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Der "Kranke Mann am Bosporus" – vom Ende des Osmanischen Reiches
Osmanenreich, Abb.: Putzger, Historischer Weltatlas, 1905 Verfall, Niedergang, Staatsversagen ... Viele solcher Beurteilungen begegnen uns wenn wir die Aussagen europäischer Beobachter des osmanischen Reiches im 19. Jahrhundert näher betrachten. Das alte Reich hatte seine Pracht verloren, vorbei waren die Zeiten grenzenloser, orientalischer Verschwendungssucht: 1875 war der osmanische Staat bankrott. Weltpolitisch gesehen war man in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht, und da das multi-ethnische Imperium militärisch nicht mehr zu kontrollieren war, wagten immer mehr Völker den Schritt in die Unabhängigkeit. Reformversuche wurden unternommen, westeuropäische Modernisierungsprinzipien nachgeahmt. Doch nichts konnte das Ende abwenden. Hatte das alte Modell des zentralistisch regierten Vielvölkerstaates einfach ausgedient, oder waren fremde Mächte am Werk?


Stand: 20.08.2009