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Simplicius Simplicissimus – Das Werk des Grimmelshausen
Simplicius Simplicissimus  © dpa Das 17. Jahrhundert war geprägt von der Erfahrung des Dreißigjährigen Krieges. In Mitteleuropa konnte sich kaum jemand den Wirren dieser menschengemachten Katastrophe entziehen. Und wer doch dem Krieg entkam, sah sich oft einer noch unberechenbareren Gefahr gegenüber: der Pest. Dem Gebildeten bot die Literatur einen schwachen Trost: Mit Hilfe der Satire konnte man dem aberwitzigen Grauen des Alltags noch etwas Gutes abgewinnen. Man konnte sich über die tödlich-bösen Narrheiten der kriegsbesessenen Menschen erheben und in der christlichen Moral verzweifelt einen gangbaren Weg für das eigene Leben suchen. Deshalb fand eine breite Leserschaft in Grimmelshausens Simplicissimus ein hohes Identifikationspotential, mit dem ihrer trostlose Realität so etwas wie Sinn abgerungen werden konnte. Die Abenteuer des Simplicissimus spiegeln die Welt des Barock, wie sie der Autor selbst erleben muss. Geboren wird Grimmelshausen um 1622 im hessischen Gelnhausen. Die ersten 12 Jahre seines Lebens werden ihm helfen, sein weiteres Leben zu retten – und zu gestalten, denn er erhält ein wenig Bildung. Dann wird Gelnhausen vom Krieg erwischt, geplündert und gebrandschatzt. Unter die Soldaten gerät der auf sich gestellte Junge schon mit 14 Jahren. Doch sein Lesen und Schreiben befördert ihn bald in die Schreibstuben des gewaltigen Gemetzels. Später, nach dem Krieg, bringt er es zu verschiedenen Verwalterposten, zum Gastwirt – und zum Schriftsteller! Sein Werk gehört bis heute zur Weltliteratur.


Stand: 15.01.2009