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Boing Boom Tschak - Techno, Tanz und House-Musik
Glossar
Acid
Ein vom Chicago-House abgeleiteter Stil der House-Musik, in dessen Zentrum die Roland TB 303 Bassmaschine steht.

Hörbeispiele:

Folge 2
- Phuture "Phuture Trax" (1985)
- DJ Mob feat. Gary Haisman: We call it aciied" (1988)

Folge 4
- Joey Beltram "Energy Flash" (1990)


 
Ambient
ist ein von Brain Eno geprägter Begriff (1978: Album "Music for Airports"). Eno versteht unter "Ambient" eine Art von Musik, die - ähnlich "Muzak" - als klangliche Erweiterung innenarchitektonischer Konzepte aufzufassen ist und insofern vom Hörer ignoriert werden soll. Im Zuge der House- und Technowelle wurden Eno's Ideen aufgegriffen, weil die 24-Stunden-Parties einen Ausgleich zu den harten Beats erforderten. "Ambient" wurde zum Inbegriff der Musik beim "chill out", einer Musik, die nicht zum Tanzen, sondern zum Zuhören gedacht ist und zum Entspannen abseits der Tanzfläche dienen soll.

Hörbeispiel:

Folge1
- Hallucinogen Fractal Group: "Bhairavi" (1998)


 
Disco
Mitte der 1970er Jahre hatte die Diskothek ihre Wiedergeburt als Ort der Freizeitgestaltung erlebt; in Nobeldiskotheken wie dem "Studio 54" in New York traf sich der internationale Jet-Set. Mit dem Erfolg des Films "Saturday Night Fever" (USA 1978) von John Badham fand die Discowelle weltweite Verbreitung, die "Bee Gees", die die Filmmusik beigesteuert hatten, konnten ein sensationelles Comeback feiern. Diskotheken haben sich seitdem als Stätte der Entwicklung neuer Stilrichtungen der Popularmusik (House, Techno usw.) erwiesen.
Musikalisch gesehen, basiert Disco auf Einflüssen des Motown- und des Philly-Sounds sowie auf afroamerikanischen Traditionen. Rhythmische Kennzeichen sind ein Fundament aus stabilen 4/4-Beats ("Four-to-the-Floor") mit synkopiert nachschlagendem Hihat, treibende, abgehackte Funk-Basslinien. Häufig sind opulente Arrangements mit Streichern, Bläsern und mehrstimmigem Gesang.

Hörbeispiele:

Folge 1
- Donna Summer: "Love to love you baby" (1975)
- Bee Gees: "Stayin' alive" (1977)

Folge 2
- Chic: "Good times" (1979)
- Gloria Gaynor: "I will survive" (1979)


 
Drum & Bass
entwickelt sich aus seinen Anfängen im London der ausgehenden 1980er Jahre zum bestimmenden Sound der 1990er mit zahlreichen Subgenres ("Darkness" bzw. "Darkstep", "Hardstep", "Jazzstep", "Two Step"). Während zu Beginn der 1990er Jahre in der britischen Szene zahllose Mischungen und Anleihen mit Stilen wie HipHop, Techno, Reggae usw. stattfinden, steht Drum &Bass für eine Konzentration auf die beiden Kernelemente: Die immer wieder verwendeten, stereotypen Standard-Beats werden weiterentwickelt.
Charakteristisch für D&B sind Breakbeats (= unregelmäßige Taktarten) und subsonische Bässe (= Schwingungen unterhalb 20 Hz, die nicht mit dem Gehör, aber mit dem Körper wahrgenommen werden).

Hörbeispiel:

Folge 1
- Goldie: "Inner city life" (1995)


 
Electro
bezeichnet einen zu Beginn der 1980er Jahre in den USA entstandenen Musikstil, der sich im Hinblick auf Produktionsweise (computergenerierte Musik statt Live-Performance) und Klang (futuristisch anmutende Synthetik-sounds) am Stil der Gruppe "Kraftwerk" orientiert, dabei aber Elemente der afroamerikanischen Tradition (Rhythmen, Soul, Funk) einbezieht.

Hörbeispiele:

Folge 1
- Cybotron: "Clear" (1982)

Folge 2
- Afrika Bambaataa & The Soul Sonic Force: "Planet Rock" (1982)


 
Gabber (engl: "Kumpel")
ist eine vor allem in Holland und insbesondere unter niederländischen Hooligans beliebte Spielart des Techno, gekennzeichnet durch sehr hohe Geschwindigkeiten (über 200 bpm), harte Geräuscheffekte, die mitunter Basslinien ersetzen, extreme Lautstärke und martialische bis unappetitliche Tracktitel oder -texte.

Hörbeispiel:

Folge 1
- Ruhr: "Arschloch" (1997)


 
Garage
Eine Variante des "Disco"-Sounds, Vorläufer und später Variante des House-Sounds, benannt nach dem New Yorker Club "The Paradise Garage", der am 27.9. 1987 seine Pforten schloß. Kennzeichen: "Fette" Bässe und soul- bzw. gospelartige Vokaleinlagen.

Hörbeispiel:

Folge 1
- Loreatta Holloway: "The Greatest Performance of my Life" (1979 produziert von Larry Levan)


 
Hip-Hop
bezeichnet im weiteren Sinne eine Mitte der 1970er Jahre im New Yorker Stadtteil Bronx entstandene Straßenkultur, die ihren Ausdruck in Musik und Sprache (Rap, Electro Funk), Tanz (Breakdance) und optischem Erscheinungsbild (Graffiti, Kleidungsstil) fand.

