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"Gieß deinen Zorn aus über die Heiden!" Produziert Religion Gewalt?
Glossar
Guantánamo
Stadt im südöstlichen Kuba (mit derzeit ca. 200.000 Einwohnern). Im Südteil der Gegend Bahia de Guantánamo ist ein US-Flottenstützpunkt eingerichtet, der seit 2002 als Gefangenenlager für Al Qaida- und Talibankämpfer dient. Durch Folter und Menschenrechtsverletzungen von Seiten der USA ist das Lager mehrfach in die Schlagzeilen gekommen.

 
Hybris
In der griechischen Religion ein Ausdruck für frevelhaften Stolz, insbesondere die Selbstüberhebung gegenüber den Göttern und Überschreitung des den Menschen gesetzten Maßes an Größe und Glück. Hybris wird durch Nemesis, die Göttin der ausgleichenden Gerechtigkeit, bestraft.

 
Kanaan
Biblischer Name (seit dem 15. Jahrhundert v. Chr.) für Palästina. Er bezeichnete ursprünglich nur den Küstenstreifen Palästinas und Syriens, im 14. und 13. Jahrhundert v. Chr. den ägyptischen Herrschaftsbereich in Palästina.

 
Karen-Volk
Volk in Südostasien. Die Mehrheit lebt sehr traditionell und ärmlich in den Bergen von Myanmar und Thailand. Als Religion ist vorwiegend der Buddhismus und Animismus (Geisterglaube) verbreitet; eine kleine Minderheit ist christlich.


 
Pathologie
Die Lehre von den Krankheiten sowie die Erforschung der allgemeinen und besonderen Gesetzmäßigkeiten krankhaften Geschehens. Der Begriff ist im Bereich der Medizin gebräuchlich, wird aber auch im übertragenen Sinn verwendet.

 
Prophet
Griechisch: „Sprecher“. Empfänger einer göttlichen Offenbarung durch Sehen (Vision) oder Hören (Audition), außerdem Verkünder und Deuter eines göttlichen Willens, des Verborgenen und des Kommenden. Verschiedentlich bildeten die Propheten einen eigenen Stand (z.B. als Priester im römischen Isis- und Serapiskult).

 
Psalmen
Im Alten Testament 150 Lieder und Gebete der israelitischen Gemeinde, die im Buch der Psalmen (Psalter) zusammengefasst sind. Die Sammlung ist wahrscheinlich um 165 v. Chr. abgeschlossen. Die heutige Forschung unterscheidet Hymnen, Danklieder, Klagelieder und Königslieder.

 
Sintflut
Urzeitliche Flutkatastrophe, von der im Alten Testament (Genesis 6,5-9,17) berichtet wird. Der Bericht verknüpft zwei zeitlich und sachlich weit auseinander liegende Parallelerzählungen, die aber in den theologisch wichtigsten Aussagen übereinstimmen: Die Sintflut wurde von Gott als Strafe über die sündige Menschheit verhängt, nur Noah wurde errettet, weil er Gnade bei Gott fand.

 
Personen
 
Aaron
Bruder des Moses, der diesem als Sprecher zur Seite gestellt wurde, sich aber mehrfach seinen Anordnungen widersetzte. Er gilt im Alten Testament als Ahnherr der Opferpriesterschaft des Jerusalemer Tempels.

 
Abba
Geistlicher Vater und Führer. Abba ist eine Gebetsanrede für Gott im Urchristentum, die wahrscheinlich auf Jesus selbst zurückgeht.

 
Abraham
Hebr.: „Vater der Menge“. Nach israelitischer Überlieferung ist er der erste der drei Erz- oder Stammväter.

 
Baudler, Georg (* 1936)
Deutscher katholischer Theologe. Er ist Professor für katholische Theologie und ihre Didaktik in Aachen.

 
Buddha (560–ca. 480 v. Chr.)
In der Sanskrit-Sprache: „der Erleuchtete“. Auch Bhagavan („der Erhabene“) und Jina („Sieger“). Sein eigentlicher Name war Siddharta Gautama. Begründer des Buddhismus. Nach Jahren vergeblicher Askese entdeckte er, unter einem Baum sitzend, den „mittleren Weg“ zur erlösenden Erkenntnis. Er zog daraufhin als wandernder philosophischer Lehrer durch Nordindien und gründete den Sangha (buddhistischer Mönchs- und Nonnenorden). Sein historischer Lebenslauf wurde später durch Legenden und Mythen erweitert und überlagert. Er selbst hat keine Schriften hinterlassen. Nach späterer buddhistischer Lehre gibt es in jeder Weltperiode einen Buddha, so dass der historische nur ein Buddha in einer langen Reihe von so genannten „Welterleuchtern“ ist.

 
Ezechiel
Der letzte der so genannten "großen Propheten". Er wirkte wahrscheinlich nur im Babylonischen Exil (593 bis 571 v. Chr.).

 
Girard, René (* 1923)
Französisch-amerikanischer Religionsphilosoph. Er lebt und lehrt seit 1947 in den USA, zuletzt als Professor für französische Sprache, Literatur und Kultur an der Universität Stanford.

