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Tibets Weisheit - Führer auf dem Pfad des Erwachens
Didaktik
VorarbeitEinsatz im Unterricht
NacharbeitLehrplanbezug

 
 Vorarbeit
  • Impuls
    Der Lehrer zeigt das Bild eines Messers und stellt folgende Frage: Ist ein Messer "von sich aus" gut oder schlecht? Die Schüler sammeln Argumente für beide Aussagen und schärfen ihr Bewusstsein dafür, dass erst unsere Ansicht der Dinge ihnen ihre Bestimmung gibt. Die Schüler denken über andere Beispiele aus ihrem Alltag nach.

  • Problemorientierung
    Am Beispiel des Messers zeigt sich die Grundannahme des Tibetischen Buddhismus, dass nichts an sich gut oder schlecht ist. Die Weltreligion Buddhismus ist in drei Hauptrichtungen, darunter den Tibetischen Buddhismus, und jeweils mehrere Schulen unterteilt. Der Dalai Lama ist der höchste Repräsentant des Tibetischen Buddhismus. Seine Sanftmut und Popularität haben Buddhas Lehren für westliche Sinnsucher interessant gemacht.

  • Religionen der Welt
    Um einen Überblick über die Regionen der Welt, in denen der Buddhismus Hauptreligion ist, zu erhalten, wird eine Übersicht über die Religionen der Welt an die Wand projiziert. Dort haben die Chinesische Kulturrevolution und die Unterdrückung Tibets bereits ihren Niederschlag gefunden. Nur die Mongolei ist als Verbreitungsgebiet des Tibetischen Buddhismus (Vajrayana) eingezeichnet, Tibet wird unter dem Begriff "Chinesische Religionen" gefasst – ein Ergebnis der chinesischen Siedlungspolitik. (Tibet und Mongolei lokalisieren!)

  • Themenfrage
    Pfad der Weisheit oder Sonderweg: Was zeichnet den Tibetischen Buddhismus aus?


 
 
 Einsatz im Unterricht
  • Hören
    Der Beitrag "Tibets Weisheit – Führer auf dem Pfad des Erwachens" wird angehört. Währenddessen machen sich die Schüler Notizen auf dem Arbeitsblatt und versuchen das "Buddhismus-Alphabet" zu vervollständigen.


 
 
 Nacharbeit
  • Ergebnissicherung
    Das – ergebnisoffene – Alphabet wird an der Tafel zusammengetragen. Offene Fragen können dabei (mithilfe des Glossars) geklärt werden.

  • Projekt/Hausaufgabe
    Die Schüler informieren sich durch Buch- und Internetrecherche über weitere Inhalte des Buddhismus. Sie machen eine Aufstellung der Anforderungen, die sie persönlich am meisten ansprechen und versuchen eine Woche lang, nach diesen selbstgewählten Grundsätzen zu leben. Über ihre Erfahrungen führen die Schüler ein Tagebuch und lesen Auszüge im Unterricht vor.

  • Diskussion
    Die Schüler sprechen über die Grundzüge des Tibetischen Buddhismus und wiederholen dabei die wichtigsten Aspekte:

    • Ziel ist allen buddhistischen Richtungen gleich: "Buddhaschaft", Erwachen, Nirvana
    • wichtige geistige Qualitäten sind Liebe und Mitgefühl
    • das Karma entscheidet über die Zukunft
    • Unterschiede liegen in den Meditationspraktiken ("tantrischen Lehren"): die Meditierenden visualisieren sich bestimmte Gottheiten und identifizieren sich mit ihnen
    • Mandalas und Mantras unterstützen die Einstimmung
    • die Wahl der Mittel auf dem Weg der Befreiung sind vergleichsweise offen
    • Vermischung mit der traditionellen schamanistischen Bön-Religion
    • Lama (Lehrer) sind wichtige Bezugspersonen und Wahrer der Traditionslinie
    • sie müssen selbst praktizieren und ein bestimmtes Niveau erreichen, um Schüler zu unterweisen
    • Die Erleuchtung oder das Erwachen aller Lebewesen ist das übergeordnete Ziel (aus Mitgefühl mit dem Samsara-Kreislauf verhafteten Menschen gibt Boddhisattvas, die aus dem Nirvana "zurückgekehrt" sind, um zu helfen)
    • Oberhaupt des Tibetischen Buddhismus ist der Dalai Lama, eine Reinkarnation seines Vorgängers
    • Tulkus (Reinkarnationen eines Lamas) können ihre Wiedergeburt gezielt bestimmen
    • in der Phowa-Praxis helfen Lamas anvertrauten Menschen im Sterbeprozess


    Die Schüler diskutieren, ob sie sich von den buddhistischen Lehren und Praktiken oder von Teilbereichen angesprochen fühlen oder nicht. Abschließend betrachten die Schülerinnen und Schüler ein tibetisches Sandmandala. Mandalas werden nach ihrer Fertigstellung sofort verwischt. Es wird überlegt und diskutiert, warum das so ist. Alternativ bietet sich zum Ausklang das Kreuzworträtsel an.

  • Buddhismus
    Um sich tiefer mit dem Buddhismus als Weltreligion zu beschäftigen, bieten sich die Unterrichtsmodelle "Der achtfache Pfad zur Erlösung: Die Lehren des Buddha" und "Sanfter Heiliger aus dem Osten: der Dalai Lama"bei radioWissen an.


 
 
  Lehrplanbezug
  • Lehrplan für die bayerische Realschule:
    Kath. Religionslehre 8: Andere Religionen achten lernen: Hinduismus und Buddhismus
    Kath. Religionslehre 9: Sehnsucht nach Sinn und Halt: Vielfalt religiöser Angebote
    Evang. Religionslehre 8: Fernöstliche Religiosität: Fremdes kennen und achten lernen

  • Lehrplan für das bayerische Gymnasium:
    Ethik 9: Religiöse Sinndeutungen des Lebens
    Kath. Religionslehre 10: Christentum im Pluralismus von Religionen und Kulturen: Hinduismus und Buddhismus
    Evang. Religionslehre 10: Buddhismus
    Ethik 10: Religionsphilosophie und vergleichende Betrachtung der Weltreligionen