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Kosmischer Staub - erstrahlend im Zodiakallicht

Zodiakallicht
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Zodiakallicht

Im Frühjahr und Herbst ist ein seltenes Schauspiel am Horizont zu finden: das Zodiakallicht. Wenn Sie eine mondlose, sehr klare Nacht erwischen, dann suchen Sie sich einen erhöhten Aussichtspunkt außerhalb der Stadt und blicken Sie nach Sonnenuntergang Richtung Westen: Dort erscheint für zwei Stunden ein Lichtkegel von ein paar Handbreit in der abnehmenden Dämmerung, dessen Mittelachse die Ekliptik ist.

Leuchtender Staub

Das Zodiakallicht wird auch Tierkreislicht genannt, da es immer im Tierkreis (auch Zodiak oder Zodiakus von griech. Zodiakos) zu stehen scheint. Eigentlich ist es aber ein ekliptikales Phänomen, denn es wird durch zahlreiche winzige Staubpartikel verursacht, die wie die Erde und die anderen Planeten auf der Ekliptikebene um die Sonne kreisen. Diese Staubpartikel reflektieren und streuen das Licht der eben untergegangenen Sonne und erzeugen einen Lichtkegel am Horizont, so hell wie die Milchstraße. Zu sehen ist das Zodiakallicht aber nur, wenn die Sonne weit genug unter dem Horizont verschwunden ist (mindestens 18 Grad), um es nicht zu überstrahlen. Zugleich dürfen die Partikel nicht zu weit von der Sonne entfernt sein, damit sie von ihr noch genügend angestrahlt werden (höchstens 40 Grad Entfernung zur Sonne). Außerdem muss der Lichtkegel mehr als 10 Grad über den Horizont reichen, da darunter alles durch die Atmosphäre getrübt wird.

Zweimal im Jahr

Diese Bedingungen für das Zodiakallicht kommen nur zweimal im Jahr zustande - wenn die Linie der Ekliptik steil zum Horizont verläuft: Abends im Frühjahr (am besten am 1. März) und morgens im Herbst (am besten am 15. Oktober). Zu diesem Zeitpunkt verläuft die Ekliptik mit einem Winkel von bis zu 66 Grad zum Horizont - steiler geht es in unseren Breiten nicht. Dagegen könnten Sie das Zodiakallicht in Äquatornähe jeden Abend und Morgen beobachten, denn hier verläuft die Ekliptik immer nahezu senkrecht zum Horizont. Sollten Sie das Tierkreislicht erblicken, gewinnen Sie leicht einen Eindruck davon, dass das All zwischen Sonne und Planeten keineswegs leer ist - es ist planetarischer Staub, der hier aufleuchtet.