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Dämmerung - zwischen Tag und Nacht

See in der Morgendämmerung

Morgendämmerung

Mit dem Moment des Sonnenuntergangs ist es noch keineswegs vorbei mit dem Sonnenlicht. Der Wechsel vom sonnenhellen Tag zur finsteren Nacht oder umgekehrt kann sogar mehrere Stunden dauern - es dämmert. Daher herrscht zu jedem Zeitpunkt nur auf 35 Prozent der Erdkugel tiefe Nacht, während auf der halben Erdkugel heller Tag ist. 15 Prozent der Erde liegen in der Dämmerung. Dieses fahle Licht, das den Himmel mehr oder minder erhellt, entsteht, wenn die Sonne so knapp unter dem Horizont steht, dass ihre Strahlen noch die oberen Luftschichten der Erde erreichen, die ihr Licht reflektieren und streuen.

Bürgerlich, nautisch oder astronomisch

Man unterscheidet drei verschiedene Arten der Dämmerung, je nach Grad der Dunkelheit: Während der so genannten bürgerlichen Dämmerung können Sie noch bequem ohne künstliches Licht lesen. Die Sonne steht höchstens 6 Grad unter dem Horizont. Am Abendhimmel erstrahlen die ersten Gestirne: besonders die hellen Planeten Venus und Jupiter, aber auch manche der hellsten Sterne wie Sirius. Darauf folgt die nautische Dämmerung. Sterne bis zur dritten Größenklasse werden jetzt sichtbar - Sie können die ersten Sternbilder ausmachen. Die nautische Dämmerung endet, wenn die Sonne 12 Grad unter den Horizont gesunken ist. Aber erst, wenn die Sonne tiefer als 18 Grad unter dem Horizont ist, endet auch die so genannte astronomische Dämmerung. Jetzt erreicht das Sonnenlicht auch die höheren Luftschichten über uns nicht mehr, der Himmel wird richtig dunkel und ist mit Sternen übersät - die beste Zeit für Sterngucker. Morgens verlaufen die drei Phasen der Dämmerung in der umgekehrten Reihenfolge, bis die Sonne aufgeht.

Dämmerungsdauer je nach Jahreszeit

Die Dämmerung dauert unterschiedlich lange, je nachdem, wie tief die Sonne unter den Horizont sinkt. In Frühjahr und Herbst geht es am schnellsten: Etwa 31 Minuten nach Sonnenuntergang endet in Bayern die bürgerliche Dämmerung, weitere 37 Minuten später geht auch die nautische Dämmerung in die astronomische über, weitere 38 Minuten später ist auch diese zu Ende - eine Stunde und 46 Minuten nach Sonnenuntergang ist es finstere Nacht. Im Winter dauert die bürgerliche Phase sechs Minuten länger, die nautische um ein bis zwei Minuten. Die astronomische Dämmerung endet somit erst eine Stunde und 55 Minuten nach Sonnenuntergang - insgesamt rund zehn Minuten später. Im Sommer ist der Unterschied am größten: Jetzt dauert die bürgerliche Dämmerung 41 Minuten, die nautische Dämmerung 59 Minuten und die astronomische ganze eindreiviertel Stunden - die gesamte Dämmerung dauert also fast dreieinhalb Stunden, doppelt so lang wie im Frühjahr oder Herbst.

Dabei spielt auch der Abstand zum Äquator eine Rolle: Am Äquator gibt es fast keine Dämmerung, da hier die Sonnenbahn fast senkrecht zum Horizont verläuft - die Sonne sinkt schnell tief unter den Horizont. Je näher wir den Erdpolen kommen, umso ausgeprägter wird der Dämmerungsverlauf zu bestimmten Jahreszeiten. Bis zu den Extremen wie der Polarnacht oder den "weißen Nächten" in Bayern.

Weiße Nächte und Polarnacht

Die lauen Sommernächte sind nicht nur deutlich kürzer als im Winter - sie sind auch heller: Denn in den "weißen Nächten" von Mitte Mai bis Mitte August steht die Sonne so weit nördlich, dass sie auch nachts nicht tiefer als 22 Grad unter den Horizont sinkt - von Bayern aus gesehen. Bis nach Mitternacht muss sich der Sternenfreund gedulden, erst dann endet die astronomische Dämmerung. Vier Breitengrade nördlicher von uns wird es gar nicht mehr richtig dunkel, da die Sonne nicht einmal die nötigen 18 Grad unter den Horizont sinkt - etwa in Berlin oder Hamburg. An Orten, die mehr als 22 Grad nördlich von uns liegen, gibt es gar keinen Sonnenuntergang mehr: In Schweden, Norwegen, Finnland und Teilen Russlands sieht man jetzt rund um die Uhr die Mitternachtssonne. Und am Nordpol steht die Sonne sogar fast 20 Grad über dem Horizont - ununterbrochen. Der Tag dauert ganze 24 Stunden - und wird Polartag genannt. Am Südpol herrscht dagegen gerade die Polarnacht: Die Sonne geht überhaupt nicht auf. Und die Dämmerung sorgt noch für andere Phänomene.