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geschichteGymnasiumgeschichte
Von Flowerpower zur "wehrhaften Demokratie"
Erst 30 Jahre her und doch so fern: Die 1970er Jahre in Deutschland sind ein sehr junges und hoch komplexes Forschungsfeld für Historiker. In dieser Zeit verändert sich die Gesellschaft der Bundesrepublik maßgeblich: in der Außenpolitik stehen die Zeichen auf Annäherung im Ost-West-Konflikt, auf Ausgleich und die Macht der Diplomatie. Nach innen offenbart der "starke Staat" viele Schwächen: Wie soll er mit denjenigen umgehen, die Willy Brandts Diktum "mehr Demokratie" ganz anders auffassen als er selbst? Wie kann er nach außen Entspannung predigen und nach innen Härte zeigen? Wie vollzieht sich der Wertewandel praktisch? Einen Umschwung markiert der Anschlag auf israelische Sportler bei den Olympischen Spielen 1972 in München. Auch Ölkrise und Tarifauseinandersetzungen trüben die Aufbruchsstimmung der 60er Jahre, die Arbeitslosenzahlen steigen. Und aus Bürgerkindern werden Bombenleger: Die Rote Armee Fraktion, hervorgegangen aus der Baader-Meinhof-Gruppe, versetzt Mitte der 70er Jahre das Establishment in Angst und Schrecken. Die Antwort ist ein massiver Ausbau der Polizei – ohne dass die Attentate auf Repräsentanten des Staats und der Wirtschaft wie Generalbundesanwalt Siegfried Buback und dem Dresdner-Bank-Vorstand Jürgen Ponto verhindert werden können. Höhepunkt des "Deutschen Herbstes" 1977 ist die Entführung und Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer und die Befreiung der Insassen der gekidnappten Lufthansa-Maschine "Landshut" in Mogadischu.


Stand: 03.09.2007