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Planetoidengürtel

Hauptgürtel der Planetoiden

Zwerg- & Kleinplaneten

Kleinplaneten heißen auch Asteroiden oder Planetoiden, "Planetenähnliche". Zu Recht, denn Kleinplaneten sind den Planeten wirklich ähnlich. So sehr, dass Pluto sich schon lange sorgen musste, ob er selbst nicht nur ein Planetoid ist. Die Kleinplaneten bewegen sich wie "die Großen" auf regelmäßigen Bahnen etwa in der Ekliptik um die Sonne. Oft sind ihre Bahnen nicht einmal sehr elliptisch, nur manche schweifen so weit ab, dass sie zu "Erdbahnkreuzern" werden, die uns gefährlich nahe kommen.

Die "neuen" Zwergplaneten

Pluto, bislang der neunte und äußerste Planet im Sonnensystem, wird seit dem 24. August 2006 zu der neuen Kategorie der Zwergplaneten gerechnet. Diese sind zwar noch kugelförmiger als die Kleinplaneten und ähneln damit eher den Planeten, doch sie sind in ihrem Orbit nicht die großen Herrscher: Pluto etwa hat in der Nähe seiner Umlaufbahn zu große Konkurrenz, sein Gewicht reicht nicht aus, um andere Objekte durch seine Schwerkraft zu vertreiben oder an sich zu binden. Neben Pluto wurden die bisherigen Kleinplaneten Ceres und Xena als Zwergplaneten eingestuft - doch weitere werden sicher folgen.

Noch kleiner: die Kleinplaneten

Grafik eines Planetoiden

Grafik eines Planetoiden

Ihr größter Unterschied zu den Planeten: Sie sind zu viele - und meist zu klein für einen Planeten. Es sind Gesteinsbrocken, deren Durchmesser wenige Millimeter oder auch tausend Kilometer betragen kann. Oft sind sie etwas unregelmäßig geformt und meist auch nicht geologisch aktiv. Manche könnten Überreste von zerstörerischen Zusammenstößen größerer Körper sein, doch die meisten entstammen wohl dem planetarischen Staub, aus dem sich in den Anfängen unseres Sonnensystems die Planeten bildeten. Kleinplaneten haben nur niemals genügend Masse angesammelt, um zum Planeten zu werden.

Alpha Centauri-Video zum Thema

 
Prof. Harald Lesch

Gesteinsbrocken, Asteroid, Kleinplanet - was ist das alles? Und wer ist Sedna? fragt sich Prof. Harald Lesch.

 


Größenvergleich einiger Kleinplaneten

Kleinplaneten im Größenvergleich

Immer neue Bekanntschaften

Es gibt viele Millionen Kleinplaneten im gesamten Sonnensystem, doch nur wenige sind so groß, dass sie mit Teleskopen oder auf Fotografien entdeckt werden. Doch die Zahl der Planetoiden, deren genaue Bahndaten man kennt, wächst stetig. Die ersten wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts entdeckt - noch vor den beiden äußeren Planeten Neptun und Pluto. Inzwischen sind zigtausende bekannt, mit Durchmessern bis zu 1.000 Kilometer und mehr.

Gürtel um die Sonne  

Die meisten Kleinplaneten befinden sich im so genannten Planetoidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Ein ganzer Trupp von ihnen bildet ein direktes Gefolge Jupiters: Die "Trojaner" bewegen sich genau auf seiner Bahn um die Sonne, entweder 60 Grad vor oder hinter dem Planeten. Diese Punkte heißen Lagrangepunkte - nur auf ihnen kann sich ein kleiner Körper stabil auf der Umlaufbahn eines so großen Körpers halten. Die "Zentauren" bilden eine Gruppe, deren Orbit ungefähr zwischen Saturn und Neptun verläuft. Diese Planetoiden laufen auf sehr exzentrischen Bahnen, die auch äußerst instabil sind: Die kleinen Körper kreuzen oft die Bahnen der großen Planeten und werden durch deren Gravitationskraft abgelenkt.

Am Rand des Sonnensystems

Der Kuiper-Gürtel
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Der Kuiper-Gürtel

Und auch am äußersten Rand des Sonnensystems tummeln sich zahllose Kleinplaneten: Der so genannte Kuiper-Gürtel (oder -Belt) ist eine ringförmige Scheibe aus Schutt und Eis, die außerhalb des Planeten Neptun unsere Sonne umkreist. Etwa in Plutos Umlaufbahn werden in den letzten Jahren zunehmend Körper entdeckt, die fast so groß wie der kleinste Planet sind, in Einzelfällen sogar größer. Manche haben sogar Monde um sich. Würde man Pluto heute erst entdecken, wär er wohl nur ein Kleinplanet. Doch aus historischen Gründen wird er unser neunter Planet bleiben. Inzwischen sind über tausend dieser so genannten "Plutinos" oder auch "Kuiper-Gürtel-Objekte" (KBOs) bekannt. Über 70.000 Körper mit Durchmessern über 100 Kilometern werden insgesamt im Kuiper-Gürtel vermutet. Von dort draußen kommen übrigens auch viele der Kometen zum gelegentlichen Besuch im inneren Sonnensystem.

(Un-)Sichtbarkeit

Fotografie des Kleinplaneten Sedna

"Entdeckerbild" von Sedna

Ohne professionelle Ausrüstung sind die Kleinplaneten für den Sterngucker meist nicht zu entdecken. Nur die hellsten erreichen die Sichtbarkeitsgrenze für das bloße Auge von 6,5 mag, oft steigt ihre scheinbare Helligkeit jedoch nicht über 22 mag. Denn Dreiviertel der Planetoiden haben eine dunkle Oberfläche aus Kohlenstoffverbindungen. Meist werden sie nur auf Fotografien entdeckt - und selbst in großen Teleskopen ist dann nur ein verschwommenes Fleckchen zu sehen. Die hellsten von ihnen können Sie jedoch mit einem Fernglas oder besser einem kleinen Fernrohr finden.

Ceres, aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble

Zwergplanet Ceres

Die ersten Planetoiden

Der hellste Kleinplanet ist Vesta mit 6.0 mag. Mit etwa 500 Kilometern Durchmesser gehört der Planetoid auch zu den größten des Hauptgürtels zwischen Mars und Jupiter - und zu den Erstentdeckungen. 1801 tauchte zunächst Ceres auf (inzwischen zum Zwergplanet aufgestiegen), mit einem Durchmesser von über 900 Kilometern. In den nächsten sechs Jahren folgten Pallas (etwa 560 Kilometer Durchmesser), Vesta und Juno (etwa 280 Kilometer Durchmesser). Sie alle umkreisen die Sonne mit einem Abstand von rund 400 Millionen Kilometern, mit Umlaufzeiten zwischen dreieinhalb und fünf Jahren.

Xena mit ihrem Mond Gabrielle

Xena und ihr Mond Gabrielle

Die größten Kleinplaneten

Doch diese Brocken sind längst überflügelt, seit der Kuiper-Gürtel nach größeren Objekten abgesucht wird. 1992 fand man dort den ersten Kleinplaneten, "1992 QB1" mit einem Durchmesser von nur 120 Kilometern. Die größten KBOs bisher sind Quaoar (1.250 Kilometer Durchmesser), Orcus und Sedna (je etwa 1.700 Kilometer Durchmesser) - und "2003 UB313" (Xena) mit einem Durchmesser von 2.500 bis 3.000 Kilometern, der Pluto nicht nur an Größe überflügelt, sondern sogar einen Mond hat.