Vorarbeit
Einführung Zu Beginn werden die Schülerinnen und Schüler kurz über den Verlauf des gesamten Unterrichtsvorhabens und besonders über den Sinn der ersten Arbeitsphase informiert. Dabei sollten allerdings keine Ergebnisse vorweggenommen werden.
Motivationsphase: Entwicklung einer Fragehaltung In dieser Phase sollen die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe des Arbeitsblatts 1 angeregt werden, erste Vorstellungen des Menschen Edgar Allan Poe zu entwickeln. Sie sollen dabei Neugier und eine Fragehaltung entwickeln, wer der Autor solch erschreckender Zeilen aus einem literarischen Werk ist. Dabei könnte das Ergebnis sein, dass gemutmaßt wird, dass es sich selbst um eine schwer gestörte Persönlichkeit handelt oder dass der Autor Schreckliches erlebt habe und dies nun durch Hineinversetzen in den Täter verarbeite. Es könnte allerdings auch ein Unverständnis darüber geäußert werden, wie jemand auf solche Fantasien kommen kann. Jedenfalls ist eine Fragehaltung entstanden ist, die dazu motiviert, den Hörfunkbeitrag aufmerksam zu verfolgen.
Einsatz im Unterricht
Hören und Besprechen Der Beitrag soll nun ganz gehört werden. Dazu sollen sich die Schülerinnen und Schüler Notizen machen, um im Nachhinein Arbeitsblatt 2 ausfüllen zu können. Die Ergebnisse werden dann in Gruppenarbeit vorgestellt und diskutiert. Wesentliches Ziel dabei ist es, die Möglichkeiten und Grenzen des biografischen Zugangs aufzeigen.
Nacharbeit
Grenzen des biografischen Zugangs Mit Hilfe von Arbeitsblatt 3 sollen sich die Schülerinnen und Schüler nun zunächst mit Poes eigener Position auseinandersetzen, dass Literatur, wie er in seiner "Philosophie der Komposition" schreibt, etwas rational Konstruiertes sei, das nicht von biografischen Bedingungen abhängig sei. Die Ergebnisse dieser Arbeitsphase werden dann im Plenum zur Diskussion gestellt. Dabei sollten noch einmal die Berechtigung, aber auch die Grenzen des biografischen Zugangs herausgestellt werden.
Lektüre und Erarbeitung ausgewählter Werke Nun ist es natürlich an der Zeit sich mit dem einen oder anderen Werk zu beschäftigen. Es bietet sich an, im Hörfunkbeitrag erwähnten Werke einer näheren Untersuchung zu unterziehen. Hier wären zu nennen: - Das verräterische Herz. - Eleonora - Ligeia - Der Doppelmord in der Rue Morgue - Der rote Tod - Die Grube und das Pendel Diese Erzählungen sollen arbeitsteilig in Partner- oder Kleingruppenarbeit (vier Gruppenmitglieder) erarbeitet werden. Als Ergebnisse sollten anschauliche Inhaltszusammenfassungen mit Interpretationsansätzen hergestellt werden Vortrag, Referat, Präsentation, Arbeitsblätter o.Ä.).
Rolle des Lehrenden Der Lehrer nimmt in dieser Phase eine beratende Rolle ein. Er berät auf Anfrage, er bespricht mit den Gruppen Verständnisprobleme; er diskutiert mit den einzelnen Gruppen, wenn es um die Analyse und Interpretation von Textsequenzen der Erzählungen geht u.a.. Mit diesem Verfahren setzt man einiges Vertrauen in die Selbstständigkeit der Schüler. Dennoch gibt der Lehrende seine Verantwortung als Organisator von Lernprozessen nicht ab.
Möglichkeit der Zusammenarbeit mit anderen Fächern Natürlich ist es sinnvoll und möglich mit dem Fach Englisch zu kooperieren, in dessen "Zuständigkeitsbereich" dieser Autor ja eigentlich fällt. Die eine oder andere Erzählung, das eine oder andere Gedicht im Original zu lesen, ist sicher dem Erkenntnisgewinn zuträglich. Aber auch eine Zusammenarbeit mit den Fächern Philosophie und Religionslehre ist durchaus denkbar, wenn es um den Bereich Schuld und Verantwortung geht.
Lehrplanbezug
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