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"Die Kuh ist ein Gedicht des Mitleids" – Gandhis Religion: Der Hinduismus
Glossar
Al-Azhar-Universität
Universität in Kairo. 988 gegründet, eine der angesehensten und ältesten Universitäten der islamischen Welt. Seit dem 19. Jahrhundert bedeutendstes Zentrum islamischer Gelehrsamkeit.

 
Asket
Jemand, der Askese übt, also auf Genuss verzichtet und geistliche Übungen macht. Kommt auch in nichtreligiösen Zusammenhängen vor (Beispiel: Konsumkritik).

 
Bangladesh
(bangla = bengalisch, desh = Land) Staat in Südasien, grenzt an Indien und Myanmar.

 
Benares
Heißt jetzt Varanasi. Distrikthauptstadt im indischen Staat Uttar Pradesh, am mittleren Ganges; wichtigster der sieben heiligsten indischen Wallfahrtsorte der Hindu (heilige, von Schuld reinigende Waschungen im Ganges, Totenverbrennung), geistiges Zentrum (Hindu-Universität, gegründet 1921; zweite Universität gegründet 1958) Quelle: www.wissen.de

 
Bhagavadgita
(Sanskrit "Gesang der Erhabenen"), kurz vor 300 n. Chr. entstanden, Bestandteil des Epos Mahabharata). Die meistgelesene religiöse Schrift der Hindus. Erzählt die Geschichten des Fürsten und Helden Arjuna und seine Begegnung mit dem Gott Krishna. Dieser vermittelt Lehren, die von der Vergänglichkeit des Lebens, der Ewigkeit der Seele, der Pflicht zur liebenden Hingabe an die Gottheit und von der Erlösung (Moksha) handeln.

 
Brahma
(auch Brahman) Name des Schöpfergottes, der das Universum geschaffen hat. Seine Frau ist Savitri, die aufgehende Sonne. Auch das unpersönliche schöpferische Weltprinzip, Weltseele, Urgrund allen Seins, die ewige Kraft, die allem Existierenden zugrunde liegt, wird so genannt.

 
Brahmanen
Angehörige der Priesterklasse. Kennen sich aus im tausendgestaltigen Götterhimmel und bilden daher die angesehenste Kaste, mächtiger als die der Krieger und des Adels.

 
Dalits
"die Zerbrochenen", als "unberührbar" aus dem indischen Kastensystem ausgeschlossen, werden im Westen manchmal auch als "Paria" bezeichnet. Erleben von den Kasten-Indern massive Diskriminierung, Verfolgung und Gewalt.

 
Dharma
ewiges Gesetz, das dem Kosmos seine Ordnung gibt. Zentralbegriff indischer Philosophie, der auch die Pflicht zur Einhaltung der religiösen Gesetze begründet. Jede Kaste hat ihr eigenes Dharma. Es ist besser, das eigene Gesetz unvollkommen zu erfüllen, als das Gesetz eines anderen vollkommen zu erfüllen.

 
ethisch
nennt man ein Handeln, das sich an moralischen Werten orientiert

 
Ganges
der heiligste aller Flüsse im Norden Indiens, kommt aus den Gipfeln des Himalaya und fließt im Golf von Bengalen ins Meer

 
Genfer Weltkirchenrat
Auch "Ökumenischer Rat der Kirchen" (ÖRK). Wichtigste Organisation der weltweiten ökumenischen Bewegung mit rund 400 Millionen Christen in mehr als 340 Kirchen in über 100 Ländern: orthodoxe Kirchen, zahlreiche Kirchen aus den historischen Traditionen der protestantischen Reformation wie Anglikaner, Baptisten, Lutheraner, Methodisten und Reformierte und viele vereinigte und unabhängige Kirchen.

 
Hindu
ursprünglich "Inder", Name für die Bewohner des Indus-Tals und angrenzender Landstriche. Heute: Mitglied der hinduistischen Glaubensgemeinschaft.

 
Hinduismus
eine der großen Weltreligionen, die aber weniger einheitlich verfasst ist als die anderen: Gesamtheit der vielfältigen Glaubens- und Lebensformen, die auf den religiösen Traditionen der vedischen Religion und des Brahmanismus beruhen. "Hinduismus" ist keine Selbstbezeichnung einer Religion.

 
Indus
(indisch Sindh). Der längste Strom Südasiens, 2.897 km, Hauptstrom Pakistans

 
Karma
("Tat, Handlung"). Psychische Substanz, die der Mensch schon mit der Geburt übernimmt, im Leben umformt und beim Tod weitergibt. Der Mensch trägt die Verantwortung für seine Taten und gestaltet durch sie seine nächste Existenz.

 
Kastenwesen
streng hierarchisch organisierte Sozialordnung, offiziell in der Indischen Union abgeschafft, bestimmt aber immer noch das Leben der Inder. Es gibt vier Kasten: Brahmanen (Priester), Kschatriyas (Krieger, Adel), Vaischyas (Kaufleute), Shudras (unterworfene Bauern), dazu noch die außerhalb stehenden Parias, die sich selbst aber lieber Dalits (Unterdrückte, Zerbrochene) nennen.

 
konzentrische Kreise
Kreise mit gleichem Mittelpunkt

 
Mantra
kurze Wortfolge, die wiederholt rezitiert wird, dient der Meditation und Kontemplation. Esoterische Verbindung besonderer Töne, Silben und ihrer Bedeutung zur Freisetzung mentaler Energie in der Verehrung eines Gottes

 
Mystik
besondere Form des religiösen Lebens, geprägt von Versenkung, Meditation und bisweilen ekstatischen Erlebnisweisen, die auf die Entgrenzung und Preisgabe des Ichs zugunsten einer besonders intensiven Erfahrung des Göttlichen zielen

 
Nepal
Königreich in Südasien, grenzt an Indien und die Volksrepublik China

 
Puranas
(sanskrit, wörtl.: alte Geschichte). Gehören zu den wichtigsten Texten des neueren Hinduismus, entstanden zwischen 400 und 1000 n. Chr. Alle Puranas sind der Anbetung einer Gottheit gewidmet. Sie beschreiben die Zeremonien und Feste zu deren Verehrung.