 
Habermas, Jürgen (* 1929)
Deutscher Philosoph und Soziologe, ab 1961 Philosophieprofessor in Heidelberg und Frankfurt am Main, von 1971 bis 1981 am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg. Neben Adorno und Horkheimer gilt er als führender Vertreter der so genannten „Frankfurter Schule“: In seiner Theorie der Kommunikation hat Habermas die Idee des „herrschaftsfreien Diskurses“ herauskristallisiert. 1986 löste seine Kritik an den neokonservativen Tendenzen den Historikerstreit aus.

 
Isaak
Im Alten Testament der Sohn Abrahams und Saras, einer der israelitischen Patriarchen. Seine Frau ist Rebekka, seine Söhne sind Jakob und Esau.

 
Jahwe
Eigenname des Gottes Israels, in vereinfachter Umschrift. Die einzige Namensdeutung im Alten Testament, Exodus 3,13 f., knüpft an den hebräischen Verbalstamm „hajah“ (= sein, da sein, sich als gegenwärtig oder als wirksam erweisen) an.

 
Jeremia
Einer der so genannten "großen Propheten" des Alten Testaments. Er wirkte in Jerusalem ca. 627 bis 585 v. Chr. Er verkündete den Untergang Judas (auch Judäas genannt) als Strafgericht Gottes, wurde deshalb während der Belagerung als Hochverräter gefangen gehalten. Nach der Eroberung Jerusalems durch die Babylonier von den Deportationen (597 und 587 v. Chr.) verschont, wurde Jeremia nach der Ermordung des mit ihm befreundeten Statthalters Gedalja nach Ägypten verschleppt. Das unter seinem Namen überlieferte Buch ist in seinen Sprüchen und Bekenntnissen ein Ausdruck prophetischer Frömmigkeit. Nicht von ihm stammen jedoch die fünf „Klagelieder des Jeremia“.

 
Jesaja
Einer der so genannten "großen Propheten" des Alten Testaments. Er wirkte bis kurz nach 701 v. Chr., nahm auch Einfluss auf die politischen Ereignisse, indem er sich warnend und beratend an die Könige von Juda wandte. In dem nach ihm benannten Buch gehen die Kapitel 1 bis 39 auf ihn selbst zurück. In den Kapiteln 40 bis 55 ist das Buch eines zweiten Propheten angefügt, (Deutero-Jesaja). Die Kapitel 56 bis 66 enthalten die Sammlung von Worten eines anonymen Prophetenkreises (Trito-Jesaja).

 
Küng, Hans (* 1928)
Katholischer Theologe aus der Schweiz. Er war von 1960 bis 1979 Professor in Tübingen. 1979 wurde ihm die kirchliche Lehrbefugnis entzogen, da er seine vom Kirchenlehramt angefochtenen Thesen nicht widerrief. Seitdem ist er Direktor des Instituts für ökumenische Forschung an der Universität Tübingen. Seine Werke beinhalten Reformvorschläge für die katholische Kirche. 1993 war er Begründer des „Projekts Weltethos“, das zum Dialog der Weltreligionen aufruft.

 
Moses
Im Alten Testament der Empfänger der Offenbarung Gottes (Jahwes) am Berg Sinai. Er ist Vermittler des Gesetzes (10 Gebote) und der von Gott beauftragte Führer des Volkes Israel beim Zug von Ägypten ins Ostjordanland (um 1225 v. Chr.). Die geschichtliche Überlieferung im Alten Testament ist weithin von alten Sagenstoffen durchsetzt. Die fünf Bücher Mose (Pentateuch) sind nach ihm benannt, aber nicht von ihm verfasst.

 
Ratzinger, Joseph (* 1927)
Deutscher, katholischer Theologe, seit 2005 Papst Benedikt XVI. Er wurde 1951 zum Priester geweiht, war Theologieprofessor in Freising, Bonn, Münster, Tübingen und Regensburg. 1977 wurde er zum Erzbischof von München und Freising sowie zum Kardinal ernannt, war ab 1981 Präfekt der päpstlichen Glaubenskongregation in Rom. Er verfasste zahlreiche kirchentheoretische Schriften sowie Analysen zum Zustand von Kirche und Gesellschaft.

 
Schwager, Raymund (1935–2004)
Österreichisch-schweizerischer Theologe. Er war seit 1977 Professor für Dogmatische und Ökumenische Theologie in Innsbruck, 1991 Gründungsmitglied der internationalen wissenschaftlichen Gesellschaft "Violence & Religion" (COV&R) und bis 1995 deren Erster Präsident.

 
Wiesel, Elie (* 1928)
US-amerikanischer Schriftsteller ungarischer Herkunft. Er war als Jude 1944/45 in den Konzentrationslagern Auschwitz und Buchenwald interniert, seit 1963 lebt er in den USA, seit 1978 ist er Professor für Philosophie in Boston. Hauptthema seiner erzählenden und essayistischen Werke ist die Vernichtung der Juden durch das nationalsozialistische Regime. 1986 erhielt er den Friedensnobelpreis