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"Die nackte Seele, der nackte Mensch" – Die Zeit des Naturalismus
Manuskripte
Autor: Armin Strohmeyr
 
Auszug aus dem Sendemanuskript
 
SPRECHER 1:
Zu den bekanntesten Volkskünstlern des wilhelminischen Kaiserreichs gehörte der Zeichner und Fotograf Heinrich Zille. Er war der Chronist des "Milljöhs", des Berliner Arbeiterstands.

SPRECHER 2:
Oftmals wurden Zilles Zeichnungen als Darstellungen kleinbürgerlicher Beschaulichkeit verniedlicht. Das sind sie durchaus nicht. Im Gegenteil. Sieht man genauer hin, kann man aus den Illustrationen ganze Geschichten lesen, die zwischen Berliner Kiez-Humor und tiefer Tragik changieren. Auf einer Zeichnung etwa sieht man vor einem schäbigen Berliner Mietshaus eine Ansammlung draller Hausfrauen in Küchenschürzen und schäbig gekleideter Männer. Ein paar verwahrloste Kinder spielen im Straßendreck. Ein Mann schiebt einen Kinderwagen; statt des Säuglings liegt darin ein Kindersarg. Zwei Kinder, offensichtlich die Geschwister des Verstorbenen, gehen dem Trauerzug voran. Eine Frau ruft dem Trauerzug im Berliner Dialekt hinterher:

 
 
Das vollständige Manuskript zum Herunterladen: pdf-Datei