 
Reinkarnation
Wiedergeburt. Eine empfindende Seele wird nach dem Tod in einem anderen Körper wiedergeboren. Prägt hauptsächlich, aber nicht ausschließlich den Hinduismus.

 
Savitri
die aufgehende Sonne. Sonnengöttin, Gefährtin des Sonnengottes Surya

 
Savitri-Mantra
auch Gayatri Mantra genannt, Wichtigstes und grundlegendstes Mantra der vedischen Wissenschaft von den Klängen. Richtet sich auf die allmächtige kosmische Kraft, die das ganze Universum in Bewegung setzt, verleiht die Fähigkeit und die Kraft, sich immer tiefer in den Ozean des Wissens zu vertiefen und dadurch zur Befreiung zu gelangen

 
Symbol
ein sprachliches oder visuelles Zeichen, das auf etwas außerhalb seiner selbst verweist: Feuer steht für Reinheit und Hingabe, die Kuh für das Mütterliche im Göttlichen

 
Tempelprostitution
Kultischer Geschlechtsverkehr von Tempeldienerinnen, vor allem in der Antike weit verbreitet, oft als Fruchtbarkeitsritus. Heute werden in Südindien noch Mädchen fast ausschließlich aus unteren Schichten der Göttin Mathamma "geweiht". Nach Erreichen der Pubertät müssen sie auch anderen Männern zur Verfügung stehen und werden meist lebenslang sozial verachtet.

 
Varanasi
auch Bénarès oder Kashi ("die Leuchtende") genannt, nordindische Stadt am Ganges, heiligste Stadt, dem Gott Shiva geweiht, wichtigste Pilgerstätte der Hindus. Eine der ältesten Städte Indiens.

 
Upanishad
(Sanskrit wörtl. "das Sich-in-der-Nähe-Niedersetzen"; gemeint ist "sich zu Füßen eines Lehrers (Guru) setzen"). Philosophische Schriften des Brahmanismus, Bestandteil der Veden, entstanden ca. 700–200 v. Chr.) Beschäftigen sich mit dem Wesen von Brahman, der universellen Weltseele.

 
Vatikan
Staat der Vatikanstadt, kleinster eigenständiger Staat der Welt, Sitz der römischen Kurie, des Heiligen Stuhls und der zentralen Verwaltungsbehörden der römisch-katholischen Kirche

 
Veden
(Sanskrit, "Wissen"). Heilige Schriften des Hinduismus, schriftlich niedergelegt im 5. Jhd. n. Chr, seit ca. 1200 v. Chr. mündlich überliefert. Beinhalten Hymnen, Ritualtexte, philosophische Lehren.

 
Weltreligion
Jüdische Religion, Islam, Buddhismus, Hinduismus, Christentum werden gemeinhin als Weltreligionen bezeichnet, weil sie sich durch überregionale Verbreitung und einen universalen Anspruch auszeichnen.

 
Personen
 
Gandhi, Mahatma (1869-1948)
Eigentlich Mohandas Karamchand Gandhi, Mahatma ist ein Ehrenname und bedeutet "Große Seele". Pazifist, Menschenrechtler, politischer und geistiger Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung gegen die britische Kolonialherrschaft über Indien. Setzte sich für die Rechte der "Unberührbaren" ein und bekämpfte das Kastenwesen. Wurde von einem fanatischen Hindu erschossen.

 
Radhakrishnan, Sarvepalli (1888-1975)
Indischer Philosoph, Religionswissenschaftler und Politiker. Vertreter des "Neo-Hinduismus". Öffnete den Hinduismus für modernes westliches Denken. Von 1962-1967 zweiter Staatspräsident Indiens.

 
Ramakrishna Paramahansa (1836-1886)
Großer Mystiker und Lehrer des Hinduismus, der die Einheit und Gleichheit der Religionen predigte. Hatte im Kali-Tempel große Visionen der Göttlichen Mutter Kali, deren Priester er lebenslang blieb.

 
Shankara (ca. 788-820)
Einer der wirkungsmächtigsten Philosophen des Hinduismus überhaupt, gilt als Reinkarnation des Gottes Shiva. Hauptwerk: Das Kleinod der Unterscheidung. Die äußere Welt mit ihren Erscheinungen ist Illusion, nur das Ewige, Brahman, ist wirklich.

 
Swami Vivekananda (1863-1902)
Hinduistischer Mönch und Gelehrter, wehrte sich gegen die Vernachlässigung und Geringschätzung der Welt gegenüber dem Unvergänglichen, betonte die soziale Verpflichtung des Einzelnen.

 
Tagore, Rabindranath (1861-1941)
Indischer Dichter und Philosoph. Vermittler zwischen Orient und Okzident, 1913 Nobelpreis. Verurteilte den britischen Imperialismus und forderte die Auflösung des Kastensystems.