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Kugelsternhaufen - die strahlenden Alten

Kugelsternhaufen, aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble
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Kugelsternhaufen

Kugelsternhaufen lohnen den Blick durchs Fernrohr - aus vielen Gründen! Den Namen tragen sie zurecht: Ihre Kugelform ist sehr ausgeprägt. Es ist nicht das einzige, das sie von Offenen Sternhaufen unterscheidet. Kugelsternhaufen haben zwar mit etwa 20 bis 50 Lichtjahren eine ähnliche Ausdehnung, aber tausendmal mehr Sterne - manchmal sogar mehreren Millionen. Am Rand des Haufens können Sie schon mit kleineren Teleskopen einzelne Sterne ausmachen. Doch zum Zentrum des Haufens verdichten sich die Sterne extrem. Nicht einmal die stärksten Teleskope können hier noch Einzelsterne auflösen. Die Sterndichte in einem Kugelsternhaufen ist 20.000-mal höher als bei unserer Sonne. Unser Himmel wäre mit Sonnen gespickt ...

Am Rande der Galaxis

Nur einige Kugelsternhaufen erreichen scheinbare Helligkeiten von 6,5 bis 5,5 mag, manche noch heller. Damit sind wenige von ihnen mit bloßem Auge sichtbar, obwohl sie sehr helle Objekte sind: Denn Kugelsternhaufen sind meist ein paar tausend Lichtjahre weit weg. Sie kommen überall in der Milchstraße vor - vor allem aber im galaktischen Halo, der mit über 150.000 Lichtjahren Durchmesser unsere Galaxie umhüllt. Kugelsternhaufen bilden gewissermaßen die Vorhut der Milchstraße - und sie führen innerhalb der Galaxie ein Eigenleben. Zwar kreisen auch sie um das Zentrum der Milchstraße, davon angezogen und sich ihm langsam nähernd, doch so eigenwillig, dass sie nicht mit der übrigen Galaxie rotieren.

Älteste Objekte am Himmel

Alpha Centauri-Video zum Thema

 
Prof. Harald Lesch

Sie sind die ältesten Objekte im Universum - aber angeblich quasi an einem Tag entstanden. Wie das wohl geht, fragt sich Prof. Harald Lesch.

 

Ihre größte Besonderheit: Sie gehören zu den ältesten Objekten im Weltall. Die Kugelsternhaufen entstanden vermutlich in der "galaktischen Ursuppe", den ursprünglichen Gasnebeln, aus denen sich die Milchstraße formte. Manche sind 13 Milliarden Jahre alt - kaum jünger als der Urknall. Kugelsternhaufen sind ausgesprochen stabile Systeme - ihnen geht kaum einmal ein Stern "verloren". Nur hin und wieder kicken die extremen Gravitationskräfte im Zentrum einzelne Sterne aus dem Haufen. Allerdings haben nicht alle Kugelsternhaufen die lange Zeitspanne seit ihrer Entstehung überlebt: Einst dürften es tausend gewesen sein - heute sind etwa 150 Kugelsternhaufen in der Milchstraße bekannt.

Sternenalter im Kugelsternhaufen

Blick ins Innere des Kugelsternhaufens ω Centauri, aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble
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Im Inneren von ω Centauri

In der Regel sind alle Sterne innerhalb des Haufens gleich alt - sie müssen alle gleichzeitig entstanden sein. Denn in Kugelsternhaufen ist - auch anders als in Offenen Sternhaufen - keinerlei Gas mehr vorhanden, aus dem sich neue Sterne bilden könnten. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: Im Kugelsternhaufen ω Centauri gibt es neben den alten, rot leuchtenden Sternen einige blaue Sterne, die soviel Helium enthalten, dass sie zu einer älteren Sterngeneration im Haufen gehören müssen. Vielleicht entstanden sie aus den Nebeln von Supernovae im Haufen. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 3,6 mag ist ω Centauri im Sternbild Zentaur der hellste Kugelsternhaufen überhaupt - leider am Südhimmel beheimatet. Doch sollten Sie sich einmal unterhalb des Äquators aufhalten, dann können Sie ihn leicht mit bloßem Auge erkennen. Rund fünf Millionen Sterne gehören zu diesem Sternsystem.

Kugelsternhaufen M13 im Sternbild Herkules
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M13 im Herkules

Schönster Kugelsternhaufen über Bayern

Der hellste Kugelsternhaufen am Nordhimmel ist das Messier-Objekt M13 (NGC 6205) im Sternbild Herkules. Allerdings erreicht er schon nurmehr eine scheinbare Helligkeit von 5,6 mag. Doch schon mit einem Fernglas können Sie die äußersten seiner rund 300.000 Einzelsterne erkennen. In kleineren Teleskopen wird er sehr eindrucksvoll. Sie finden ihn auf der Verbindungslinie der Sterne ζ Her und η Her, knapp 23.000 Lichtjahre von uns entfernt.