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Hernan Cortés – Eroberer des Aztekenreichs
Hintergrund
Hernan Cortés– der listige Eroberer "Wissen ist Macht"
Noche triste – die traurige Nacht Zerstörte Hoffnungen
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Hernan Cortés– der listige Eroberer

Eigentlich sollte er nach dem Auftrag von Diego Velazquez, dem Gouverneur von Kuba,
an der mexikanischen Küste lediglich Erkundigungen einholen. Aber Cortes hatte sich mit so großem Eifer in die Expedition gestürzt, dass Velazquez misstrauisch wurde. Er versuchte, Cortes noch zurückzuhalten, aber als der ehrgeizige Mann bereits in See gestochen war, konnte er nicht mehr gestoppt werden. Mit der Expedition wollte der ambitionierte wohlhabende Guts- und Goldminenbesitzer, der bereits seit 14 Jahren in den spanischen Überseekolonien lebte, seinen Lebenstraum verwirklichen: durch Eroberungen zu Ruhm, Ehre und Reichtum kommen. Militärisch geschult war der in Salamanca studierte Jurist nicht. Er hatte sich aus kleinen Verhältnissen hochgearbeitet und wollte den spanischen König und deutschen Kaiser, Karl V. beeindrucken: "Für Gott und den König!" so lautete das Motto und der Schlachtruf jener Zeit. Cortes schickte viele teuere Geschenke und Briefe an den spanischen Königshof, letztere voll von Schmeicheleien, Versprechungen und Gunstbezeugungen. Ähnlich rhetorisch begabt hielt Cortes vor seinen Offizieren und Soldaten "honigsüße" Reden, um die Mannschaft bei der Stange zu halten. Selbst Feinde und Widersacher, indianische Fürsten und Stammeshäuptlinge weiß er bei Verhandlungen zu seinen Gunsten zu überzeugen.

 
"Wissen ist Macht"

Cortes wusste, mit militärischer Macht konnte er nicht gegen die Azteken obsiegen. Die 600 Mann, 16 Pferde und einige Kanonen mussten schließlich in dem unwirtlichen Gebiet über Bergpässe von 2.000-3.000 Metern transportiert werden. Auch war die Ausrüstung damals schwerfällig und unflexibel die Taktik. Aber Cortes war ein strategischer Denker, und so wusste er: Wissen ist Macht. Deshalb lässt er sich alle erdenklichen Informationen über das Land, das er erobern wollte, zukommen. Von Anfang an bemühte sich Cortes darum, mit den Indianern in ihrer Sprache zu kommunizieren. Dazu kam ihm ein doppelter Glücksfall zu Hilfe: Er ließ Jeronimo Aguilar suchen, einen Spanier, der 1511 bei einem Schiffbruch von den Maya an der Küste Yucatans gefangen genommen wurde, und ihre Sprache erlernt hatte. Aguilar konnte also von Spanisch in die Maya-Sprache übersetzen. Der zweite Glücksfall war La Maniche, eine adlige Maya. Sie wurde nach den ersten kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Cortes und einem Mayastamm Cortes als Geschenk übergeben. Sie sprach nun Aztekisch und die Sprache der Maya.

So konnte sie von der Mayasprache ins Aztekische übersetzen. Sie blieb bei Cortes als seine ständige Begleiterin und spätere Geliebte. In der Literatur und der Geschichtsschreibung wird La Malinche als sehr schillernd dargestellt: einerseits als Verbündete Cortes, die die Unterwerfung der Indianer erst ermöglicht hat und gleichzeitig als erste Vermittlerin zwischen der indigenen Kultur und den Spaniern, sozusagen als der Beginn der nationalen Identität der Mexikaner. Neben der wirkungsvollen Kommunikation nutzte Cortes auch listig und geschickt die Uneinigkeit unter den indianischen Völkern. Im aztekischen Reich hatte es auch vor der Ankunft der Spanier immer wieder Aufstände von indianischen Truppen gegen die Macht der Azteken gegeben. Das kam Cortes bei seinem Eroberungsfeldzug zugute. Und auch die Naivität der Azteken, die die spanische Bedrohung stark unterschätzt haben. Sie sahen in den kriegerischen Auseinandersetzungen begrenzte territoriale Aufstände. So war ihr Weltbild, das eine große Eroberung durch die Spanier einfach nicht einschloss.

 
Noche triste – die traurige Nacht

Ein Jahr nach Beginn der Eroberung musste Cortes auch eine herbe Niederlage hinnehmen. Im November 1519 hatte er noch die aztekische Hauptstadt Tenochtitlan erobert und den Herrscher in Gefangenschaft genommen. Aber das bedeutete eine Falle, denn die Hauptstadt liegt auf einer Insel im See und kann nur über Dämme verlassen werden. So saßen Cortes und seine Mannen fest. Erst im Sommer 1520 wagten sie die Flucht aus der Stadt- eine Katastrophe. Cortes verlor bei den Kämpfen alle seine Truppen, sein Gold, den Schmuck, die Stoffe, die ganze Artillerie. Aber Cortes gibt sich noch lange nicht geschlagen. Zwei Jahre später wiederholte er den Versuch, die aztekische Hauptstadt zu erobern und diesen Mal gelang es ihm. Am 13. August 1521 wird Tenochtitlan spanisch, drei Jahre später Mexiko-Stadt. Nach Cortes sollte es die Hauptstadt eines spanisch geprägten Vizekönigreiches werden, mit Cortes als Vizekönig.

 
Zerstörte Hoffnungen

Cortes beginnt in Mexiko-Stadt mit dem Aufbau einer Verwaltung und möchte Regent über das eroberte Kolonialreich werden. Allerdings wird er Opfer von Intrigen seiner Widersacher. Unter anderem wird ihm Vielweiberei vorgeworfen. 1515 hatte er Catalina Xuarez geheiratet, allerdings nur auf Druck von Velaquez. Später kommt seine Ehefrau unter geheimnisvollen Umständen zu Tode. Mit der Aztekin La Malinche hat er ein uneheliches Kind. Und von anderen Frauen noch weitere, mindestens vier uneheliche Kinder. Und so gewinnen die Widersacher. Nicht Cortes wird Vizekönig über das spanische Kolonialreich, sondern der angesehene Aristokrat Antonio de Mendoza. Cortes fühlt sich betrogen und setzt seine Eroberungsfeldzüge fort, in Guatemala, im Maya-Urwald, später dann noch in Algerien. 1540 kehrt er nach Spanien zurück, verbittert, in schlechter Gesundheit. 1547 stirbt er zurückgezogen in einem kleinen Dorf bei Sevilla. Seine sterblichen Überreste werden 20 Jahre nach seinem Tod nach Mexiko überführt. Ein schmuckloser Grabstein in der Nische einer Kirche in Mexiko-Stadt erinnert heute an den spanischen Conquistador Hernan Cortes.