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 | Schickt er Jesus auf den Scheiterhaufen? Dostojewskijs „Großinquisitor“ |
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In seinen letzten Lebensjahren schrieb Fjodor Michailowitsch Dostojewskij seinen großen Roman "Die Brüder Karamasow". Er gilt vielen als die Krönung seines Schaffens. Das Großinquisitorkapitel aus diesem nicht nur großen, sondern auch umfangreichen Werk, wirft den Lesenden in einen Strudel existentieller Fragen hinein, die in dieser Dichte in der Weltliteratur ihresgleichen sucht. Dieses Kapitel hat, obwohl es gut in die Gesamtkomposition des Romans eingebettet ist, einen solchen eigenständigen Charakter, dass es mit Fug und Recht auch aus dem Kontext des Romanes gerissen gelesen werden kann. Es thematisiert so mitreißend die Frage, welche Freiheit dem Menschen denn zuzumuten sei, dass man sich nicht so einfach auf die Seite des Angeklagten, Jesus Christus selbst, schlagen kann.
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