|
|
 | Wer ist die Frau aus Magdala? Gedanken zur Bedeutung von Maria Magdalena |
 |
 |
"Wer die biblische Magdalena liebt und sie mit der christlichen vergleicht, muss zornig werden", sagt die Theologin Elisabeth Moltmann-Wendel. Und weiter: "Maria Magdalena ist bis heute für die meisten Menschen die große Sünderin. Alle Geschichten und Bilder von der reuevollen und büßenden Frau haben dieses Bild geprägt … Zugleich vermischten sich die bei Markus (Kapitel 14) und Johannes (Kapitel 12) ganz anders erzählten Salbungsgeschichten mit der des Lukas von der großen Sünderin. Markus nennt keinen Namen, Johannes lässt Maria von Betanien, die Schwester Martas, Jesus salben.
So hielt man den Namen Maria fest und folgerte, dass die große Sünderin Maria Magdalena gewesen sein müsse. Man schob ihr deren Geschichte unter und gab ihr den Beinamen Magdalena. Fertig war das schillernde, rührende und gefährliche Frauenbild: Maria Magdalena, die Freundin Jesu, gewesene Prostituierte, womöglich die Schwester der ‚aktiveren‘ Marta von Betanien. Ein phantasie-anreizendes Bild, in einer patriarchalischen Kirche entstanden, ging auf Kosten der Frau."
|
 |
|