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Planetarische Nebel - spektakuläre Enthüllung

Eskimonebel
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Eskimonebel

Mit Planeten haben sie eigentlich nichts zu tun: Planetarische Nebel verdanken ihren Namen dem Umstand, dass die ersten entdeckten 1785 durch das Fernrohr des Astronomen Friedrich Wilhelm Herschel dem Planeten Uranus so ähnlich sahen, den er erst vier Jahre zuvor entdeckt hatte. Mit einem kleineren Fernrohr wird es Ihnen vermutlich ebenso ergehen - mehr als ein grünliches Scheibchen werden Sie nicht zu sehen kriegen. Doch diese Nebel lohnen den Blick durch starke Teleskope: Sie gehören zum Schönsten, was das Firmament zu bieten hat - die Schmuckstücke des Nachthimmels!

Alte Hüllen

Ringnebel
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Ringnebel

Planetarische Nebel sind eine Sonderform der Emissionsnebel: interstellare Wolken aus Staub und Gas, die durch einen heißen Stern zum Leuchten angeregt werden. Nur ist in diesem Fall der verantwortliche Stern nicht sehr jung, sondern sehr alt: Ein Weißer Zwerg, ein sterbender Stern, der seine äußeren Schichten abgeworfen hat. Diese alte Hülle umringt den Stern als Planetarischer Nebel in auffällig symmetrischer Form, oft sogar ringförmig. Ein schönes Beispiel finden Sie an unserem Sommerhimmel im Sternbild Leier: den Ringnebel.

Zentraler Zwerg

Eight-Burst-Nebula
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Eight-Burst-Nebula

Immer findet sich in der Mitte eines Planetarischen Nebels der Zentralstern, von dem der Nebel stammt. Allerdings ist dieser Stern meist sehr unauffällig. Er ist nicht sehr hell und wird zudem noch vom leuchtenden Nebel überstrahlt. Dieser Weiße Zwerg in der Mitte ist auch sehr klein - viel kleiner als unsere Sonne. Doch er ist enorm heiß - bis zu 100.000 Grad Oberflächentemperatur. Durch diese hohe Temperatur kann das Licht dieses Sterns den Nebel zum Leuchten anregen, indem es sein Gas ionisiert: Photonen schlagen Elektronen aus den Gasatomen heraus. Bei der anschließenden Rekombination der Elektronen mit den geladenen Atomen wird Energie frei - in Form von Licht. Was die Forscher lange verblüffte: Über 90 Prozent des Lichts, das Planetarische Nebel emittieren, liegt genau auf einer Emissionslinie - deren Element lange unbekannt war. Man vermutete erst ein neues Element - "Nebulium". Später stellte sich heraus, dass zweifach ionisierter Sauerstoff genau dieses Linienspektrum aussendet. Nur unter Extrembedingungen kommt diese Spektrallinie im Weltraum vor. Es ist ein grünes Licht, dass vom menschlichen Auge als sehr hell wahrgenommen wird. Fotofilmen geht es da leider ganz anders: Sie sind genau in diesem Spektrum nicht besonders sensitiv, daher sind Planetarische Nebel schwer in Echtfarben zu fotografieren.

Katzenaugennebel
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Katzenaugennebel

Planetarische Nebel haben eine kurze Lebensdauer von etwa 10.000 Jahren, denn die abgestoßene Sternenhülle dehnt sich immer weiter aus - bis zu 50 Kilometer in der Sekunde. Allerdings kommt es in manchen Fällen vor, dass der sterbende Stern im Inneren immer wieder äußere Schichten abstößt. Zyklisch wird der Nebel mit immer neuen Schichten genährt. Der Katzenaugennebel etwa stößt alle 1.500 Jahre Teile seiner Hülle ab. Planetarische Nebel sind nach außen scharf abgegrenzt, denn beim Ausdehnen wird der Nebel an den Rändern von der interstellaren Materie abgebremst und verdichtet. Es sind viele hundert dieser farbenprächtigen Nebel innerhalb der Milchstraße bekannt - vermutlich gibt es aber an die 10.000 von ihnen.

Es gibt noch eine Form galaktischer Nebel, die durch die abgeworfenen Hüllen sterbender Sterne entstanden: Supernova-Überreste.