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Flieger mit Kohlen und Kartoffeln: Die Berliner Luftbrücke
Glossar
Alliierte
Verbündete, hier: des 1. und 2. Weltkriegs gegen Deutschland: Frankreich, Großbritannien, USA und die UdSSR

 
Blockade
Militärischer Fachbegriff, ursprünglich für die Absperrung von Häfen und Küstengebieten durch eine feindliche Seemacht. Im übertragenen Sinne wird damit eine Sperre im Allgemeinen bezeichnet.

 
Dakota
Typenbezeichnung für die, im 2. Weltkrieg gebrauchte, militärische Version der Douglas C-47

 
Douglas C-47
Die militärische Modifizierung des legendären amerikanischen Passagierflugzeugs DC-3, dem ersten Flugzeug ganz aus Metall, das seit 1936 den inneramerikanischen Flugverkehr beherrschte. Das Transportflugzeug bestach, wie schon ihre zivile Vorgängerin, durch Zuverlässigkeit und Robustheit. Die DC-47 erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 346 km/h sowie eine Flughöhe von 6.680 m. Über 10.000 Maschinen wurden von Douglas für den Einsatz im 2. Weltkrieg produziert.

 
Diktatur
Die unumschränkte Alleinherrschaft einer Person oder einer Gruppe in einem Staat

 
Five O’ Clock Tea
Typisch britische Angewohnheit, am Nachmittag gegen fünf Uhr den Tee einzunehmen

 
Gatow
Ortsteil von Berlin-Spandau, in dem der Flughafen der ehemals britisch besetzten Zone Berlins lag

 
Globemaster
Im Juli und August 1948 setzt die amerikanische Luftwaffe hauptsächlich den
schweren Langstreckentransporter „DC-74 Globemaster I” ein. Das größte während der Luftbrücke eingesetzte Flugzeug mit einer Spannweite von 52,80 m, einer Länge von beinahe 38 m und einer Höhe von 13, 33 m, besaß eine Ladekapazität von 25 Tonnen und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 528 km/h. Ausgestattet mit vier Sternmotoren des Herstellers Pratt & Whitney R-4360-27, die jeweils 3.000 PS Leistung erzielten, konnte die „Globemaster” bei einer maximalen Flughöhe von 6.490 m eine Reichweite von 11.670 km erlangen.

 
Lebensmittelmarke
Schein, mit dem man rationierte Lebensmittel kaufen kann. Die tägliche Ration, die man gegen Lebensmittelmarken in den Geschäften während der Luftbrücke erhielt, betrug 400 g Brot, 50 g Nährmittel, 40 g Fleisch, 30 g Fett, 40 g Zucker, 400 g Trockenobst sowie 5 g Käse.

 
Lunch
Englisch für „Mittagessen“

 
Propaganda
Werbung für bestimmte politische, vor allem ideologische Ziele und Vorstellungen

 
Operation Vittles
Am 24. Juni 1948 beginnt die amerikanische Luftwaffe mit 30 alten Maschinen ihre Luftbrücke einzurichten. Sie läuft unter der Bezeichnung "Operation Vittles" (Operation Lebensmittel). In 277.264 Flügen werden bis zum Ende der Blockade über zwei Mio. Tonnen Versorgungsgüter durch britische und amerikanische Flieger nach Berlin transportiert. Dabei legen die Flugzeuge ungefähr 125 Mio. Flugmeilen zwischen Berlin und ihren Ausgangsflughäfen zurück. Die Kosten für die Luftbrücke belaufen sich auf 200 Mio. US-Dollar.

 
RIAS
Abkürzung für "Radio in the American Sector." Seit Februar 1946 sendete der "Rundfunk im amerikanischen Sektor" als "Stimme der freien Welt" mit dem Zie,l einen Gegenpol zum sowjetisch beeinflussten "Berliner Rundfunk" zu schaffen und West- und Ostberlin mit Informationen zu versorgen. Während der Berlin-Blockade nahm RIAS eine zentrale Stelle ein: wegen der Stromsperren wurden die Berliner mittels Lautsprecherwagen über die Situation der Stadt und die weltpolitische Lage informiert. Der Sender heißt seit der Wiedervereinigung von 1990 "DeutschlandRadio Berlin."

 
Rosinenbomber
Umgangssprachliche Bezeichnung für die Transportflugzeuge der Berliner Luftbrücke.

