der in der Regel 30 Sekunden dauert.
- Wissenskluftthese
- auch Knowledge-Gap-Hypothese. Sie besagt, dass sich durch ein wachsendes
Informations- und Medienangebot die Kluft zwischen Menschen mit formal
höherem und Menschen mit niedrigerem Bildungsgrad vergrößert.
Diese 1970 von den Kommunikationsforschern Phillip J. Tichenor, George
A. Donohue und Clarice N. Olien entwickelte Befürchtung gewinnt im
angehenden Informationszeitalter Brisanz. Sie lässt allerorts die
Forderung nach einer neuen Bildungsstrategie und -politik laut werden,
die angesichts der Informationsflut für mehr Chancengleichheit sorgen
soll.
- WWW
- World Wide Web. Oft mit dem Internet, dessen Teil es nur ist, verwechseltes
Netz, in dem man weltweit Dateien, Texte, Bilder, Töne, Videos etc.
per Mausklick abrufen kann. Dieses größte Netz des Internet
wurde möglich, als Tim Berners-Lee mit seinen Kollegen am Kernforschungszentrum
CERN in Genf um 1990 den Programmier-Standard HTML für den weltweiten
Datenaustausch entwickelte.
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