Vorarbeit
Einstieg Als motivierender Einstieg kann der Prospekt eines Reiseunternehmens dienen, der neben anderen Zielen in Griechenland auch die Insel Lesbos anbietet. Aus den möglichen Reaktionen der Schülerinnen und Schüler werden erste Vorkenntnisse gewonnen. Eventuell kann aus Eva Demskis Reisebeschreibung ("Lesbos. Sappho und ihre Insel") ein kurzer Abschnitt vorgelesen und besprochen werden.
Vorbereitung Als Vorbereitung des folgenden Hörbeitrags wird das Arbeitsblatt 1: "Stammbaum Sapphos" ausgeteilt. Die Schülerinnen und Schüler sollen während des Hörens die Namen der Familienmitglieder Sapphos an den richtigen Stellen im Stammbaum eintragen.
Einsatz im Unterricht
Nacharbeit
Gestaltung eines Gedichts von Sappho Manche Texte Sapphos sind uns nur sehr bruchstückhaft überliefert. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in die Rolle eines Archäologen oder Literaturwissenschaftlers versetzen, der versucht, unvollständige Sätze sinnvoll zu ergänzen. Dabei ist nicht auf Metrum oder Reim zu achten, die bei der Übersetzung aus dem Altgriechischen verloren gegangen sind, sondern auf Stimmung und Gefühl. Der Text auf dem Arbeitsblatt 3: "Textergänzung" eignet sich zur vorsichtigen Ergänzung. Im Anschluss an die Schülerversuche, die gegenseitig vorgelesen und kritisch besprochen werden, wird "Das Scherbengedicht" nochmals vorgespielt.
Antwort auf ein Gedicht von Sappho Rainer Maria Rilke (1875-1926) schrieb zwei Gedichte, die einen kleinen Dialog bilden. Das Gedicht "Sappho an Alkaïos" blieb dagegen unbeantwortet. Die Schülerinnen und Schüler versuchen unter Zuhilfenahme von Arbeitsblatt 4: "Mit Sappho im Gespräch", eine kurze Antwort in gebundener Sprache zu formulieren. Metrum und Reim sollen dabei nicht im Vordergrund stehen, sondern es sollen Stimmung und Gefühl betont werden.
Bebilderung eines Gedichts von Sappho Eine Schülergruppe gestaltet mit den im Internet vorgefundenen künstlerischen Bildern zum Thema eine Sappho-Collage. Vorschlag: ein DIN-A4-Blatt, das einen typischen Gedichttext und dazu passende Abbildung zu einer repräsentativen Gesamtdarstellung vereint. Ein solches Blatt kann auch als Ergänzung eventueller Hefteinträge für die gesamte Schülergruppe vervielfältigt werden.
Vergleich eines sapphischen und eines modernen Gedichts In der Literaturwissenschaft wird die Lyrikerin Sappho vor allem wegen ihres typisch weiblichen Blicks auf die Welt gepriesen. Ein unbefangener Blick auf einen ihrer Texte zeigt jedoch, dass es schwer ist, solche typischen Merkmale zu benennen und zu isolieren. Ein Gedichtvergleich auf Arbeitsblatt 5: "Typisch sapphisch?" macht deutlich, wie schwierig eine begründete Zuordnung eines Textes zu einem Autor bzw. einer Autorin, einer Entstehungszeit oder einer bestimmten Geisteshaltung ist. Für die meisten Schülerinnen und Schüler ist diese Aufgabe nicht lösbar. Dennoch kann damit bewiesen werden, dass es auch heute noch oder vielmehr heute wieder Frauen gibt, die ihre eigene Meinung in die Öffentlichkeit tragen und mit ihren Texten sich qualitativ nicht von Texten männlicher Herkunft unterscheiden lassen. (Die drei Gedichte sind von 1: Ulla Hahn, 2: Sappho, 3: Goethe).
Lehrplanbezug
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