Vorarbeit
Impuls "Am glücklichsten sind diejenigen, die das Gefühl haben, sie bekommen, was sie verdient haben", erklärte der Sozialforscher Hans-Werner Bierhoff in einem Interview in der Wochenzeitung "Die Zeit" vom 3.05.2007. Mit Hilfe von Arbeitsblatt 1 überlegen die Schülerinnen und Schüler was sie als gerecht empfinden und ob Sie Bierhoff zustimmen würden.
Kurze Diskussion Die Schülerinnen und Schüler diskutieren gemeinsam in der Klasse die Frage: "Was ist gerecht?"
Einsatz im Unterricht
Nacharbeit
Ergebnissicherung Die Gruppen diskutieren ihre Mitschriften und halten ihre gemeinsamen Ergebnisse auf einem Plakat fest. Je zwei Schüler aus jeder Gruppe stellen das Plakat der Klasse vor.
Vertiefende Diskussion und Transfer Die Schülerinnen und Schüler diskutieren die Gerechtigkeitsmodelle, Platons, Rousseaus, Rawls’ und Habermas’ in der Klasse. Sie versuchen, Beispiele für diese Theorien im gesellschaftlichen Alltag von heute zu finden. Dabei überlegen sie, inwiefern die Theorien geeignet sind, um für Gerechtigkeit zu sorgen oder Gerechtigkeit als Phänomen zu beschreiben.
Lehrplanbezug
Lehrplan für die bayerische Realschule:
Ethik 8. Jgst., 8.3 Grundlegende Maßstäbe menschlichen Handelns Werte: die Bedeutung der im Grundgesetz festgelegten Grundwerte (Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Toleranz, Verantwortung) einsehen
Ethik 10. Jgst., 10.1 Übernahme von Verantwortung in Staat und Gesellschaft Sicherung des Friedens als bleibende Herausforderung: den Zusammenhang von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden an Beispielen erschließen; die Schutzwürdigkeit dieser Grundwerte erkennen und Offenheit dafür gewinnen, diese Grundwerte ggf. zu verteidigen
Ethik 10. Jgst., 10.2 Angewandte Ethik - Politische Ethik bzw. Rechtsethik: Positionen der politischen Ethik bzw. Rechtsethik kennen lernen, ein Strukturmodell ethischer Prinzipien entwickeln, das Zusammenwirken der verschiedenen Komponenten auf Konsens bzw. Dissens prüfen (z. B. bei sog. Prima-facie-Regeln), eine ethisch verantwortbare Position formulieren und begründen
Lehrplan für das bayerische Gymnasium:
Ethik 9. Jgst., 9.5 Friedensethik: philosophische Ansätze der Friedensethik: Domestizierung von Krieg durch Bindung an Recht und Gerechtigkeit (bellum-iustum-Theorie); prinzipielle Verhinderung von Krieg (Gedanken aus Kants Schrift „Zum ewigen Frieden“)
Ethik 10. Jgst., 10.1 Philosophisch-ethische Deutungen des Menschen: Sokrates und Platon: Grundpositionen; die neuzeitliche Gesellschaftsvertragstheorie bei Hobbes, Rousseau und Kant (modellhafter Dreischritt: Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Staat); jeweils unterschiedliche Vorstellungen vom Naturzustand; die diesem zugrunde liegenden Unterschiede im Menschenbild und Konsequenzen für die Staatsauffassung
Ethik 10. Jgst., 10.3 Ethik des wirtschaftlichen Handelns: ausgewählte Problemfelder: z. B. soziale Gerechtigkeit, Globalisierung, Umwelt, Arbeitsplatzerhaltung, Werbung
Ethik 11. Jgst., 11.1.2 Grundpositionen philosophischer Ethik: philosophisch-ethischer Diskurs bei Platon (z. B. im Gorgias oder in der Politeia); Tugendethik und Mesoteslehre bei Aristoteles (Nikomachische Ethik, Buch II-IV, VI); deontologische Ethik (Pflichtethik) bei I. Kant: kategorischer Imperativ und hypothetische Imperative, der moralische Wert von Handlungen, Tugendpflichten; Diskursethik (J. Habermas)
Ethik 12. Jgst, 12.1 Recht und Gerechtigkeit, 12.1.1 Grundpositionen: Naturrecht und Rechtspositivismus (Geschichte, Leistung, Problematik); Gerechtigkeit als Tugend – kommunitative und distributive Gerechtigkeit bei Aristoteles; soziale Gerechtigkeit: Gerechtigkeit als Fairness (J. Rawls); Weiterführung durch kommunitaristische Positionen (z. B. A. Etzioni, M. Walzer)
Ethik 12. Jgst., Politische Ethik 12.1.3: Ethik der Bürgerschaft (Verhältnis von Staat und Bürger); Probleme und Perspektiven einer gerechten globalen Friedensordnung (z. B. Krieg, Völkerrecht, Migration); Menschenrechte: Entstehung, Problem der universalen Geltung; Begriff der Menschenwürde (I. Kant; Art. 1 GG; z. B. Pico della Mirandola: De dignitate hominis)
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