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Oswald von Wolkenstein
Oswald von Wolkenstein © Universitätsbibliothek Innsbruck Um 1376 erblickt Oswald von Wolkenstein in Südtirol das Licht der Welt. Er wurde in eine raue Wirklichkeit hinein geboren, die schon in seiner Jugendzeit ein markantes Mal in seinem Gesicht hinterließ: Er verlor ein Auge, und als Einäugiger ist er auf manchen Abbildungen zu identifizieren. Sie zeigen ihn mal als repräsentativen Würdenträger mit seinen Orden, mal als Sänger, mal als Gefolgsmann des Kaisers. Viel bedeutender sind jedoch seine eigenen, literarischen Hinterlassenschaften, die eine große Zahl von Liedern verschiedensten Inhalts umfassen. Liebeslieder, Reiselieder, geistliche Lieder zeugen von seinem bewegten Leben, das ihn bis an die Grenzen des christlichen Abendlandes und darüber hinaus brachte. Oswald kann als der erste moderne Mensch bezeichnet werden, der in seinen Texten unbekümmert Auskunft über sein Selbstverständnis, aber auch über sein Weltbild und seine privaten wie öffentlichen Verhältnisse im Dienste des Königs gibt.


Stand: 17.03.2010