Vorarbeit
Vorkenntnisse Die Sendung setzt Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler über die Evolutionstheorie voraus
Impuls Arbeitsblatt 1: Die Schülerinnen und Schüler lesen Zitate des Wissenschaftstheoretikers Franz M. Wuketits und des Kardinals Christoph Schönborn zum Thema Evolution und Naturgesetze.
Problemorientierung Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten in Gruppen folgende Aufgabe: Welche unterschiedlichen Ansichten von der Evolution und den Naturgesetzen kommen in den Zitaten des Wissenschaftstheoretikers Franz M. Wuketits und des Kardinals Christoph Schönborn zum Ausdruck? Diskutieren Sie ihre Überlegungen in der Klasse.
Einsatz im Unterricht
Hören Abspielen des Beitrags "Evolution oder Schöpfung – Wissenschaft oder Glaube?". Die Sendung wird gemeinsam angehört.
Arbeitsauftrag: Gruppenarbeit Die Schülerinnen und Schüler machen sich jeweils - aufgeteilt in zwei Gruppen - währenddessen Notizen auf ihren Arbeitsblättern und bearbeiten folgende Aufträge: Gruppe I: Welche Positionen zur Entstehung und Entwicklung des Lebens vertreten die Evolutionsbiologie, die katholische Kirche, der Kreationismus und die Theorie vom "Intelligenten Designer"? Gruppe II: Welche Ansätze zu einer Synthese von Glauben und Wissen werden in dem Betrag genannt – jenseits der Positionen der Evolutionsbiologie, der Kirche, des Kreationismus und der Theorie vom "Intelligenten Designer"?
Nacharbeit
Ergebnissicherung Die Gruppen diskutieren ihre Mitschriften und halten ihre gemeinsamen Ergebnisse auf einem Plakat fest. Je zwei Schüler aus jeder Gruppe stellen ihr Plakat der Klasse vor.
Projekt Das Thema bietet sich sehr gut an, um eine interaktives und (fächerübergreifendes) Webprojekt zu gestalten.
Lehrplanbezug
Lehrplan für die bayerische Realschule:
Katholische Religionslehre 9. Jgst.: Menschen fragen nach Gott: Gottesvorstellungen der Religionen; Anstöße zu neuen Erfahrungen: mit der Bibel lernen
Evangelische Religionslehre 10. Jgst.: Die Frage nach Gott: Verschiedene Antworten auf die Frage nach Gott (Gottesvorstellungen in der Bibel, dazu auch 2. Mose 20,4, christliche Gottesvorstellungen in verschiedenen Epochen oder Gottesvorstellungen in verschiedenen Religionen, Streit um den Gottesglauben: die Aufklärung und die Folgen, Glaube und Naturwissenschaft, z. B. anhand der biblischen Schöpfungsgeschichten)
Lehrplan für das bayerische Gymnasium:
Katholische Religionslehre 8. Jgst.: Gottes Schöpfung – Gabe und Aufgabe für den Menschen (komplementäre Sicht der Wirklichkeit: Staunen über die Schöpfung, z. B. Sonnengesang (Franz v. Assisi); naturwissenschaftliches Wissen über die Entwicklung von Welt und Leben, z. B. Urknall, Evolution; biblische Schöpfungserzählungen (Gen 1,1-2,4a; 2,4b-25) – keine Berichte, sondern Grundaussagen zur Lebensorientierung vor dem Hintergrund ihrer Entstehungszeiten: Mensch als Geschöpf und Ebenbild Gottes, Hüter und Gestalter des Lebens (Gen 1,26-28; 2,15), Mann und Frau als gleichwertige Partner (Gen 1,27; 2,18-24), bleibende Gefährdung des Menschen (Gen 3); Verantwortung für die Schöpfung; ggf. eigene Neufassung eines Schöpfungstextes (z. B. zu Gen 1-2; Ps 8; Ps 104)
Evangelische Religionslehre 8. Jgst.: Leben in Gottes Schöpfung und Geschichte: den biblisch-christlichen Schöpfungsglauben im Kontext anderer Sichtweisen von Welt kennen lernen, Weltsichten der Schüler; ein Schöpfungsmythos; naturwissenschaftliche Theorien, z. B. Urknall, Evolution; Begegnung mit biblischen Aussagen zur Schöpfung: Zugangsmöglichkeiten und Zugangsschwierigkeiten¸ biblische Konzepte von Welt, z. B. in Ps 104; 1. Mose 1 bis 3; 1. Mose 4; 1. Mose 6-9; Grundzüge christlichen Schöpfungsglaubens (z. B. Luthers Auslegung des Ersten Glaubensartikels, Erhaltungs- und Heilshandeln Gottes wie etwa Ps 78; Jes 65,17; 2. Kor 5,17); die Bedeutung biblischer Schöpfungsaussagen für Glauben und Handeln wahrnehmen die Bedeutung der Bibel für Glauben und Handeln heute, verantwortliches Verhalten gegenüber der Schöpfung, evtl. Projekt, (Tier-, Umweltschutz)