Hörbeispiel:

Folge 2
- Grandmaster Flash: "The Adventures of Grandmaster Flash On The Wheels of Steel" (1981)

Im engeren Sinne meint "Hip-Hop" die mit dieser Kultur verbundene oder von ihr abgeleitete Musik. Hier haben sich zahlreiche Subgenres und Kombinationen ausdifferenziert (Hip-Hop-Metal, Hip-Hop-Reggae, Hip House, Trip Hop, Big Beats).

Hörbeispiel:

Folge 3
- Fat Boy Slim: "Everybody needs a 303" (1998)
- Fat Boy Slim: "Punk to Funk" (1998)


 
House
steht für einen Oberbegriff ("Chicago-House", "Acid-House", "Ambient House") und für einen bestimmtes Subgenre. Der House-Sound entsteht Anfang der 1980er Jahre nach dem Absinken des Disco-Stils in Chicago. Er basiert auf einfachen Basslinien, motorischer "four-on-the-floor"- Percussion und darin verwobenen Keyboardklängen. Einflüsse von Disco-Klassikern (z.B. sog. "Philly"-Sound) werden dabei ebenso aufgenommen wie europäische Dancefloor-Musik und technologische Neuerungen.
Der Bedeutung dieses Stils in Diskotheken entsprechend werden Pop-Stücke durch house-orientierte Abmischungen dancefloor-tauglich gemacht ("Pop-House").

Hörbeispiele:

Folge 2
- Marshall Jefferson "Move Your Body (The House Music Anthem)" (1985)
- Frankie Knuckles: "Tears" (1989)

Folge 3
- M/A/R/R/S: "Pump up the volume"(1987)

Folge 4
- DJ Hell "Copa" (1999)


 
Techno
ist - wie "House" - zum einen ein Oberbegriff, mit dem unterschiedliche Stile der Popularmusik zusammengefasst werden (z.B. "Trance", "Ambient", "Acid", "Electro", "Gabber"), zum anderen steht "Techno" für ein eigenes Subgenre, dessen Wurzeln auf die deutsche Elektronik-Musikszene der 1970er Jahre zurückgehen ("Kraftwerk", "Can", "Tangerine Dream", "Amon Düül"). Die Intention, handgemachte Musik durch Synthesizer-Klänge zu ersetzen und die Rolle des virtuosen Bühnenkünstlers durch das Konzept einer Mensch-Maschine abzulösen, wurden zu Beginn der 1980er Jahre in Detroit (die "Belleville 3", das "Techno Trio": Juan Atkins, Derrick May, Kevin Saunderson) aufgegriffen und als Dancefloor-Musik weiterentwickelt ("Elektro", auch "Detroit Techno").

Hörbeispiele:

Folge 2
- Cybotron: "Techno City" (1985)

Folge 1
- WestBam: "Celebration Generation"(1993)

Folge 4
- WestBam: "Raving Society" (1994)

Folge 1
- Groove Gansters: "Funky beats" (1997)

Folge 4
- Dr. Motte und WestBam: "Love Parade 1998" (1998)

Folge 3
- Da Hool: "Meet her at the Love Parade" (1998)

Folge 4
- Members of Mayday "Soundtropolis" (1999)

Kennzeichnend für "Techno" sind elektronisch erzeugte und bearbeitete Klänge, die häufig an Maschinensounds erinnern, einfache Rhythmen, die sich in 4/4-Metren einfügen sowie transparent strukturierte Arrangements.

Hörbeispiele:

Folge 1
- Cybotron: "Clear" (1982)
- Aphex Twin: "Ventolin" (1994)

Gegen Mitte der 1990er Jahre wurden klanghärtere Varianten durch die Schreibweise mit einem oder mehreren "k" ausgewiesen ("Tekkno", Tekkkno")

Hörbeispiele:

Folge 1
- Talla 2 XLC: "Lov-e" (1996)

Seit den 1990er Jahren zur Mainstream-Mode geworden, bilden technoähnliche Sounds die Klanggarnitur für marktgerechte Mainstreamprodukte ("Die Schlümpfe", "Blümchen", "Aqua" usw.)

Hörbeispiele:

Folge 1
- U 96, "Das Boot" (1991)
- Mark Oh: "Tears don't lie" (1995)
- Dolls United...: "Eine Insel mit zwei Bergen" (1996)


 
Trance
ist eine Technovariante, die auf einen entrückten, psychedelischen Bewusstseinszustand abzielt, der sich - unterstützt durch Drogen - beim Tanzen einstellen soll. In dieser funktionalen Bindung ist eine Definition durch bestimmte musikalische Parameter kaum möglich, und dementsprechend unterschiedlich sind die Musiken strukturiert, die unter den Markenzeichen "Trance", "Acid-Trance", "Psychedelic Trance" oder "Goa-Trance" (benannt nach der westindischen Aussteiger- und Hippieprovinz) firmieren. Die Palette reicht von flächigen Synthie-Streicherklängen bis hin zu monoton-minimalistischen Rhythmuspatterns.)

Hörbeispiele:

Folge 1
- Cosmic Baby: "Träume" (1996)
- Robert Miles, "Children" (1996)
- Tomcraft: "The Mission" (1998)

Folge 3
- Tomcraft: "The Mission" (1998)
- Overtone: "Mental Movement" (1998)
- Tomcraft vs. Housepunk: "Punk da funk" (1999)