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Nunavut – Land der Inuit
Ein Inuit auf Seehundjagd © dpa Hoch im Norden Amerikas, im Territorium Nunavut, findet seit zehn Jahren ein gesellschaftspolitisches Experiment statt: die seit Jahrtausenden in der Region verwurzelten Ureinwohner erhielten am 1. April 1999 diesen Landesteil zur eigenen und gleichberechtigten Verwaltung, eingebunden in die föderalistische Demokratie Kanadas. Damit sollten die Inuit (was übersetzt schlicht "Menschen" bedeutet) von den Vorzügen der westlichen Wirtschaft profitieren, ohne zu einer weiteren Aufgabe ihrer Traditionen gezwungen zu sein. Denn die Umwälzungen, die die Inuit seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts erfahren haben, waren tiefgreifend genug: in nur zwei Generationen wurde aus einem Volk von Jägern und Nomaden eine zur Sesshaftigkeit überredete Bevölkerungsminderheit ohne Arbeit und Perspektive. Das soll sich in dem Land mit der absurden Bevölkerungsdichte von 0,01 Mensch pro Quadratkilometer ändern: die Förderung von Bodenschätzen und der Tourismus sollen Beschäftigung und Devisen sichern, die Bildung und Gesundheitsvorsorge verbessert werden – damit den Inuit ihr eiskaltes Land wieder so lebenswert erscheint, wie es vor den Segnungen der Moderne für sie war.

  • Autorin: Renate Ell
  • Internetbearbeitung und Unterrichtsmodell: Britta Mentzel


Stand: 25.03.2009