Evangelische Religionslehre 10. Jgst.: Zugänge zur Bibel: exemplarisch eine biblische Schrift oder Tradition in gesamtbiblischer Perspektive kennen lernen, z. B. Vätergeschichten, Exodus, Hiob, Apokalypse -unter folgenden Gesichtspunkten: unterschiedliche Zugänge und Erfahrungen; Fremdheit biblischer Themen und Texte, Einführung in die historisch-kritische Arbeitsweise an biblischen Texten
Ethik, 10. Jgst.: Religionsphilosophie und vergleichende Betrachtung der Weltreligionen: religiöse Menschenbilder am Beispiel der drei Abrahamsreligionen Judentum, Christentum und Islam im vertieften Vergleich: Verhältnis von Schöpfer und Geschöpf und die sich daraus ergebenden Forderungen für das Leben; Eingehen auf ihre jeweiligen ethischen Grundaussagen zu zentralen Fragen des Lebens
Katholische Religionslehre 11. Jgst.: Verantworteter Gottesglaube: Anfragen, Ablehnung, Annäherungen: Gott – wer oder was ist das? Anfragen, z. B. Schüleräußerungen, autobiographische Texte; Bedingtheit und Fragwürdigkeit von Gottesvorstellungen; Theodizee als Ernstfall der Gottesfrage, z. B. Ijob; Gottesglaube vor dem Anspruch der Moderne; Klassiker der Religionskritik, z. B. L. Feuerbach, F. Nietzsche, J.-P. Sartre; Erschließung zentraler Inhalte und prägender Motive, Abgrenzung von religiösem Indifferentismus, theologische Reflexion der unterschiedlichen Formen des Atheismus; methodischer Atheismus in der Naturwissenschaft: Klärung der komplementären Sichtweisen von Gottesglauben und naturwissenschaftlicher Forschung, z. B. Evolution als creatio continua; Glaube und Vernunft: aufgeklärter Glaube: Chancen und Grenzen, den Gottesglauben von der Vernunft her zu befragen, Versuch eines rationalen Aufweises aus der Tradition, z. B. Anselm v. Canterbury, Thomas v. Aquin, I. Kant, oder der Moderne, z. B. H. Küng;
Katholische Religionslehre 11. Jgst.: Der Mensch im Horizont des Gottesglaubens: christliches Menschenbild: Der Mensch – sich selbst eine Frage: Sinnentwürfe und Menschenbilder, Deutung des Menschseins in der Moderne: Philosophie, z. B. A. Camus, E. Fromm, E. Lévinas, oder Psychologie, z. B. S. Freud, C. G. Jung, V. E. Frankl, oder Naturwissenschaft, z. B. menschliche Freiheit aus der Sicht der Hirnforschung; Vergleich mit dem christlich-biblischen Verständnis des Menschen als Person: Geschöpf und Abbild Gottes (Gen 1,26f.) mit unverlierbarer Würde (Gen 2,7; Ps 8), v. a. der Mensch als ein für Transzendenz offenes Wesen, als verantwortlicher Mitgestalter (Gen 1,28), als gemeinschaftsbezogenes Wesen (Gen 2,18.21-24), als Sünder (Gen 3,1-8), als zur Freiheit (Röm 8,1f.,14-17) und Vollendung (1 Kor 15,12-22) Berufener
Evangelische Religionslehre 11. Jgst.: Was ist wahr? – Wahrnehmung und Wirklichkeit, Fragen der Wahrnehmung, Vermittlung und Beschreibung von Wirklichkeit reflektieren, Wahrnehmung und Beschreibung von Wirklichkeit: Unterschiede im Zugang z. B. der Geistes- und Naturwissenschaften; Platons Konzept der Erkenntnis; Grenzen objektiver Erkenntnis nach Vorstellungen Kants; den Wahrheitsanspruch des Christentums von anderen Vorstellungen unterscheiden, die Spannung zwischen Ausschließlichkeit und Beliebigkeit als Grundmuster der gegenwärtigen Diskussion
Evangelische Religionslehre 11. Jgst.: Woran hängt dein Herz? – Die Frage nach Gott: unterschiedliche Vorstellungen von und Erfahrungen mit Gott in der Biographie und Geschichte wahrnehmen; Gottesbilder und -vorstellungen
Ethik, 11. Jgst.: Naturwissenschaften: Biologie und Physik: Überwindung des mechanistischen Weltbilds durch naturwissenschaftliche Theorien des 20. Jahrhunderts: z. B. M. Planck (Unterscheidung zwischen objektiv-wissenschaftlicher und subjektiv-persönlicher Betrachtungsweise), W. Heisenberg (Unschärferelation), Chaostheorie (deterministisches Chaos)
Katholische Religionslehre 12. Jgst.: Grundriss einer Zusammenschau – das christliche Credo: Ich glaube: die großen Fragen des Menschen, Glaube als Grundorientierung in freier Entscheidung; Bedeutung des Apostolicums im Leben und Glauben der Kirche (vgl. K 11.1), an Gott, den Schöpfer: Gott als Vater und Herr der Welt (vgl. K 11.2, K 11.3)
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