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 | Die Reliquienräuber von Bari – Nikolaus in Geschichte und Legende |
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Autor: Christian Feldmann
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Auszug aus dem Sendemanuskript
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Sprecher:
Am 8. Mai 1097 ereignete sich im kleinasiatischen Myra an der Mittelmeerküste, dem heutigen Ort Demre in der Türkei, ein unerhörtes Verbrechen: die Entführung eines Toten. Ein Kommando von Matrosen und Kaufleuten aus dem süditalienischen Bari bricht in die Grabkirche des heiligen Nikolaus ein. Die Räuber sind nur leicht bewaffnet, aber flink und todesmutig. Mit Beilen und Brecheisen stemmen sie den Sarkophag des Heiligen auf, stopfen die juwelengeschmückten Gebeine in einen Sack, und ehe jemand Alarm schlagen kann, sind sie mit ihrer Beute schon wieder auf dem offenen Meer.
Daheim in Bari werden die verwegenen Diebe tags darauf begeistert empfangen. Was sie getan hatten, empfand im hohen Mittelalter kaum jemand als unmoralisch. Reliquienraub galt eher als eine Art frommer Wettkampf. Wenn man in der eigenen Stadt kein wundertätiges Märtyrergrab aufzuweisen hatte, besorgte man sich eben anderswo die begehrten Gebeine. Heiligenreliquien waren kostbarer als Gold und Edelsteine; sie konnten einen Ort berühmt machen, zogen zahlungskräftige Pilger an und boten den religiösen Bedürfnissen einen handfesten Anhaltspunkt.
Das vollständige Manuskript zum Herunterladen:
pdf-Datei
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