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Sterne, Nebel & Galaxien - die Deep-Sky-Objekte

Wenn an einem lauschigen Abend das ganze Sternenzelt mit einem Lichtermeer übersät ist, dann scheint das Firmament tatsächlich die feste Himmelssphäre, die man sich im Mittelalter vorstellte: das Gewölbe, an dem die Sterne befestigt sind. Doch weder sind die Fixsterne so fest verankert, wie ihr Name andeutet, noch spannt sich das Gewölbe als so begrenzter Raum über unsere Erde. Wenn wir zum dunklen Nachthimmel blicken, sehen wir in die unendlichen Weiten des Alls. Und zwei Sterne, die am Firmament dicht nebeneinander stehen, sind womöglich Hunderte von Lichtjahren voneinander entfernt.

Die schönsten Deep-Sky-Aufnahmen

 
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Bildergalerie
Bizarre Staubwolken, strahlende Nebel, ferne Galaxien - das Weltraumteleskop Hubble liefert seit Jahren spektakuläre Fotos aus dem All.
 

Wollen Sie ein Gefühl bekommen für die unendlichen Weiten? Dann blicken Sie zunächst einmal zum Mond: Er ist rund 400.000 Kilometer von der Erde entfernt - ein kosmischer Katzensprung. Sein Licht braucht nur 1,28 Sekunden zu uns. Dagegen ist die Venus, wenn sie strahlend heller Abendstern ist, meist schon über 40 Millionen Kilometer von uns weg - hundertmal weiter als der Mond. Ihr Licht braucht gut zwei Minuten bis zur Erde. Das Licht der Sonne wandert über acht Minuten durch's All zu uns, denn unser Zentralstern ist fast 150 Millionen Kilometer entfernt. Und bis zu Pluto, dem äußersten Planeten unseres Sonnensystems, reist das Sonnenlicht rund fünf Stunden - er ist im Schnitt sechs Milliarden Kilometer von uns entfernt. Doch damit sind wir immer noch innerhalb unseres Sonnensystems - in allernächster Nähe.

Nachbarsterne der Sonne

Alpha und Proxima Centauri
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Unsere nächsten Nachbarn

Neben unserer Sonne gibt es noch zahllose andere Sonnen - die Sterne. Sehen können wir nur einen Bruchteil von ihnen - die hellsten und nächsten. Und die sind bereits so weit weg, dass ihre Entfernung nicht mehr in Kilometern, sondern Lichtjahren angegeben wird. Unser nächster Nachbar ist Proxima Centauri im südlichen Sternbild Zentaur. Er ist 4,2 Lichtjahre weit weg - so lange braucht sein Licht zu uns. Dabei legt es eine Strecke von über 40 Billionen Kilometern zurück. Sehen können wir allerdings nur den Nachbarstern Alpha Centauri, 1,3 Billionen Kilometer weiter weg als Proxima. In einem stark verkleinerten System, in dem unsere Sonne nur anderthalb Meter von der Erde entfernt wäre, wäre Alpha Centauri gut 410 Kilometer weit weg. Die weitestentfernten Sterne, die wir gerade noch sehen können, sind über 3.000 Lichtjahre weit weg.

Intergalaktische Nachbarn der Milchstraße

Kleine Magellansche Wolke
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Eine Nachbar-Galaxie

Alle Sterne, die Sie am Himmel sehen, gehören zu unserer eigenen Galaxis, der Milchstraße, die sich insgesamt über etwa 100.000 Lichtjahre erstreckt. Auch alle Sternhaufen und Nebel, die Sie mit einem Teleskop entdecken können, sind galaktische Phänomene - Objekte innerhalb der Milchstraße. Doch Sie können noch weiter blicken: 160.000 bzw. 210.000 Lichtjahre von uns entfernt befinden sich die beiden Magellanschen Wolken, die Sie am Südhimmel mit bloßem Auge erkennen. Und am Nordhimmel sehen Sie im Herbst den Andromedanebel, der noch zehnmal weiter weg ist. Das sind unsere intergalaktischen Nachbarn - eigene Galaxien, die wieder aus Milliarden Sternen, Sternhaufen und Nebeln bestehen. Doch die einzelnen Objekte in fremden Galaxien können nur Hochleistungsgeräte wie das Weltraumteleskop Hubble ausmachen. Das blickt noch weiter, zum Rande des heute bekannten Universums und den bis zu 13 Milliarden Lichtjahren entfernten Quasaren - aktiven Galaxienkernen, die alles überstrahlen.

Objekte außerhalb unseres Sonnensystems, die extrasolaren Objekte, werden auch als Deep-Sky-Objekte bezeichnet - Sterne, Nebel und ferne Galaxien. Viele können Sie mit bloßem Auge sehen, doch reizvoll wird die Beobachtung erst durch ein gutes Fernglas oder ein Teleskop. Viele Sterne entpuppen sich dann als Doppelsterne oder Mehrfachsysteme, Sternhaufen zeigen sich in voller Pracht und manch' nebeliges Fleckchen wird zum farbenprächtigen Spektakel.

M1 oder NGC 1952? Der Katalog von Charles Messier

Und die nebeligen Fleckchen interessieren die Astronomen schon seit Jahrhunderten. Der Franzose Charles Messier entdeckte auf seiner Suche nach Kometen über hundert solche Objekte, die offensichtlich keine Sterne waren, aber auch keine Kometen. 1771 veröffentlichte er erstmals eine Zusammenstellung dieser Objekte - den Messierkatalog. Bis heute ist dieser Katalog gültig, der insgesamt 110 Objekte beschreibt - darunter Galaxien, Nebel und ein Supernova-Überrest. Viele der Objekte tragen bis heute die Nummerierung aus dem Messierkatalog - wie M1 (Messier-Objekt 1), der Krebsnebel. Ein Jahrhundert später veröffentlichte der dänische Astronom J. L. E. Dreyer erstmals den New General Catalogue of Nebulae and Clusters of Stars (NGC), der rund 8.000 Objekte auflistet. Auch die NGC-Nummerierung ist heute noch üblich - etwa NGC 1435 für die Plejaden.