 
Sektor
Bezirk, Teilgebiet

 
Skymaster
Das viermotorige Ganzmetall-Propellerverkehrsflugzeug DC-4 wurde vom Hersteller Douglas ein Jahr später als "C-54 Skymaster" zu militärischen Zwecken modifiziert. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 450 km/h, einer Gesamtleistung von 5.400 PS und einer Maximalreichweite von 6.000 km war die Skymaster der Dakota weit überlegen. 224 der insgesamt 380 bei der Luftbrücke eingesetzten alliierten Maschinen gehörten diesem Typ an.

 
Sunderland
Die großen - 26 m lang und mit einer Spannweite von 34,43 m versehenen - Flugboote wurden von den Briten überwiegend zum Salztransport eingesetzt: ihre riesigen Laderäume waren gut isoliert und verhinderten so die Korrision der Fluginstrumente. Mit einer Ladekapazität von neun Tonnen ausgestattet, konnten sie bei voller Ladung eine maximale Reichweite von 4.760 km erreichen.

 
Tegel
Im ehemals französischen Sektor gelegener Ortsteil von Berlin, in dem seit 1930 ein Raketenschießplatz bestand. Während der Berlin-Blockade, entstand dort in nur zweimonatiger Bauzeit die längste Start- und Landebahn Europas. In den 1960er Jahre wurde der zivile Luftverkehr aufgenommen und später ausgebaut. Ab 1975 wurde der gesamte zivile Fluglinienverkehr Westberlins ausschließlich von Tegel abgewickelt.

 
Tempelhof
Im Süden Westberlins, im ehemals amerikanischen Sektor gelegener Verwaltungsbezirk. Dort bestand bereits seit 1923 ein Flughafen. Während der Luftbrücke werden in Tempelhof Landefrequenzen von bis zu 90 sec. erreicht. 1,7 Mio. der insgesamt 2,3 Mio. Tonnen Fracht kommen dort an. 25 Jahre lang, bis zum Herbst 1975, wurde der gesamte zivile Luftverkehr Westberlins über Tempelhof abgewickelt.

 
Währungsreform
Neuordnung bzw. Wiederherstellung des Geldwesens eines Landes nach dem völligen Zusammenbruch der Geldwirtschaft, verbunden mit der Einführung neuer Münzen und Scheine und einer grundlegenden Reform der Wirtschaftspolitik. Allgemein wird darunter meist die Ablösung der Reichsmark durch die Deutsche Mark am 21. Juni 1948 verstanden.

 
Westzone
Nach 1945 Bezeichnung für die US-, britische und französische Besatzungszone in Deutschland

 
York
Die korrekte Fachbezeichnung für dieses viermotorige Flugzeug mit einer Ladefähigkeit von sieben bis neun Tonnen lautet AVRO-York. Sie wurde von den Briten wegen ihrer Leistungsstärke - die York verfügt über vier 12-Zylindermotoren des Typs Rolls Royce Merlin mit je 1.280 PS und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 570 km/h - für die Berliner Luftbrücke eingesetzt.

 
Zonengrenze
Ursprünglich von den vier Alliierten nach der deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945 festgelegte jeweilige Grenzlinien zwischen den Besatzungszonen. Mit Aufhebung der Grenzen in den westlichen Zonen im Jahr 1948 als Fachbegriff für die Grenze zunächst zur sowjetischen Besatzungszone, ab 1949 zur DDR gebraucht. Rechtlich bestand die Zonengrenze bis zum 3.10.1990.

 
Personen
 
Clay, Lucius Dubignon (1897-1978)
US-General und Gouverneur der amerikanischen Besatzungszone. Im Mai 1945 wird Clay sowohl Stellvertreter von General Eisenhower, dem Oberbefehlshaber der US-Truppen in Deutschland, als auch von McNarney, dem Militärgouverneur der US-Zone. 1947 erfolgt die Ernennung Clays zum Militärgouverneur und zum Befehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa. Als die Sowjets am 24.6.1948 Berlin völlig von der Außenwelt abschneiden, organisiert Clay sofort eine Luftbrücke zwischen den Westzonen und Berlin. Er bleibt unnachgiebig und leistet erheblichen Widerstand, als die Evakuierung der Alliierten und ihrer Angehörigen ins Gespräch gebracht wird.

 
Reuter, Ernst (1889-1953)
Erster Berliner Oberbürgermeister (1947-1951) der Nachkriegszeit. Stärkte während der Berlinblockade den Widerstandswillen der Bevölkerung und war bereits zu Lebzeiten eine Symbolfigur für Humanität und freie Selbstbestimmung.