- Budapest – die Donaustadt
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Mit 2 Millionen Einwohnern ist Budapest heute größer noch als Belgrad und Wien und somit die größte Donaustadt in Europa. Der 400 Meter breite Fluss, bei Regen braun-schlammig, bei Sonne herrlich blau, verbindet mit seinen neun Brücken die ehemals selbstständigen Städte Buda und Pest miteinander.
- Budapest und sein Werden
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"Budapest soll eine Stadt sein?", fragt der ungarische Schriftsteller Peter Esterhazy seinen Heimatort. Er stammt aus der berühmten ungarischen Familie Esterhazy, deren Sprösslinge sich um Ungarn verdient gemacht hatten: Fürst Nikolaus Esterhazy förderte im 18. Jahrhundert den Kapellmeister Josef Haydn. Graf Moritz Esterhazy wirkte mit am Ausgleich zwischen Österreich und Ungarn in der sogenannten k.und k., kaiserlich und königlichen Doppelmonarchie. Und Peter Esterhazy der Schriftsteller, stellt seine Heimat Ungarn literarisch in die Mitte Europas, so bezeichnete es die Laudatio auf den Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels 2004. Budapest wurde 1872 aus Buda und Pest zu einer Stadt mit 300.000 Einwohnern vereinigt. Bereits in der Altsteinzeit im 5. Jahrtausend vor Christus siedelten Menschen in der Gegend. Dann kamen Römer, Ostgoten, Langobarden, Awaren, Slawen, Osmanen, Deutsche, schließlich Magyaren, alle angelockt von den warmen Quellen.
- Budapest: Kurbäder und Rosen, und eine Burg
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Deshalb gilt Budapest auch heute noch als Kurstadt, mit 123 Quellen und Heilbädern. Unter ihnen das Kaiserbad, das türkische Königsbad und viele andere. Wie überhaupt die Osmanen sich breit gemacht hatten in Budapest: der türkische Derwisch Baba Gül soll den Städtern Rosen gebracht haben. Sein Denkmal aus dem 16. Jahrhundert erinnert daran. Erhoben und gediegen thront die königliche Burg über der Stadt. Erbaut im 13. Jahrhundert hielt sie dem türkischen Einfall nicht statt. Erst die Habsburger, ab 1715 an der Macht, bauten das Burgviertel bis 1904 wieder vollständig auf.
- Budapest in der Doppelmonarchie
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Königreich Ungarn unter österreichischer Führung der Habsburger: damals diente Budapest als Kulisse der Krönungsfeierlichkeiten. In der Matthiaskirche wurde etwa König Franz Joseph und seine Frau Elisabeth (Sisi) 1867 zu König und Königin Ungarns gekrönt. Franz Liszt komponierte die Krönungsmesse. Politisch vor allem trug der ungarische Ministerpräsident Gyula Andrassy zur Schaffung der Doppelmonarchie bei. Die nach ihm benannte Prachtstraße ähnlich den Pariser Champs-Elysées gehört heute zum Weltkulturerbe der UNESCO. Hier residieren nun Notare und Anwälte, Reisebüros, Banken und Läden.
- Kaffeehäuser und Markthalle
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Und natürlich die berühmten Kaffeehäuser von Budapest mit der Atmosphäre des untergegangenen fin de siècle, wie Peter Esterhazy schwärmt. Unter der Prachtstraße fährt die zweitälteste U-Bahn in Europa, die Földalatti von 1896. Sie bringt die Touristen zum Ende der Vaci utca, einer riesigen Fußgängerzone mit Verkaufsständen, Kaffees und Restaurants. Dort ist die Markthalle, die auch von vielen Einheimischen aufgesucht wird. Düfte von ungarischen Lebensmitteln, von Salami und Paprika, Obst und Gemüse durchwehen die Halle. Und hinten verkaufen ungarische Bäuerinnen Pilze, Käse und Blumensträuße.
- Budapest und seine Freiheit
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Seit dem 23. Oktober 1989, auf den Tag genau 33 Jahre nach dem Tag des Ungarnaufstandes 1956 gegen das sowjetische Regime, ist Ungarn keine kommunistische Republik mehr, sondern eine freie Republik mit einer Verfassung, ähnlich dem deutschen Grundgesetz. Wenige Spuren erinnern noch an 1956. Damals erhoben sich die Bürger Ungarns gegen das kommunistische und von den Sowjets dirigierte Unterdrückungsregime. Sie hatten gehofft, die USA würden sie bei ihrem Aufstand unterstützen und ihnen zu Hilfe kommen. Aber dem war nicht so. Und so konnte die sowjetische Armee den Aufstand blutig niederschlagen. Einige Häuser und Gebäude in der Innenstadt Budapests zeigen noch Spuren dieser Kämpfe von 1956. Allerdings wurde mittlerweile vieles an den Gebäuden erneuert, auch den Rußschleier, den viele Städte im Osten hatten, verliert die Stadt langsam.
- Budapest und die jüdische Gemeinde
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Wieder aufgebaut wurde in der Dohanystraße auch die jüdische Synagoge, mit 3000 Plätzen die größte in Europa. Um nicht aufzufallen, gleicht sie äußerlich eher einer spanischen Kirche im maurischen Stil. Im Garten der Synagoge steht ein Denkmal, das an die ermordeten ungarischen Juden erinnert: ein metallener Baum über einem Massengrab aus den Jahren 1944/45. An jedem der silbernen Blätter ist der Name eines Holocaust-Opfers eingraviert: 4000 Namen – 4000 Menschen. Bis zum Zweiten Weltkrieg lebten im Gebiet des heutigen Rumäniens, der Slowakei und Serbiens 900.000 ungarische Juden. Von ihnen wurden 600.000 getötet. Der Park hinter der Synagoge wurde nach Raoul Wallenberg benannt, nach dem schwedischen Diplomaten, der mit Schutzpässen etwa 800 ungarische Juden vor dem sicheren Tod im Vernichtungslager bewahrte. Er selbst wurde nach dem Krieg in die Sowjetunion verschleppt.
- Budapest und das Glück
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"Komm, komm nur, egal, wer du bist, mach dir ein Budapest!" So drückt Peter Esterhazy das Nebeneinander von Unglück und Glück in seiner Stadt aus. Dennoch, meinte der ungarische Feldherr und Dichter Miklos Zrinyi im 17. Jahrhundert: "Wir brauchen Glück, sonst nichts". Diesen Satz haben die Budapester zu ihrem Wahlspruch gewählt.
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